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4. Kapitel, Ly

Ich fühlte mich wie ein kleines, unschuldiges Lämmchen in einem Käfig voller hungriger Löwen.

Von all den Blicken, die auf uns gerichtet waren, war nicht einer freundlich.

Dabei schienen sie besonders gesprächig zu sein, immerhin hörte man sie bis hierher fluchen:

"Ich hoffe, SIE weiß dass diese Menschen verflucht sind."

"Ich würde mich nicht mit DENEN hier blicken lassen. Die Arme..."

Ich hörte, wie Alec genervt seuftzte.

Als ich einen Blick auf ihn warf, verdrehte er nur noch gereizter als er eh schon schien seine stahlblauen Augen und studierte dann erst seinen Einkaufszettel.

Schnellen Schrittes verschwand er schon in einer der hinteren Regalreihen und war nicht mehr zu sehen.

Als ich mich wieder zu Luke umdrehte, war dieser ebenso verschwunden und so durchkämmte ich alleine und ein klein wenig verloren die Regale des Supermarktes.

Bei dem Mehl angelangt fing ich an, meinen noch spärlich gefüllten Einkaufswagen endlich richtig aufzufüllen.

Dann suchte ich gedankenverloren nach dem Zucker und merkte gar nicht, dass ich mit meinem Wagen in jemandem hinein fuhr.

"Kannst du nicht aufpassen?", tönte es von vor mir und bei der Stimme hätte ich schon Brechreiz kriegen können.

"Was willst du von mir?", giftete ich Alec an und wütend blitzten meine grünen Augen dabei auf.

"Du hast mich angefahren, du Arschloch!",giftete er zurück und klang dabei nicht weniger aufgebracht als ich noch vor wenigen Sekunden geklungen hatte.

"Dann sei mal lieber froh, dass ich dich nicht überfahren habe!"

Absichtlich ließ ich meinen Wagen noch einmal gegen seinen krachen und beobachtete dabei sein dämliches Gesicht.

Er bekam wohl nicht oft Kontra.

Andere würden ihn wohl durchaus für gutaussehend halten, doch der Gedanke dass er einen miesen Charakter hatte, hatte sich in mir eingebrannt.

Und ein hässlicher Charakter machte Menschen eben nun einmal zu hässlichen Menschen.

Andererseits keimte der Gedanke in mir auf, dass er als mein Blitzableiter erstaunlich gut funktionierte, denn jetzt wo er mich boshaft anfunkelte, huschte tatsächlich etwas innere Befriedigung in mein Herz.

"Na warts ab bis wir zu Hause sind.",knurrte er wütend und machte kehrt.

Ich äffte ihm noch ein wenig nach und kicherte über meine eigene kindische und alberne Art.

"Was für ein Vollidiot.",murmelte ich leise vor mich hin, während ich ein paar Marmeladengläser in dem Einkaufswagen verstaute.

Kurzerhand hatte ich mich entschieden, die Stückzahl auf ein paar Sorten aufzuteilen.

"Du sagst es.", pflichtete mir eine Stimme neben mir bei und ich drehte mich langsam nach ihr um.

Ein Typ mit dunklen, braunen Haaren grinste mich an, während er freundlich seine rechte Hand nach mir ausstreckte.

"Ich heiße Carter Jones. Und du bist?"

"Ich heiße Ly."

Zögernd ergriff ich kurz seine Hand, welche er schnell, aber fest drückte.

"Ich hab dich hier noch nie gesehen, und hier geht so ziemlich jeder einkaufen, der im Umkreis von fünfzig Kilometern wohnt.", setzte er den Smalltalk fort.

Tatsächlich trug er ein Blaues Hemd, welches an den ärmeln Orange kariert war und ein Namenskärtchen hing an seiner Brust.

Seine Beine steckten in ausgeblichenen Bluejeans, die ihm ein wenig zu groß sein zu schienen.

Schlotternd hing sie um seine Beine und ich traute mich zu wetten das sie ohne dem Gürtel längst herunter gerutscht wäre.

"Ich bin erst kürzlich hier her gezogen.", antwortete ich ihm knapp und versuchte somit alles wichtige in einem Satz zu packen.

Solche Gespräche fühlten sich unbehaglich für mich an; ich kannte den Menschen doch überhaupt nicht.

Was ging es ihn denn auch an?

"Zu den Ducane's, habe ich Recht?"

Allmählich erschlich sich mir der dunkle Verdacht, mich bei einem Verhör zu befinden.

Vermutlich lugten andere zwischen den Regalen hervor und spitzten dabei die Ohren, um ja möglichst viel davon mit bekommen zu können.

"Ja.", antwortete ich schroff und fuhr weiter den Gang entlang.

Dabei zeigte ich ihm so auffällig wie möglich die kalte Schulter und konzentrierte mich abwechselnd auf meinen Einkaufszettel und dann wieder auf die Lebensmittel in den Regalen.

Er schien sich davon jedoch nicht beirren zu lassen und blieb hartnäckig wie eine Mücke.

"Und ist dieser Ducane... Ist er in Ordnung?", wisperte er mir leise zu und räusperte sich.

"Oh nein.", flüsterte ich gespielt verängstigt zurück und versuchte dabei, meine Stimme so zittrig wie möglich klingen zu lassen.

"Ich glaube, er ist ein Psychopath. In dem ganzen Keller liegen Knochen herum, wie als wäre es ein umfunktioniertes Kinderbällebad! Und weißt du, was das gruseligste ist?", flüsterte ich ihm verschwörerisch entgegen.

Er witterte seine riesen Story und trat aufgeregt von einem Bein auf das andere.

"Was denn? Nun sag schon!"

"Also, das wirklich absolut krasseste ist.."

Ich biss mir kurz belustigt auf die Unterlippe.

"Das er Seifenblasen pupsen kann."

Sein Blick sprach Bände, er war nun wie ausgewechselt und schallend lachte ich laut auf, während er mich wütend musterte.

Mit so einer Antwort hatte er nicht gerechnet.

"Du Zicke! Du hast mich verarscht!", flötete er mich an und beinahe konnte ich Rauch aus seinen roten Ohren aufsteigen sehen.

"Man sollte eben nicht zu viel erwarten, wenn man versucht bei mir an Informationen zu kommen.", gab ich zurück.

Das sie Luke und Alec nicht ausstehen konnten, war mir spätestens jetzt klar.

Ich würde wohl von nun an auch dazu gehören.

Konnte mir aber egal sein, so viel stand fest.

"Und jetzt würde ich gerne wieder in Ruhe meinen Einkauf tätigen, oder ich gehe mich bei deinem Chef beschweren."

Er lachte bitter auf, was mir ganz und gar nicht gefiehl.

"Mein Chef ist mein Vater. Was glaubst du, wird er wohl mit mir machen, hm?"

"Hoffentlich ist es besser als das, was ich mit dir tun werde, wenn du sie nicht in Ruhe lässt, Jones."

Ich spähte nervös an dem Kerl vorbei und tatsächlich stand Alec mit verschränkten Armen und zusammen gekniffenen Lippen hinter ihm und beobachtete die Szene.

Anschließend blickte er ihm direkt in sein Gesicht und dieser Gesichtsausdruck glich nicht in entferntester weise dem, den er für mich immer übrig hatte.

Nein, dieses mal war er absolut Feindselig und Furchteinflößend.

Es fehlte nicht mehr viel, und er würde seine Zähne fletschen.

Jetzt in dem Licht blitzten sie kurz auf und die spitzen Enden reflektierten das Licht von der Marktdecke.

Beinahe glichen seine Zähne dem eines Vampires und kurz hegte ich ein klein wenig Bewunderung für seine Beißerchen, bis mir wieder einfiel das es sich hier um Alec handelte.

Carter wurde währenddessen einem Chamäleon immer ähnlicher:

Mal war seine Gesichtsfarbe hellgrün, dann erschreckend weiß und dann wieder tiefrot.

Er hatte Angst, dass konnte ich sehen.

Schweißperlen standen ihm auf der Stirn und langsam drehte er sich um, wobei er leicht zitterte.

Alec schien eine ungeheuere Wikung auf ihn zu haben.

"Ich verschwinde.", brummte er noch einmal kurz und war dann auf wackeligen Beinen verschwunden.

Während er davon hastete, drehte er sich ein paar Male um, wie als wollte er sich vergewissern, dass niemand von uns beidem - oder eher Alec - ihm folgte.

"Alles Okay?", klang Alec's Stimme zu mir durch.

Das erste Mal klang er nicht Boshaft oder Feindselig, sondern blickte mir aufmerksam entgegen und erwartete scheinbar wirklich eine ehrliche Antwort.

Überlegend legte ich meinen Kopf schief.

"Ja. Danke.", entgegnete ich schnell und blinzelte verwirrt ein paar Male.

"Sind die immer so?"

Er nickte langsam.

"Es war schon schlimmer.", fügte er leise hinzu, ging aber nicht weiter darauf ein.

"Wie schlimm?", fragte ich ihn vorsichtig und er zuckte mit den Schultern.

"Naja, wir gehen vier mal im Jahr in die Stadt.", legte er mir mit wenigen Worten die genaue Sachlage dar.

Dies war selbst mir Antwort genug und ich nickte mitfühlend.

"Ich verstehe."

"Hast du schon alles?"

"Ich denke schon."

Er nahm mir die Liste aus der Hand und glich sie kurz mit meinem Wageninhalt ab.

"Du hast den Reis vergessen."

Kurz lief ich rot an und ich spürte, wie ich nervös von einem Bein auf das andere tappte.

"Sorry.", nuschelte ich und durchkämmte mich sogleich durch die Regale.

Alec folgte mir still, bis wir bei dem richtigen Regal angekommen waren.

"Hier, am Ende."

Er deutete auf ein paar Packungen, die so weit entfernt waren, dass ich sie nicht sehen konnte.

"Du siehst die?"

Verblüfft blieb ich stehen und verengte meine grünen Augen zu schlitzen, sodass ich sie besser sehen konnte.

Doch da war nur etwas, dass für mich verschwommen war und auch blieb.

"Ich war schon mal vor dir hier drin, Ly."

"Oh."

Schnell schob ich meinen Einkaufswagen zu dem Reis und lud die benötigten Päckchen ein, froh ihn nicht ansehen zu müssen.

Siedend heiß viel mir noch eine Sache ein, die ich wohl würde besorgen müssen und von der ich nicht wollte, dass Alec mich unbedingt begleitete.

Seuftzend drehte ich mich zu ihm um.

"Ich muss noch was für mich besorgen. Ist ziemlich privat, also.. Kannst du bitte vorgehen?"

Ich schenkte ihm ein zaghaftes Lächeln, doch er hob nur eine Augenbraue nach oben und verschränkte seine Arme.

"Ich fürchte mal, das ist ein Nein?"

"Richtig erfasst, Sherlock."

"Na super.", flötete ich wenig begeistert.

"Na wenn du schon einen auf Wachhund spielen musst, kannst du mir auch wenigstens sagen, wo ich Tampons finde."

Er hätte es ohnehin mitbekommen und so musste ich wenigstens nicht jedes einzelnde Regal danach absuchen.

"Wenn du bitte sagst."

Ich verdrehte die Augen so, dass er es nicht sehen konnte und fragte mich insgeheim, warum ich mich überhaupt darauf einließ.

"Bitte.", brachte ich dann schließlich in seine Richtung hervor und er grinste mich an.

"Aber gerne doch."

Gemeinsam gingen wir nach vorne und ignorierten das Getuschel anderer, die wir hinter uns ließen.

In den vorderen Regalreihen blieben wir schließlich stehen und er deutete auf die verschiedenen Päckchen.

"Welche Sorte du brauchst, kann ich dir aber nicht verraten. Das ist nicht mein Gebiet.", schmunzelte Alec und zwinkerte mir zu.

"Das krieg ich denke ich auch gut alleine hin, aber danke sehr für deine Hilfsbereitschaft."

Schnell griff ich nach ein paar Packungen, die ich in den Wagen warf und versuchte auszurechnen, wie viele ich in drei Monaten wohl benötigen würde.

Kurzerhand entschied ich mich für die Devise "mehr ist mehr" und so häufte sich ein kleiner Berg aus hellgrünen Schachteln an.

"So. Fertig." Ich klatschte in meine Hände und Alec nickte.

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu der Kasse, bei der Luke schon auf uns wartete und seine Uhr hoch streckte.

"Habt ihr euch in den Regalen verlaufen, oder was?"

Schnell schüttelte ich meinen Kopf und deutete in meinen Wagen.

"Brauchte noch etwas Privates."

"Achso." Verlegen kratzte er sich kurz am Hinterkopf und murmelte eine Entschuldigung.

"An die Stöpsel dachte ich gar nicht."

Na super. Irgendwie nahm das alles viel zu unangenehme Züge an.

Nächstes mal würde ich mit meine Tampons alleine besorgen gehen; und wenn ich dafür den ganzen Weg zu Fuß würde zurücklegen müssen.

In Converse.

Abrupt legte ich die Einkäufe auf das Band und sammelte sie am Ende wieder ein.

Die biestigen Blicke der unfreundlich wirkenden Kassiererin entgingen mir dabei nicht und kurz fragte ich mich, was wohl dahinter steckte.

Dieser Hass, den die Menschen hier schürten, musste doch einen Auslöser haben.

Luke und zugegebenermaßen auch Alec wirkten nicht so, wie als wären sie auf Krawall gebürstet.

Im Gegenteil, Luke vertraute ich vollkommen und mit Alec würde ich schon noch irgendwie warm werden, zumindest hoffte ich das.

Ein paar Schritte hatten wir in den letzten zwanzig Minuten aufeinander zu gemacht und vielleicht, aber nur vielleicht, war er eventuell doch nicht so viel Arschloch wie gedacht.

Was hatten sie hier nur ausgefressen?

Als die Dame an der Kasse monoton nach dem Preis verlangte, zückte Luke seine Kreditkarte und rechnete ab.

Ohne ein Wort der Verabschiedung gingen wir wieder nach draußen und räumten die Lebensmittel in den Wagen.

Alec brachte die leeren Einkaufswägen schließlich zurück, während ich wieder auf die Rückbank huschte und mich anschnallte.

Dann rieb ich mir meine Hände und stellte mal wieder fest, dass ich Handschuhe brauchen würde.

"Luke?"

Er drehte sich zu mir um und hob eine braue.

Anklagend zeigte ich ihm meine nackten Finger und wackelte mit ihnen ein wenig herum, wie als versuchte ich eine Mücke zu verscheuchen.

"Ich brauche Handschuhe, fürchte ich."

Er trommelte mit den Fingern auf dem Lenkrad herum und zuckte dann mit den Schultern.

"Ich denke, irgendwo da vorne ist so ein Geschäft wo sie sowas verkaufen. Ich halte da an."

Dankbar lächelte ich ihm zu und nickte.

"Das wäre super."

Alec öffnete die Beifahrertür und sank auf seinen Sitz.

"Endlich nach Hause. Ich hasse die Stadt und diesen Saftladen hasse ich erst recht."

"Ein bisschen musst du dich noch gedulden. Unsere Ly braucht Handschuhe, damit ihr die Fingerchen nicht abfrieren."

"Das ist nicht lustig!", verteidigte ich mich sofort.

"Es ist arschkalt hier!"

Alec seufzte und raufte sich die dunkelblonden Haare, während Luke den Motor startete und tuckernd bewegten wir uns von den Parkplätzen, nur um keine hundert meter weiter vor einem kleinen, schnuckeligen Häuschen zu parken.

Ich zückte meine Geldbörse aus der hinteren Hosentasche und verließ den Wagen.

"Fünf Minuten, Ly.", rief Luke mir noch aus dem Fenster hinterher, welches er dann wieder nach oben kurbelte.

Schnell ging ich durch die Flügeltüren und drehte mich einmal im Halbkreis, ehe ich meine Arme rieb.

Hier drin schien es noch kälter zu sein als draußen.

Und vor allem schien es hier trostlos und nicht sehr gepflegt.

Eine spährliche Glühbirne, die ohne Lampenschirm von der Decke baumelte tauchte den Raum in ein schwaches und ungemütliches Licht.

Sogleich ich den Laden hier betreten hatte, wollte ich wieder hier raus.

An einem Ständer entdeckte ich schließlich ein paar Handschuhe und entschied mich ohne lange darüber nachzudenken für die schwarzen.

Diese deponierte ich dann bei der Ladenkasse, die wenige Meter daneben stand, jedoch ohne Besetzung schien.

Kurz musterte ich den Staub auf der Theke und überlegte, wann hier zuletzt abgestaubt wurde oder generell irgend etwas gemacht wurde.

Bei näherer Betrachtung schien hier schon des längeren nicht mehr geputzt worden zu sein.

"Hallo?", brüllte ich in den hinteren Teil des Ladens, um mich bemerkbar zu machen und suchte mit meinen Augen nach jemanden.

"Ich komme ja schon."

Ein junger Typ mit einer Zigarette im Mundwinkel beäugte mich argwöhnisch.

Sein Ramones-Shirt war mindestens so alt wie seine ausgeblichene, zerissene Jeans, wenn nicht sogar so alt wie der ganze Laden hier.

Ein klein wenig erinnerte er mich mit seinen abstehenden Augen und den Zähnen an Sid von Ice Age.

"Sonst noch was?"

"Danke."

Er runzelte seine Stirn, kassierte aber ab.

Schnell legte ich einfach ein paar Scheine auf den schmutzigen Tresen und schnappte mir meine erstandenen Handschuhe.

Fluchtartig huschte ich wieder nach draußen und stieg in den Wagen, in dem Luke sowie auch Alec auf mich gewartet hatte.

"Fertig?"

"Kommt darauf an."

Beide stöhnten, während Luke noch so etwas wie "Weiber" murmelte.

Zwar ziemlich leise, doch es entging mir nicht.

"Ich habe lange Haare, okay? Ich brauche einen Föhn."

"Warum schneidest du sie nicht einfach ab? Es würde dir stehen.", wand Alec ein und kassierte dafür einen bösen Blick.

"Ist ja schon gut. Irgendwo gibt es ein Elektrogeschäft."

Zufrieden schnallte ich mich an und gemeinsam besorgten wir mir einen Föhn - mit Technik kannte ich mich ohnehin nicht aus - und zufrieden konnte es wieder nach Hause gehen.

Kurz dachte ich darüber nach, ein paar Fotoabzüge von meinem Handy drucken zu lassen, doch dafür fühlte ich mich noch nicht bereit.

Die Erinnerungen wollte ich noch nicht aufwecken.

Den ganzen Rückweg schwiegen wir und Zuhause angekommen packte jeder mit an.

Wir brauchten dennoch eine halbe Stunde, bis alles an Ort und Stelle verräumt war.

"Ich habe Hunger.", klagte Alec und wie zur Bestätigung knurrte sein Bauch.

"Dann pack mal deine Kochkünste aus."

"Okay.", nahm er die Herausforderung an und krämpelte seine Ärmel hoch.

Dann stellte er eine Schüssel auf den Tisch und angelte aus dem Vorratsregal ein paar Eier sowie Mehl hervor.

Dabei versuchte ich seine Kehrseite zu ignorieren.

"Dein Ernst? Pancakes?"

Grinsend zuckte er mit den Achseln.

"Ich dachte, du hättest keine hohen Ansprüche an mich."

Urplötzlich geschah es.

Mein Gehör wurde irgendwie von Sekunde zu Sekunde besser, wie als hätte man mir ein Hörgerät eingesetzt.

Alec's regelmäßiges Schlucken und sein Atem hing sehr viel lauter in meinen Ohren und das erste Mal konnte ich einen beinahe eufonischen Unterton in ihr wahrnehmen.

Über uns erklangen die schweren, dampfenden Schritte von Luke und wäre ich in einer Quizshow, in der ich erraten musste wo genau er sich befände, würde ich in dieser Sekunde ohne jeden Zweifel gewinnen.

Mein Gehör reichte für kurze Zeit bis in die Ferne:

Ich hörte den Wind und wie er die mit Schnee bedeckten Äste zum Tanzen brachte, die Eichhörnchen wie sie ihre Nüsse aus ihrem geheimen Versteck aus der Erde gruben, ja sogar wie der Schnee leise auf den Boden rieselte und alles unter eine kalte, weiße Decke tauchte.

"Ist alles okay?"

Verwirrt sah ich auf und da war es wieder vorbei, wie als hätte man den Ausschalter einer Fernbedienung betätigt.

Leicht nickte ich und starrte einfach auf die Schüssel vor mir, mich selbst fragend ob ich meinen Verstand langsam verlieren würde.

Und wenn ja, wie lange ich noch im Stande war, halbwegs klar zu denken.

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