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Kapitel 4

„Ach komm, welcher Entführer verlangt bitte einen Dollar Lösegeld von der Familie Lombardi? Warum nicht gleich hundert Millionen - das wäre wenigstens glaubwürdig.“

Dann seufzte sie und senkte ihre Stimme zu einem schuldbewussten Flüstern.

„Es tut mir so leid, Matteo. Das ist alles meine Schuld. Karolin muss mir wohl noch böse sein, weil du sie damals für mich hast sitzen lassen. Deshalb macht sie das jetzt.“

„Aber Karolin... du hättest wirklich nicht so weit gehen müssen.“

Matteos Gesicht wurde kreidebleich.

Ich schüttelte verzweifelt den Kopf, der brennende Schmerz in meinem Körper war zweitrangig.

„Das ist nicht wahr! Matteo, du musst mir glauben. Du bist meine einzige -“

„Schluss jetzt!“

Matteos Stimme schnitt wie ein Messer durch meine Worte.

„Ich habe dir tausendmal gesagt - Juna ist für mich wie eine Schwester. Und trotzdem wirst du jedes Mal von Eifersucht zerfressen.“

„Du blamierst sie auf jeder Party, suchst jedes erdenkliche Fetzchenchen, und jetzt inszenierst du sogar eine Entführung!“

„Karolin, ich bin zutiefst enttäuscht von dir.“

Der Entführer neben mir bewegte sich, ein blutbeflecktes Messer in der Hand, sein Blick hing an mir wie der eines Geiers. Ich verlor völlig die Fassung und kreischte:

„Matteo! Warum kannst du mir nicht ein einziges Mal vertrauen!“

Er sagte, ich hätte sie blamiert - dabei hatte sie auf dem Familienbankett einfach mein maßgeschneidertes Kleid kopiert.

Er sagte, ich würde sie schikanieren - dabei hatte sie Dutzende meiner Hochzeiten sabotiert. Als meine Freundinnen sie schließlich zur Rede stellten, schob er es mir in die Schuhe.

Ihre „Entführung“ war nur Theater gewesen. In ihrem Video war sie ohne einen Kratzer - das Make-up perfekt.

Aber Matteo sah das nicht.

Ich war diejenige, die blutend und zerschlagen in echter Gefangenschaft saß, und dennoch war ich in seinen Augen die Störenfriedin.

Es fühlte sich an, als würde mir jemand eine glühende Eisenstange durch die Brust rammen und sie dann langsam hin und her drehen.

Ich bat ihn nicht mehr, mir zu glauben. Ich wollte nur noch, dass er zahlte.

„Matteo, egal ob es echt ist oder nicht, zahl einfach den einen Dollar! Ein Dollar, um die Wahrheit zu erfahren!“

Matteo runzelte die Stirn, als würde er tatsächlich kurz überlegen.

Doch Juna brach neben ihm plötzlich in heftiges Schluchzen aus.

„Es tut mir so leid... Alles nur, weil ich damals angerufen habe. Dein Hochzeitstag ist ruiniert. Ich wäre lieber in den Händen dieser Männer geblieben, als dass es so endet...“

Sie lief schluchzend aus dem Bild, bevor sie zu Ende gesprochen hatte.

Matteos Stirn runzelte sich tiefer, und ohne Zögern drehte er sich um, um ihr zu folgen.

Ich schrie ihm hinterher: „Matteo -!“

Er drehte sich noch einmal um, sein Gesicht war angespannt, aber seine Worte fielen wie ein Urteil.

„Das ist der hundertste Anlauf. Wenn du noch eine Lombardi werden willst, dann rappel dich jetzt auf und komm her.“

„Ich warte eine letzte halbe Stunde. Wenn du dann nicht da bist - dann werde ich nicht zögern, eine andere zu nehmen.“

Bevor ich antworten konnte, wurde das Bild schwarz.

Mein Herz setzte aus. Ich starrte auf den dunklen Bildschirm, und das letzte Fünkchen Hoffnung in meinen Augen erlosch.

Der Entführer trat mir mit seinem Stiefel gegen die Schläfe und drückte mit dem Absatz zu.

„Nicht mal einen Dollar bist du wert. Wie erbärmlich.“

Er grinste, dann hob er das Messer erneut - und trennte meinen Ringfinger ab.

„Auaaaa -!“

Der Schmerz war weiß und blendend. Ich schrie und wand mich auf dem schmutzigen Boden.

Doch egal wie sehr mein Körper schmerzte, es war ein Nichts gegen das, was in meinem Inneren geschah.

Stille Tränen rannen über mein Gesicht.

In meiner Brust war etwas zerbrochen, das sich nie wieder würde kitten lassen.

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