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3. Kapitel, Ly

Als ich am nächsten Tag erwachte, wusste ich nicht genau ob es langsam wieder hell, oder bereits wieder dunkel werden würde, so verwirrt war ich.

Geschafft setzte ich mich auf und rieb mir erst einmal ausgiebig die grünen, in tiefen schwarzen Ringen liegenden Augen, bevor ich meine müden Arme und Beine ausstreckte, um ihnen wieder etwas Leben durch die eingeschlafenen Glieder hauchen zu lassen.

Wenigstens hatte ich nun einen traumlosen schlaf gehabt und dieser hatte mir ausgesprochen gut getan.

Ich ging in das gegenüber liegende Badezimmer, erledigte meine Morgentoilette, bei der ich mir einige Minuten mehr Zeit als für gewöhnlich nahm, und machte mich danach schließlich auf den Weg in das Wohnzimmer.

"Na, Schlafmütze? Wieder unter den lebenden?", begrüßte mich ein für diese Uhrzeit ziemlich gut gelaunter Luke.

Wahrscheinlich hatte er seine gute Laune heute mit dem Löffel gefressen.

"Wie lange habe ich denn geschlafen?", gab ich an Lucas gerichtet zurück, der sich einen warmen Tee in eine weiße Tasse einschenkte.

Heute trug er die selben kurzen Hosen wie gestern, jedoch hatte er sie dieses mal mit einem grünweiß-kariertem Holzfällerhemd kombiniert.

Diese Hemden schienen wohl sein Stil zu sein.

"Zwanzig Stunden."

"Zwanzig Stunden?!", entgegnete ich fassungslos, während Luke cool nickte.

"Du warst wohl ziemlich ausgenockt."

"Kann man wohl so sagen."

"Hast du Hunger?"

Ich hörte auf meinen Bauch.

Tatsächlich gab er ein leises Grummeln für mich von sich und bestätigend nickte ich.

"Ich schätze schon."

"Dann hoffe ich, du stehst auf Omelett."

Und da geschah es das erste Mal.

Es schien beinahe so, wie als hätte jemand ein Vergrößerungsglas vor meine Augen geschoben, so stechend scharf konnte ich plötzlich sehen.

Ich konnte jedes einzelnde Staubkörnchen vor meinen Augen abzählen sowie die grauen Haare von Lucas klar von seinen weißen unterscheiden.

Jedes einzelnde sah ich gestochen vor mir.

Und seine Augen..

Das erste Mal sah ich die goldenen Punkte darin funkeln, wie kleine Flöckchen aus purem, hochkarätigem Blattgold.

Ich sah jedes noch so kleine Schüppchen seiner Haut, jedes millimeter Haar seines Bartes.

Doch so schnell wie es gekommen war, war es wieder weg und ich zuckte zusammen.

"Ly? Alles okay?"

"Hm?", meldete ich verwirrt zurück und konfus blinzelte ich ein paar Male.

Kurz blieb ich an seinen braunen Augen hängen und suchte die soeben darin gesehenen goldenen Flocken, doch konnte sie nicht entdecken.

"Ich habe dich gefragt, ob du Omelett magst."

Langsam nickte ich.

"Omelett klingt prima, danke.",

antwortete ich dann noch schnell, um ihn zufrieden zu stellen.

Es funktionierte.

Luke machte sich nickend ans Werk und kramte ein paar Eier aus dem Vorratsregal heraus, während ich mich still auf die Couch zurückzog und versuchte, das scharfe Sehen zu deuten.

Doch auch als Luke mir verkündete, dass meine Eier fertig waren, war ich für mich zu keiner schlüssigen Idee gekommen.

Überlegend schnitt ich mir ein kleines Stück hinunter und kaute.

Vielleicht kam das ja mit dem Alter.

In einer Woche hatte ich immerhin Geburtstag.

Genüsslich aß ich meine Portion, während Luke sich für das Bett verabschiedete.

"Sei so nett und spül den Teller bitte ab."

"Das krieg ich hin. Gute Nacht."

Er nickte und ging dann zu den Treppen, während ich mir noch mehr Ei auf die Gabel schaufelte.

Zufrieden schob ich sie mir in den Mund und schluckte genüsslich hinunter.

Ich wusste nicht ob es daran lag, dass ich lange nichts warmes mehr im Magen hatte, aber dies war das beste Omelett meines Lebens.

Nachdem ich aufgegessen hatte, wusch ich wie versprochen meinen Teller und das Besteck ab und stellte  es zum Trocknen auf die dafür gedachte Halterung.

Leise schaltete ich in dem Fernseher die Kanäle durch und blieb schließlich an einem langweiligen Film hängen.

Um diese Uhrzeit schien nichts besseres zu laufen und so ließ ich es über mich ergehen.

"Aufwachen."

Jemand rüttelte mich unsanft an der Schulter.

"Ich sagte Aufwachen!"

Verwirrt über die Tonlage der Stimme öffnete ich die Augen.

Ein blonder Kerl in meinem Alter funkelte mich aus stahlgrauen Augen heraus wütend an.

Seine verwuschelten, dunkelblonden Haare hingen ihm dabei in die Stirn hinein.

"Wer.. Wer bist du?", fragte ich verdattert und blinzelte.

"Na, das frage ich dich! Immerhin trägst du meine Klamotten!", gab er laut zurück; er klang sogar ziemlich wütend.

Oh. Schlagartig wurde mir bewusst, dass das Alec sein musste.

Seine verengten, blauen Augen und die Zornesfalte in seiner Stirn verrieten mir, dass er nicht gerade erfreut darüber war, mich zu sehen.

Vielleicht lag es aber auch an seinen Klamotten, wer weiß.

"Ich bin Ly.", antwortete ich also möglichst selbstbewusst und hoffte, Luke hatte ihm schon näheres berichtet.

"Und weiter?"

Meine Hoffnung schwand von Sekunde zu Sekunde dahin, doch gleichzeitig wuchs meine nicht vorhandene Sympathie für den aufgeblasenen Vogel weiter an.

"Ich wohne jetzt hier.

"Wie, du wohnst hier?", entgegnete er entsetzt zurück und konnte wohl nicht glauben, welche Erklärung ich ihm lieferte.

"Na, ich wohne hier! Sag mal, bin ich hier in einem Verhör, oder was? Das Haus gehört meinem Onkel, und nicht dir, verdammt! Und wenn du noch irgendwelche deiner beschissenen Fragen auf Lager hast, solltest du dich an ihn wenden!", gab ich pampig zurück.

"Aber ich..."

"Ich sagte, du sollst dich an ihn wenden.", zischte ich ihm zu und klang dabei wie eine angriffslustige Kobra.

Beschwichtigend hob er seine muskulösen Arme, die in einem dunkelgrauem, leicht zerknittertem Tshirt steckten.

Seine Beine steckten stattdessen in sauberen Bluejeans.

Wütend stapfte er mit ihnen davon und war verschwunden.

Mein Verhalten tat mir im zweiten Moment ja leid, aber wie spielte er sich denn bitte auf?

Mich so grob zu wecken und anzufauchen, ohne sich mal vorzustellen!

Ist es in der heutigen Zeit zu viel verlangt, in einem normalen Ton zu reden?

Jetzt war ich wieder wach und wusste nicht recht, was ich nun tun sollte.

Fernsehen erschien mir als zu langweilig, also ließ ich meinen Blick erneut durch das Zimmer gleiten.

Und da geschah es wieder.

Wie ein kurzes Flackern, und schon war meine Sehkraft voll ausgebildet.

Ich konnte jeden Fussel auf dem senfgelben Wohnzimmerteppich klar erkennen und wenn ich es gewollt hätte, hätte ich sie nach Farbe sortieren können.

Mein Blick viel zu dem Boden aus Holz, indem ich nun jede noch so kleine Stelle und Furche genau sehen konnte.

Verblüfft ließ ich meine Blicke über jeden kleinen Fleck gleiten, bis es wieder verschwand.

Vielleicht war ich auch endgültig verrückt geworden.

Das ganze machte doch keinen Sinn..

Von oben ertönte ein Gepolter und eine Tür flog auf.

"Hey!", schrie Luke Alec an, der wohl mit der Tür geworfen hatte.

"So gehst du nicht mit meinem Haus um, verstanden?"

Sofort hatte der Lärm meine Aufmerksamkeit erreicht und ich überbrückte die wenigen Schritte bis zu der Treppe.

"Was ist denn hier los?", brüllte ich nach oben.

"Halt dich da gefälligst raus, Kleine!", brüllte Alec lautstark zurück und war dann wohl in seinem Zimmer verschwunden.

Stattdessen erschien Luke in meinem Blickfeld, der mitleidig die Brauen zusammen zog.

"Tut mir echt leid, Ly."

"Ist schon in Ordnung.", entgegnete ich zurück und schenkte ihm ein kleines Lächeln.

Im Wahrheit aber fühlte ich mich wieder beschissener als vorher und wusste nicht das geringste mit mir anzufangen.

Das Leben glich nun mal einer Achterbahnfahrt durch Berg und Tal, Regen und Sonnenschein.

Er möchte das bestreiten?

"Ich gehe noch etwas schlafen.

Du solltest dich auch noch hinlegen. Morgen beginnt ein früher Tag."

"Okay Luke. Danke."

Er winkte mir noch einmal kurz mit der rechten Hand zu und war dann verschwunden.

Die traurige Stille kehrte statt seiner zurück und ich beschloss kurzerhand seinem Rat zu Folgen und auf mein Zimmer zu verschwinden.

Ohne ein Geräusch schlich ich die Treppen nach oben und drückte leise meine Türklinke hinunter.

Unter meiner warmen Haut fühlte sie sich kühl und weich an.

Schnell schlüpfte ich durch den Spalt und drückte die Türe wieder in die Angeln.

Der Mond schien ein eigenartiges, beinahe majestätisches Licht durch das Zimmer und tauchte es in eine eigenartige, unergründliche Stimmung, doch ich fühlte mich wohl.

Wie von dem Mond angezogen schnappte ich mir die Steppdecke von meinem Bett und zog sie mir über.

Dann huschte ich zu der Balkontüre und öffnete sie leise.

Als die kühle Nachtluft mir entgegen schlug, ahtmete ich sie tief ein und fröstelte leicht.

Sie tat dennoch gut.

Eine Weile stand ich einfach nur so da und starrte den Wald an, beobachtete wie sich die langen Äste der Tannen leicht in der Dunkelheit bewegten was es beinahe so wirken ließ, wie als wäre noch jemand hier draußen.

Oder etwas.

Etwas, das mich beobachtete und auf der Lauer lag, um mich zu kriegen.

Da heulte auf einmal ein Wolf laut auf; sein Geheul klang sehr viel näher als es zuerst gestern der Fall gewesen war.

Erschrocken zuckten meine Glieder zusammen und angestrengt versuchte ich, in der Dunkelheit zu sehen.

Doch da war nichts.

Trotz dessen beschloss ich, doch lieber wieder rein zu gehen und die Balkontüre fest hinter mir zu verschließen und mit pochendem Herzen schlüpfte ich unter die Decke.

Einschlafen konnte ich jedoch nicht.

Dauernd wälzte ich mich auf allen Seiten hin und her und fand weder eine bequeme Position, noch herbeigesehnte Ruhe.

Wenn es einmal bequem war, war das Gefühl innerer Befriedigung nur kurz befristet und mir wurde heiß.

So wie es kam, wollte es nicht aufhören.

Mittlerweile war ich mir sogar ziemlich sicher, hohes Fieber zu haben und ich bereute es, nicht aufgestanden zu sein und Luke geweckt zu haben.

Schweißperlen standen mir auf der Stirn und mein Blut kochte in mir auf wie die Lava eines aktiven Vulkanes, doch es konnte nicht durchbrechen.

Von Sekunde zu Sekunde wurde es immer schlimmer und schmerzhafter, beinahe unaushaltbar.

Vor lauter Schmerz verkrampfte mein Körper, die Muskeln zogen sich zusammen und mein Kiefer wurde fest zusammen gepresst.

Langsam drückte die Lava auf meine Lungen und so entwich das letzte Stückchen Sauerstoff.

Dann war es plötzlich wieder vorbei und ich schnappte nach Luft.

Viel zu schnell setzte ich mich wieder auf und presste meine Handballen auf meine Augen.

Mir war furchtbar schwindelig.

War das gerade wirklich passiert, oder hatte ich das nur geträumt?

Erlaubten sich meine Gehirnzellen einen Scherz?

In den vier Wänden des Zimmers hielt ich es nicht mehr aus und ohne zu zögern öffnete ich die Tür und huschte die Treppen hinunter in die Küche.

Dort angekommen schnappte ich mir ein Glas Milch, welches ich in der Mikrowelle erwärmte.

Früher machte meine Mutter mir oft heiße, aufgeschäumte Milch mit Honig, wenn ich nicht einschlafen konnte.

Gemeinsam saßen wir dann mit Tassen und Taschenlampen auf dem Bett und machten Schattenspiele.

Bei der Erinnerung lächelte ich leicht.

Komischerweise tat es nicht mehr so sehr weh, wenn alte Erinnerungen an die Oberfläche drangen.

Vielleicht weil ich die Anwesenheit meines Vaters hier spürte, die sich tröstend wie eine Decke um mich schmiegte.

Mit einem leisem Pling öffnete sich die Tür der Mikrowelle und mit einem Handtuch bewaffnet schnappte ich mir meine Milch.

Mit ihr steuerte ich den Tisch an, stellte das Getränk darauf ab und besah mir noch einmal die Schnitzereien genauer.

Bei einem der Wölfe blieb mein Blick schließlich hängen und ich besah ihn mir genauer.

Diese Augen, diese Züge... Diesen Wolf hatte ich schon einmal gesehen.

Schnell durchkramte ich meine Erinnerungen und stieß dabei auf eine Sequenz meines Traumes.

Es war der Wolf, der links von mir gelaufen war.

Wie war das nur möglich?

Wenn der Tisch von meinem Großvater gefertigt wurde, gemeinsam mit meinem Vater und meinem Onkel...

Dann mussten sie den Wolf kennen.

Warum träumte ich aber von ihm?

"Du hast dir den Tisch doch angesehen, als du durch die Tür kamst und den Wolf an der Kante gesehen. Er hat sich in dein Gedächtnis eingebrannt und ist dir dort als Traum wieder erschienen. Denk doch mal logisch, Mädchen.", meldete sich mein Unterbewusstsein zu Wort.

Na schönen Dank auch.

Allerdings musste ich zugeben, dass da etwas wahres dran war und es nur allzu logisch klang.

Plötzlich vernahm ich, wie eine Türe von oben geöffnet wurde und leise Schritte bei den Stufen erklangen.

Schnell setzte ich mich auf das Sofa und trank einen Schluck von der Milch.

Sie war noch etwas heiß und ich bereute es sofort, so einen großen getrunken zu haben.

Als Luke mich entdeckte, blieb er verblüfft stehen.

"Sag bloß, du hast die ganze Nacht hier gesessen und Milch getrunken.", versuchte er die Situation zu analysieren.

"Nein."

Ich schüttelte meinen Kopf und schenkte ihm ein Lächeln.

"Ich.. bin noch mal eingeschlafen und war dann zu wach.", fügte ich noch schnell die halbe Wahrheit hinzu.

"Na dann, guten Morgen!"

"Danke, gleichfalls."

Er ging zu der Kaffeemaschine und füllte frisches Wasser sowie löslichen Kaffee hinein.

Dann drückte er auf dem Knopf und stellte sich eine Tasse unter.

"Aber gut das du fit bist.

Wir werden heute in die Stadt fahren.", verkündete er fröhlich, während er Zucker in seine Kaffeetasse löffelte.

"In die Stadt?"

"Aber ja, oder möchtest du lieber verhungern?"

Schnell schüttelte ich meinen Kopf und er lachte kurz darüber, während er die Kühlschranktüre öffnete.

"Ich denke, für ein ordentliches Frühstück müssten wir tatsächlich erst einmal einkaufen gehen."

Leidend verzog er sein Gesicht.

Er schien nicht gerne auf Shoppingtouren zu gehen.

Und so verkündete er, dass wir in zehn Minuten losfahren würden.

"Ich brauche aber fünfzehn", versuchte ich einen Deal hinaus zu schlagen.

Immerhin hatte ich ein paar Haare mehr auf dem Kopf als er.

"Jetzt sind es nur noch neun, Ly."

Ich seufzte, huschte aber dennoch leicht meine Augen verdrehend die Treppen wieder hoch in mein Zimmer, um mich umzuziehen.

Gott sei Dank schienen meine eigenen Klamotten frisch gewaschen; in einem dunkelblauem Körbchen standen sie sorgfältig neben meiner Zimmertüre und warteten wohl auf mich.

Ich schaffte den Korb in mein Zimmer, wo ich ihn kurzerhand auf dem Bett platzierte.

Nachdem ich eine dicke, schwarze Leggins und einen langen Pulli hervorgekramt hatte, hätte man die Wäsche gut noch einmal zusammen Falten können.

Von dieser Tatsache leicht verärgert zog ich mich in windeseile um und huschte dann noch einmal zum Zähne putzen ins Bad.

Schnell band ich mir nachdem ich mir meinen Mund ausgespühlt hatte noch reinen Pferdeschwanz und ging auf die Toilette.

Danach wusch ich mir noch flink meine Hände und stürtzte die Treppen hinunter.

Ich konnte schon hören, wie eine Autotür geöffnet wurde.

Scheiße. Er hatte die Zeitangabe tatsächlich ernst gemeint.

Ich sprang förmlich in meine Winterstiefel, die zum Glück getrocknet waren und einen Reißverschluss hatten.

Meine Converse würden nur wieder nass werden und zum schnüren fehlte mir ohnehin die Zeit.

Als der Motor aufheulte, schnappte ich mir gerade noch flüchtig meinen grünen, frisch gewaschenen Parka und stürtzte aus der Tür.

Gerade noch so konnte ich ihnen mit den Fingerspitzen einen Stoß versetzen, sodass sie wieder in ihre Angeln fiel.

Ich rannte zu dem Kleintransporter, der schon am wegfahren war.

"Luke!", brüllte ich und der Transporter wurde tatsächlich angehalten.

Außer ahtem erreichte ich ihn und riss die Beifahrertür auf.

"Sorry, ich musste noch..."

Auf dem Beifahrersitz saß kein anderer als Alec, der sich genervt durch seine dunkelblonden, langen Haare fuhr.

Sein Anblick verschlimmerte meine Laune in das Unermessliche.

Seit unserer ersten und bisher einzigsten Begegnung konnte ich ihn nicht leiden.

Und auch er verdrehte bei meinem Anblick seine stahlblauen Augen und presste seine Lippen zu einer harten Linie zusammen.

"Alles klar."

Angesäuert und härter als benötigt warf ich die Tür wieder zu und schlüpfte stattdessen schmollend auf die Rückbank des Wagens.

"Ly?"

Murrend blickte ich nach vorne zu Luke.

"Wenn ich neun Minuten sage, meine ich neun. In Ordnung?"

Zähne knirschend nickte ich und wendete meinen Blick dann stur aus dem Fenster.

Luke startete den Motor erneut und dann ging es wieder los.

Erneut zischten die grünen, schneebedeckten Tannen an mir vorbei, bis wir schließlich bei der Stadt ankamen.

Es war eher eine kleine Ortschaft mit ein paar noch kleineren Geschäften, die notdürftiges wie Lebensmittel, Medizin oder Tiernahrung verkauften.

Vor einem Lebensmittelhandel blieben wir schließlich stehen und Luke gab jedem von uns eine Liste.

Erstaunt las ich die geforderten unmengen an Lebensmitteln.

Fünfzehn Dosen gestückelte Tomaten sowie Fünfzehn Dosen gemischter Dosenfrüchte, zehn Gläser Marmelade und gleich zwanzig Packungen Mehl.

Die selbe Menge von dem geforderden Mehl wurde auch in Form von Zucker und Nudeln verlangt.

Langsam schüttelte ich meinen Kopf und spähte kurz zu Alec's Liste.

Allerdings konnte ich keinen näheren Blick darauf erhaschen.

Die Schrift war zudem auch nicht gerade lobenswert.

"Äh Luke, bricht die Seuche aus, oder was?", fragte ich ihn verdutzt, als er uns jeden einen Einkaufswagen in die Hände schob.

"Wir gehen nicht oft einkaufen.", antwortete er knapp.

"Warum?"

Diese Frage überging er absichtlich, doch auch wenn er sie mir gerade nicht beantworten mochte, sollte ich meine Antworten bald bekommen.

Sogar viel schneller als es mir lieb war.

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