Kapitel 4 - Jay
Er hingegen ging einfach weg, rüber ins Nebenzimmer. Ich seufzte, stand auf und folgte ihm. "Du bist komisch Tommy", murmelte ich, während ich mich auf mein Bett setzte und mein Handy entsperrte.
"Du auch Jay-Jay", hörte ich Tommys Stimme und sah somit zu ihm rüber. Er grinste, zwinkerte mir zu, schaltete das Licht, an dem Schalter an seinem Bett, aus und legte sich hin. Ich ignorierte die letzten vergangenen Sekunden, checkte kurz mein Handy ab und legte mich dann auch schlafen.
***
Am nächsten Morgen öffnete ich meine Augen langsam, blinzelte ein paar mal und musste feststellen, dass es draußen noch immer stockdunkel war.
Wie spät ist es?
Ich warf einen kurzen Blick auf mein Handy und erschrak leicht, da es gerade mal 02:00 Uhr Nachts war.
Warum bin ich aufgewacht?
Plötzlich hörte ich irgendwas. Ich war mir nicht sicher, aber es hörte sich wie Schritte an.
"Tommy?", fragte ich flüsternd in die Dunkelheit, jedoch gab mir der Angesprochene keine Antwort.
Wieder ertönten einige Schritte.
"Tommy? Bist du das?", fragte ich erneut, aber auch dieses Mal antwortete er nicht. Ich ließ meinen Blick einmal durchs Zimmer wandern und blieb an zwei hell leuchtend roten Punkten hängen. Nach längerem betrachten erkannte ich, dass es zwei Augen waren, zumindest hätten es welche sein können.
Sofort erschrak ich und schrie auf. Reflexartig suchte ich nach dem Lichtschalter, welcher, wie bei Tommy, neben meinem Bett war, und suchte nochmals das Zimmer ab, als das Licht anging, jedoch keine Spur von roten Augen oder ähnlichem.
Erleichtert atmete ich aus. Mein Blick fiel sofort auf Tommy, der schlafend auf seinem Bett lag. Nach kurzem betrachten fing er an sich zu bewegen, er wachte scheinbar auf.
"Jay, mach das Licht wieder aus! Es ist mitten in der Nacht!", beschwerte er sich müde mit seiner dunklen Stimme. "Sorry, aber ich hab zwei rote Punkte gesehen und habe mich halt erschrocken, tut mir leid!", antwortete ich genervt.
Der Kerl ist noch nicht einmal eine Minute wach und schon stresst er wieder rum! Ugh, ich kann ihn jetzt schon nicht leiden...
"Das hast du dir sowieso nur eingebildet und jetzt mach das Licht wieder aus und schlaf'!", war das letzte was er noch zu mir sagte, bevor er sich, irgendwas leise flüsternd, mit dem Gesicht zur Wand drehte. Ich schaltete das Licht wieder aus und versuchte weiter zu schlafen, jedoch gingen mir diese roten Punkte nicht mehr aus dem Kopf.
Nach dieser komischen Nacht wachte ich einige Stunden später durch meinen Handywecker wieder auf. Genervt schaltete ich ihn aus und stand auf, wieder fiel mein Blick auf Tommy.
Wenn er schläft sieht er echt süß aus. Man merkt gar nicht, was für ein arrogant wirkender Mensch er doch ist.
Ich wendete mich von ihm ab und ging meine Morgenroutine durch. Als ich fertig war, war Tommy immer noch nicht wach, weswegen ich beschloss ihn zu wecken : "Tommy wach auf, der Unterricht beginnt gleich!"
Ich rüttelte etwas an ihm, wodurch er irgendwann anfing sich selbständig zu bewegen und murmelte ein genervtes : "Lass mich schlafen!", vor sich hin.
"Nein, steh auf! Du hast nur noch 15 Minuten bis der Unterricht beginnt!", sagte ich. Plötzlich sprang er auf und zog sich in Windeseile um, wobei er rief : "Warum hast du mich nicht schon früher geweckt?!"
Ich zuckte nur mit den Schultern und verließ unser Zimmer.
"Joel, ich muss dir etwas erzählen!", begann ich gleich, nachdem es zur Pause klingelte, der Angesprochene fing an zu lachen. "Was ist denn bitte passiert, dass du so aufgebracht bist?", fragte er mich.
"Ob du es glaubst oder nicht, aber letzte Nacht ist etwas komisches passiert! Ich sah im Dunkeln zwei Augen...oder sowas in der Art!", wurde ich lauter als gewollt, was jedoch, zum Glück, niemanden interessierte. "Ja und? Was jetzt? Ist doch nicht schlimm! Immerhin hast du das eh wieder nur geträumt und versuchst mir mal wieder Angst einzujagen, hah!", meinte er und zuckte mit den Schultern, er lachte auf.
Ich seufzte und sagte hibbelig : "Du weißt noch nicht alles! Sie waren rot Joel, leuchtend rot!"
Joel fing wieder an zu lachen : "Das hast du dir bestimmt nur eingebildet. Sicher hast du das nur geträumt, also hör auf mich zu verarschen."
Ich verdrehte meine Augen und antwortete selbstsicher : "Nein, da bin ich mir sicher! Das waren Augen die rot leuchteten!" Wieder zuckte er mit den Schultern : "Wenn du meinst."
Ich seufzte : "Jetzt hältst du mich sowieso für verrückt, oder?"
Zu meiner Überraschung schüttelte er mit dem Kopf und sagte: "Nein, ich finde gar nichts mehr verrückt nachdem ich gestern Yano kennengelernt habe."
