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Verletzungen (7)

An: 1177 Wörter! Diesmall fiel es mir echt schwer die richtigen Worte und Formulierung zu finden, aber ik Endeffekt ist es eigentlich ganz gut geworden, wünsche dir viel Spaß beim Lesen! :D

Collin

Irgendetwas stimmte nicht...

Olivias Verhalten machte ihn misstrauisch und so sehr er sie verteidigen wollte, so sehr wusste er auch, das etwas an ihrem Verhalten nicht stimmte. Die Art, wie sie auf den Boden geschaut hatte, wie sie unbewusst mit den Zähnen geknirscht hatte.

Sein Blick wanderte über die Studenten, die jeweils an einem Elektronenmikroskop standen und sich Notizen machten.

Olivia war nicht unter der Gruppe. Sie erschien nicht zu dem Seminar. Er tröstete sich damit, dass sie vielleicht krank war, obwohl ein Teil immer wieder in ihm sprach und ihm sagte, dass sie ihn nicht sehen wollte.

Die 2 Woche an der Uni verging für Collin schneller als gedacht und ohne wirkliches Zeitgefühl merkte er gar nicht, dass schon wieder Montag war und dass er schon wieder auf den Weg ins Seminar mit den Studenten aus Semester 8 war.

Olivia war auch in dem Seminar am Freitag nicht aufgetaucht. Er hoffte, sie würde heute auftauchen, damit er sie nochmal ausfragen konnte. Er musste einfach die Wahrheit wissen.

,,Hallo", sagte er beim betreten des Raumes und setzte sich auf seinen Stuhl hinter dem Pult. Einige Blicke wanderten zu ihm nach vorne und andere ignorierten seine Ankunft einfach und redeten weiter, als wäre nichts.

Ein lautes Klopfen auf den Tisch und die Aufmerksamkeit aller lag auf ihm, sodass er sein Verhalten gleich wieder bereute.

,,Heute werden wir über die anstehenden Klausuren sprechen und auch Fragen klären, die ihr habt.", startete er und schaute jede Person aus dem Raum einzeln an.

Einige nickten schon fast genervt und andere hoben die Hände.

Als endlich alle Fragen der Studenten geklärt wurden, waren noch 20 Minuten der Stunde übrig und so entschied Collin sich dazu, die Studenten einfach früher zu entlassen.

Wieder verabschiedeten sich die meisten, während andere wortlos den Raum verließen. Er selbst blieb weiterhin auf seinem Platz sitzen und schaute gelangweilt im Raum umher.

Er hatte keine Lust aufzustehen und er hatte auch keine Lust sich generell aus seiner Position zu bewegen, weshalb er für ein paar Minuten einfach ins Nichts starrte und seinen Gedanken freien Lauf ließ.

Wenn man bedachte, in welche Richtung seine Gedanken sich gerade entwickelten,

war das eine schlechte Idee.

Dunkle Locken, dunkle Augen, sonnengeküsste Haut, volle Augenbrauen, breite Nase und klein. Höchstens bis zu seiner Schulter, wenn nicht, bis zu seiner Brust.

Seine Gedanken brachten ihn zu dem letzten Mal, als er sie gesehen hatte. Wie er sie ausgefragt hatte und wie sie mehr oder weniger stotternd verneint hatte. Dann stand er vor ihr, während ihre kleinen Finger geschickt knoteten. Gott sie war so.... hü-

,,Professor?"

Sein Kopf drehte sich prompt zu der als zu bekannten Stimme aus Richtung Türrahmen.

,,Miss Taylor"

Das konnte ja nicht wahr sein, gerade hatte er noch über sie gedacht und jetzt stand sie in voller Größe vor ihm.

,,Wo sind alle?", fragte sie und guckte in den leeren Raum.

,,Ich habe sie früher entlassen.", erklärte er und mied Blickkontakt.

,,Ich- habe.... alles verpasst,... richtig?"

,,Inwiefern?" Was meinte sie? Sie fehlte doch ständig in Seminaren und Vorlesungen, da würde das eine Mal ja jetzt nicht so viel ändern.

,,Sie wollten doch heute über die Klausuren reden..?"

,,Oh ähm...ja, wir haben eine Art... Fragestunde gemacht..."

Sein Blick lag weiterhin auf seinen eigenen Händen.

,,Vielleicht können Sie ja Ihre Mitstudenten nach ihren Notizen fragen", schlug er vor, während er eine wage Geste in Richtung Tür machte, durch die soeben die anderen Studenten aus seinem Kurs verschwunden waren. Er wollte, dass sie ging. Ihre Anwesenheit machte ihn seltsam nervös.

,,Ich glaube..., da-", fing sie an. ,,Dass Ihre Mitstudenten nicht Ihre größten Fans sind..., richtig?", unterbrach er sie und beobachtete, wie ihre Gesichtszüge fielen.

Seine Theorie wurde in diesem kurzen Moment bestätigt.

Sie war unbeliebt bei ihren Mitstudierenden, doch warum..? Etwa weil sie wirklich andere beklaute..?

,,Ich...äh ja, Sie haben Recht, Sir.", murmelte sie verlegen.

,,Ich verstehe nicht warum... Miss Taylor, sie sind doch... nett und... hilfsbereit", sagte er, wobei es ihm schwer fiel passende Verben zu finden, die nicht zu viel von seinen inneren Bedürfnissen preisgaben.

,,Ich... es-...-"

,,Sie möchten wahrscheinlich nicht drüber reden..."

Sie nickte.

"Setzen Sie sich", sagte er und erhob sich, um ihr einen Stuhl vor sein Pult zu stellen. Er würde ihr erklären, was sie verpasst hatte.

Olivia folgte seiner Anweisung gehorsam und setzte sich langsam auf den Stuhl.

,,Gut, also die meistgestellteste Frage war; wie viel Prozent davon in die Endnote des Semesters eingeht und. Es sind 40%, wobei das je nach Leistung variieren kann und... oh ja ich habe noch allen mitgeteilt, dass sie nicht vergessen sollen, sich selbst in die Listen einzutragen, sonst kriegen sie 0%, also sollten Sie, Miss Taylor, das auch nicht vergessen, immerhin scheinen sie ja sogar Seminare zu vergessen..."

Den letzten Teil seines kleine Vortrag sprach er so leise aus, dass Olivia ihn kaum verstehen konnte, doch sie fragte nicht weiter nach, sondern schrieb während der kleinen Rede in ihr Notizheft.

,,Und ansonsten?", fragte sie, nachdem sie auch den letzten Stichpunkt in unordentlicher Schrift ergänzt hatte.

,,Naja... Fragen über die Themen... ich vermute mal..., Sie haben viele, richtig?

Olivia schüttelte den Kopf.

,,Eher nicht, ich habe die meisten Vorlesungen regelmäßig besucht und fühle mich was das angeht sicher..."

,,Eigentlich wurde sonst nicht viel geredet... ähm vielleicht noch, dass sie am 1.11 um 9 Uhr in Saal 4 stattfindet und... dass dort 4 Professoren oder Dozenten anwesend sein werden"

Olivia nickte und schrieb sich schnell Ort und Zeit auf.

,,War es das?"

,,Ich denke schon"

,,Gut, ich... gehe dann, vielen Dank für... die Hilfe"

Olivia stand auf und sammelte ihre Sachen, während sein Blick jede Bewegung, die sie machte, musterte.

Wie sie ihr Notizheft zurück in ihre Tasche steckte, wie sie ohne darüber nachzudenken den Stuhl zurückstellte und dann.... wie ihr Ärmel runterrutschte und er zum ersten Mal ihren Arm sehen konnte. Er war schlank und geprägt von dunklen Flecken, die bläulich und rötlich hervortraten. Jetzt bemerkte er, wie sie schnell ihren Pulli runterzog und ihn anguckte. Was war das? Wurde sie verprügelt? Eine Welle von Sorgen überflutete plötzlich seinen Kopf, die größte davon; was wenn-

,,Ich... bin die Treppe... runter...-gefallen."

Collin glaubte ihr nicht. Selbst wenn er 20 shots getrunken hätte, würde er ihr nicht glauben. Die Flecken waren viel zu groß und auffällig für einen Sturz, außerdem verteilten sie sich viel zu einheitlich über ihren Unterarm.

Wortlos kam er auf sie zu, bis er vor ihr stand und beinahe ihren Atem auf seiner Brust spüren konnte.

Er griff nach ihrer Hand und zog den Ärmel hoch.

,,Wirklich", versicherte sie, als er kritisch auf die blauen Flecken guckte.

,,Miss Taylor,...-"

Er machte eine Pause, unwissend was er eigentlich sagen sollte. Die Situation, in der er sich befand, überforderte ihn ungemein.

,,Ich muss los", sagte sie, bevor er seinen angefangen Satz beenden konnte und entzog ihm ihren Arm.

,,Tschüss", murmelte sie noch, als sie in den Flur verschwand.

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