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Lügen (6)

An: Wörter 463 einmal ein kurzes Chapter, irgendwie unzufrieden. Haha, aber habe das Gefühl, dass mir Collins Sichtweise viel besser gelingt, als die von Olivia und gerade solche Szenen sind (finde ich) total schwer zu schreiben. Viel Spaß beim Lesen. :)

Olivia

,,Bestehlst du andere Leute?"

Seine Stimme klang plötzlich härter als sonst und sein Blick war ernst auf sie gerichtet.

Nichts mehr von dem netten Professor war übrig.

Jetzt war er ernst und streng.

Olivia erwiderte seinen Blick und sah dann wieder auf das nasse Gras.

Bestahl sie andere Leute?

Olivia schüttelte den Kopf, schneller als sie überhaupt nachdenken konnte.

Doch dann dachte sie nach, ohne die hochgezogenen Augenbrauen von Professor Anderson zu beachten.

Sie stahl.

Eine Uhr.

Ein Armband.

Ohrringe.

Und einmal sogar ein paar Pfund.

Jetzt saß sie hier. Neben ihrem Professor, der sie nicht einmal 2 Wochen kannte und war aufgeflogen.

Ihre Deckung. 3,5 Jahre war sie schon auf dieser Uni und nie hatte jemand sie erwischt, nie kam auch nur jemand auf die Idee, sie könne was mit dem Verschwinden von Gegenständen zu tun hab-

,,Bist du dir sicher?", fragte er vorsichtig, bemüht, sie weiterhin anzugucken, so als könne er nur durch Starren sehen, was in ihrem Kopf vorging.

,,Nein", sagte sie, ohne nachzudenken. Sie konnte nicht lügen, nicht bei ihm, nicht bei ihrem Professor.

Ihre Gedanken kreisten weiter um die Taten, die sie begonnen hatte. Jeder einzelne Cent, den sie verdient hatte, jede einzelne Nacht, in der sie vor schlechtem Gewissen fast ertrunken war, jede Freundschaft, die sie beenden musste.

Plötzlich spürte sie seine Hand auf ihrer Schulter, die langsam Kreise malte.

,,Du... kannst mit mir reden,... Olivia"

Die Art ,wie er redete, war seltsam persönlich und vielleicht auch der Grund dafür, dass sie Gänsehaut bekam.

,,Ich würde dich nicht.....- verpetzen...", sagte er und drückte dabei ihr Kinn leicht hoch.

Olivia wollte nachgeben.

Sie wollte ihm sagen, was sie tat. Sie wollte ihm gestehen, was für eine schreckliche Person sie war und sie wollte ihm sagen, wie sehr sie sich selbst dafür verachtete. Doch nichts dergleichen kam über ihre Lippen, stattdessen sagte sie: ,,Ich stehle nichts und ich habe es auch noch nie."

,,Gut", sagte er seufzend und entzog ihr seine Hand. Hinterließ damit eine seltsam kühle Stelle an ihrem Kinn.

,,Warum dachten Sie das", fragte sie und zwang sich, nicht zu zeigen, was gerade in ihr vorging.

,,Ich... -äh- hatte beschwerden von... vielen Seiten und dann dachte ich..., ich frage einfach mal ein paar Personen.", erklärte er.

Nickend sah Olivia in eine andere Richtung. Das Gespräch war vorbei. Collin stand auf, schulterte seine Tasche, rückte seine Brille zurecht und ging, ließ sie alleine auf einer Bank zurück.

Olivia schaute ihm nach. Sein Gang wirkte lässig und entspannt, entspannter als er eigentlich war. Entspannter, als sie... eigentlich war.

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