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Kapitel 3 - Jay

Der perfekte Ort um sich zu entspannen.

Aber in diesem Moment hatte ich einfach keine Lust dort hin zu gehen, da es einfach zu weit weg war.

Naja, so weit nun auch wieder nicht, aber ich war einfach zu müde. Das war mehr als Grund genug, da jetzt nicht hinzulaufen. Außerdem konnte das doch bis morgen warten, oder nicht?

Naja, so ist Joel nun mal, es muss ihm eben alles so schnell wie möglich gehen.

Okay, zumindest fast alles.

***

Ich kam also, nach ungefähr zehn Minuten, bei dem alten Schwimmbad an. Joel stand schon davor und wartete, also lief ich die letzten Meter zu ihm hin und zusammen kletterten wir daraufhin über den kaputten Zaun.

"Was wolltest du?", fing ich an, während wir weiter in den Wald gingen. "Es geht um Yano", sagte er und sah mich an, woraufhin ich es ihm gleich tat. "Und...Yano ist wer?", fragte ich weiter.

"Einer der beiden neuen", klärte er mich knapp auf. "Was ist mit ihm?", hakte ich noch weiter nach, doch antwortete Joel mir nicht mehr und sah somit still geradeaus. "Hallo? Joel? Was ist mit ihm?", fragte ich erneut und wedelte mit meiner Hand vor seinem Gesicht herum.

"Lass das!", forderte er schnell und drückte meine Hand mit seinen beiden runter. "Dann rede mit mir!", forderte nun ich. "Wir müssen dafür weiter rein", meinte er und rannte los. "Hier ist doch so oder so niemand!", rief ich ihm nach und fing ebenfalls an zu rennen.

Nach einer kurzen Zeit sprangen wir runter in das leere Becken des Schwimmbades, bei welchem wir angekommen waren, und setzten uns einfach irgendwo hin, so wie jedes mal.

"Also?", fragte ich kurz darauf und rangelte etwas nach Luft.

"Yano...also mein neuer Mitbewohner", fing er an : "Ich möchte jetzt nicht sagen dass ich mich in ihn verknallt habe oder so, aber er ist...relativ süß."

"Wo ist der Haken?", fragte ich. "Ich weiß nicht ob er Homophob oder so ist", sagte er und sah besorgt zu Boden. "Wieso sollte er? Ich glaube nicht das es so ist", antwortete ich darauf.

"Aber was ist wenn er dennoch nicht schwul ist, huh? Es ist ja keine Selbstverständlichkeit...so, wie es keine Selbstverständlichkeit ist, nicht Homophob zu sein", hakte er nach und richtete seinen Blick wieder zu mir, seine Augen schienen glasig geworden zu sein. "Du kennst ihn noch gar nicht Joel, wer weiß was passiert?", redete ich auf ihn ein und legte einen Arm um ihn.

"Stimmt...da ist aber noch etwas", sagte er langsam. "Was denn?", fragte ich nach. "Seine Augen, irgendwie verfärbten sie sich leicht. In der Klasse heute morgen waren sie noch braun, aber als er mich vorhin angesehen hat...sie wirkten irgendwie...gräulich, ich bin mir sicher", erzählte er. "Das hast du dir sicher nur eingebildet, vielleicht lag es auch am Licht", behauptete ich direkt. "Meinst du?", fragte er nach. "Aber natürlich! So weit wie er heute morgen von uns entfernt war...du irrst dich ganz sicher", lachte ich leicht.

"Genau, wie dumm war ich bitte?", lachte nun auch Joel schwach mit.

Wie sonst auch blieben Joel und ich noch bis es dämmerte im alten Schwimmbad. Müde war ich inzwischen schon gar nicht mehr, weswegen mir das lange bleiben auch nichts ausmachte. Wir machten also alles was wir immer machten als wir hier waren :

Wir alberten herum,

riefen lustige Dinge durch den Wald,

rannten wie bekloppte herum,

versuchten irgendwoher Wasser zu bekommen

und taten auch kurz so, als ob die Welt vor die Hunde gegangen wäre.

Wie alt waren Joel und ich noch gleich? Egal, wir würden immerhin nicht für immer jung bleiben!

Doch wieder müde kam ich in meinem Zimmer im Internat an.

Der Tag war gut, keine Frage, nur laufen? Ist nicht wirklich so meins, ich bin doch eher zu faul für sowas.

"Jay?", fragte jemand, weswegen ich leicht zusammenzuckte. "Ach, der ist ja auch noch da", seufzte ich flüsternd und zog meine Schuhe aus. "Das habe ich gehört!", ertönte die Stimme wieder. "Okay, woher weißt du wie ich heiße?!", fragte ich und ging zu meinem Mitbewohner ins Nebenzimmer.

"Sei leise und geh schlafen, es ist spät", antwortete er nur und legte sich selbst in sein Bett. "Und wenn ich nicht möchte?", fragte ich nach und stellte mich, mit verschränkten Armen, vor ihm hin. "Wo kommt denn plötzlich der Mut her Jay-Jay?", grinste er, weswegen ich ihn kurz geschockt ansah, mich dann jedoch von ihm abwendete, zu meinem Schrank ging, mir frische Klamotten nahm und im Bad unter die Dusche stieg.

Nach locker 15 Minuten verließ ich das Bad wieder und zuckte leicht zusammen, als Tommy genau vor mir stand. "Was soll das denn jetzt?", fragte ich ihn und drückte mich etwas an ihm vorbei, wobei er mich jedoch aufhielt, indem er nach meinem Handgelenk griff und leicht zog, damit ich stehen blieb. Ich sah ihn verwirrt an, wobei er mir nur Emotionslos in meine Augen sah und so wirkte, als würde er sich in ihnen verloren haben, immerhin starrte er schon fast.

"Tommy?", fragte ich vorsichtig und sah ihn nervös an, als seine Augen etwas heller als zuvor wirkten. Ich versuchte mich aus seinem Griff zu lösen, wobei er dann plötzlich los ließ und ich somit zu Boden fiel. Ich sah wütend zu ihm auf.

Er hingegen ging einfach weg, rüber ins Nebenzimmer. Ich seufzte, stand auf und folgte ihm. "Du bist komisch Tommy", murmelte ich, während ich mich auf mein Bett setzte und mein Handy entsperrte.

"Du auch Jay-Jay", hörte ich Tommys Stimme und sah somit zu ihm rüber. Er grinste, zwinkerte mir zu, schaltete das Licht, an dem Schalter an seinem Bett, aus und legte sich hin. Ich ignorierte die letzten vergangenen Sekunden, checkte kurz mein Handy ab und legte mich dann auch schlafen.

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