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Spendenlauf (3)

A/n: 1539 Wörter, viel Spaß beim Lesen, habe mir bei diesem Kapitel sehr viel Mühe gegeben, und bin trotzdem nicht komplett zufrieden. :,) haha

Olivia

Mittlerweile war Sonntag

Sonntag war eigentlich der Tag, an dem Olivia sich Freizeit gönnte, doch heute hatte sie das nicht vor. Heute war der Spendenlauf und sie war im Organisationsteam. Und das nicht alleine. Ihre Schritte führten sie in einem schnellen Tempo in Richtung des großen Sportplatzes hinter der Universität, noch 3 Minuten hatte sie, um rechtzeitig da zu sein, damit sie beim Aufbau helfen konnte.

Noch 2 Minuten.

Gerade joggte sie an der Turnhalle vorbei und merkte nur einen Augenblick später, dass sie direkt in eine Person hineingelaufen war. Langsam schaute sie auf und erkannte Selena.

Sie hatte blonde, lange Haare und noch dazu das schönste Lächeln der ganzen Welt.

,,Sorry", murmelte Olivia beschämt und lächelte verlegen in Richtung Boden.

,,Schon ok"

Auf ihrem Gesicht lag ein Selbstsicherer Ausdruck.

,,Machst du heute beim Lauf mit?", fragte sie unverbindlich und musterte Olivia mit einem Blick, der seltsam abwertend wirkte.

,,Ich?- Äh Nein, ich helfe nur beim Aufbau und so", Olivia merkte, dass sie leicht stammelte und schon im nächsten Moment ärgerte sie sich dadrüber. Sie hatte keinen Grund sich weniger Selbstbewusst als sonst zu verhalten, nur weil Selena eine Schönheit war und doch fühlte sie sich unterbewusst eingedrängt von ihr.

,,Und du? Läufst du mit?", fragte sie dann und sah ihr fest in die Augen.

,,Ich wollte zuerst nicht, aber ich-... ich will was gutes tun"

Ein kleines, aber stolzes Lächeln zierte ihr schönes, helles Gesicht.

,,Finde ich echt cool, ich hätte auch mitgemacht,"- aber ich kann nicht ,,aber ich habe gerade meine Tage und fühle mich total mies", sagte sie und kicherte leicht, um ihre Unsicherheit zu überspielen.

,,Du Arme, aber ich habe mal irgendwo gelesen, dass Sport sogar helfen kann"

,,Vielleicht komme ich mal darauf zurück, jetzt sollte ich aber lieber los, sonst fangen die anderen ohne mich an", winkte sie ab und joggte weiter in Richtung Sportplatz.

,,Sorry, dass ich so spät dran bin", rief sie, als sie zu der großen 500 Meter Laufbahn kam und die kleine Gruppe am Rand stehen sah.

,,Sind Sie Olivia Taylor?", fragte ein junger Mann mit einer Liste in der Hand, während er wieder und wieder auf seinem Kugelschreiber herumklickte.

,,Ja, die bin ich", sagte sie schnell und schaute zu, wie er mit einer schnellen Bewegung einen Haken hinter ihren Namen setzte.

,,Ein bisschen spät...- Sie können schon drüben anfangen die Hütchen alle 100 Meter aufzustellen, danach noch bei der Getränkestation helfen."

Olivia machte sich sofort an die Arbeit und so dauerte es nicht einmal 5 Minuten, bis die Strecke perfekt unterteilt war. Zurück am Treffpunkt traf sie wieder auf die kleine Gruppe, die schon fleißig ein kleines Zelt aufbaute.

,,Kannst du vielleicht einen Klapptisch besorgen?", fragte jemand und lächelte ihr aufmunternd zu.

,,Klar, wo finde ich den?"

,,Im Keller der Uni gibt's einen zugänglichen Raum mit der Aufschrift Lager, da müsste es einen geben."

,,Okay"

Olivia joggte los in Richtung des großen Hauptgebäudes, das wie ein Schloss hinter ein paar angepflanzten Bäumen herausragte.

Als sie eintrat ging sie direkt zum Treppenhaus und nahm nicht wie sonst die Treppe nach oben, sondern die nach unten.

Mittlerweile waren 5 Minuten vergangen, in denen sie in dem großen Gewölbe herum geirrt war.

Die Wegbeschreibung, die sie erhalten hatte half ihr nicht wirklich. Sie fühlte sich so, als würde sie im Kreis gehen. Überall die gleichen Türen ohne Aufschriften. Überall das gleich dimme Licht, dass nur durch winzig kleine Glühbirnen an der hohen Decke erzeugt wurde. Überall der gleiche feuchte Geruch und Überall die gleichen verstaubten Steinwände.

Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie geglaubt, sie wäre in einer alten Burg gewesen.

Aber das war sie nicht. Sie war in dem Keller ihrer Universität, den sie zuvor noch nie betreten hatte.

-Der große verwirrende Keller....

Als sie wieder in einen Gang abbog, der genau so aussah, wie die anderen Gänge, erfasste sie eine kleine Welle der Angst. Trotz ihrem großen Pullover, bildete sich Gänsehaut auf ihren Armen.

Olivia schaute in die Richtung, aus der sie gekommen war und musste sich eingestehen, dass sie keine Ahnung hatte, wie sie zurück zur Treppe kommen sollte.

,,Miss Taylor?", ertönte eine tiefe Stimme hinter ihr, die sie aufspringen ließ.

,,Ja?" Sie drehte sich um und sah...Niemanden. Oh Gott, war das jetzt der Teil mit den Halluzinationen? Oder war da wirkli-

,,Wo sind Sie?", fragte die Stimme wieder, die laut von den Wänden hallte.

,,Wer sind Sie?" Welche verrückte Stimme suchte sie hier unten und wieso sollte sie dieser Stimme vertrauen? Wer weiß, was in dem Gewölbe alles vor sich ging.

,,Mister Anderson, Ihr Professor." Jetzt wo sie den Namen hörte, erkannte sie die Stimme und ärgerte sich darüber, sie nicht gleich erkannt zu haben.

,,Was?- Äh ich bin an einer Gabelung und... alles sieht gleich aus?"

,,Ich glaube ich weiß, wo Sie sind.", kam seine Antwort ein paar Sekunden später.

Olivia seufzte erleichtert, als sie näherkommende Schritte hörte. In der Dunkelheit erkannte sie eine dunkle Silhouette.

Dankbarkeit erfasste sie, während sie langsam in seine Richtung ging.

,,Da sind Sie ja", stellte er fest und musterte sie eingebig. In seinem Blick war etwas, so als wäre er nicht nur froh sie zu sehen, so als wäre er beeindruckt von ihrer Präsenz, als wäre sie viel wertvoller, als sie sei eigentlich war. Er räusperte sich und schaute wieder in ihr Gesicht.

,,Woher wussten s-" Olivia unterbrach sich selbst, als er eine Karte hochhielt. ,,Hat mir Mr Harvey geliehen -Der Organisator"

,,Wissen Sie auch, wo das Lager ist?", fragte Olivia neugierig und kam neben ihn, sodass sie auf die große Karte schauen konnte.

,,Es müsste in die Richtung sein", murmelte er und deutete nach rechts. Olivia nickte und lief los.

Professor Anderson folgte ihr immer noch die Karte in der Hand, hinter der selbst er mit seinen 1,80 klein wirkte.

,,Hier ist es!", sagte Olivia, als sie an einer Tür ankamen, die genau so wie alle anderen aussah, nur ein kleines Schild mit der Aufschrift 'Lager' unterschied sie von den anderen.

Collin trat vor und drückte die alte Klinke herunter.

Hinter der Tür verbarg sich ein Raum, der bestimmt so groß war, wie die Turnhalle ihrer alten Highschool. Die Regale, die ohne ein Muster im Raum verteilt standen, waren nicht nur hoch bis zur Decke, sondern auch voll mit all möglichen Kram, von Uralten Büchern bis zu Stühlen und.... Klapptischen.

,,Da hinten sind welche", sagte Olivia und betrat vorsichtig den Raum, aus Angst, dass jederzeit eines der alten Regale umfallen könnte.

Mr Anderson war ihr dicht auf den Fersen, als sie vor den Stapel an Tischen stehen blieb und irgendwie fasziniert schaute.

,,Ziemlich hoch, nicht wahr?", fragte seine Stimme plötzlich direkt an ihrem Ohr. Sie erschrak kurz, doch nickte schließlich als Antwort.

,,Wie sollen wir da dran kommen?", erkundigte sie sich und drehte sich in seine Richtung.

Sie war ihm viel zu nahe, weshalb sie einen Schritt nach hinten machte.

,,Ich weiß nicht.... Vielleicht versuchen wir einfach den obersten zu nehmen."

Er stellte sich an das eine Ende das Stapels und gab ihr mit einem Nicken zu verstehen, dass sie anfangen konnte. Olivia tat es ihm gleich und stellte sich hinter das andere Ende des Stapels, der sie um einige Zentimeter überragte. Trotzdem konnte sie mit ihren Armen perfekt nach dem obersten Tisch greifen.

,,Geht's?", fragte Mr Anderson und hob gleichzeitig den Tisch auf seiner Seite an.

,,Ja", sagte sie zwischen zwei Atemzügen.

Gemeinsam trugen sie den Tisch bis zum Sportplatz, wo das Zelt schon fleißig aufgebaut wurde.

,,Da seid ihr ja", murmelte Mr Harvey, als sie den Tisch abstellten.

,,Ich hätte Ihnen vorher sagen sollen, dass der Keller ein bisschen verwirrend ist, aber scheint so, als hätte Collin sie gefunden"

Professor Anderson nickte nur und sah sie dabei an.

-

Mittlerweile war schon 15 Uhr und die ersten Leute liefen ihre Runden und kamen danach zu dem kleinen Zelt, um sich für ein bisschen Geld Kekse und Wasser zu kaufen.

Olivias Blick ruhte auf Selena, die jetzt schon ihre 4 Runde lief und dabei fast jeden einholte. Obwohl heute ein grauer Tag war, wirkte es so, als würde sie unter der Sonne glänzen, als würde nur für sie ein Lichtstrahl zwischen den schweren Wolken durchkommen.

Ihr Blick wanderte weiter über die laufende Menge und blieb nun an ihrem Professor hängen. Er war schon seit 14:30 am joggen und bestimmt auch schon bei seiner siebten Runde. Seine langen Wellen wippten bei jedem Schritt auf und ab und seine Arme zogen in mit jedem Schritt weiter nach vorne.

Sie erwischte sich dabei, wie sie ihn mehrere Minuten lang beobachtete und merkte gar nicht, dass er jetzt in ihre Richtung lief und sie ebenfalls anschaute.

,,Miss Taylor", grüßte er sie.

,,Professor Anderson"

,,Wasser?"

,,Wasser? Äh, ja, eine Sekunde"

Er schaute ihr zu, wie sie sich bückte und einen einfachen Papierbecher mit Wasser füllte.

,,Bitteschön", murmelte sie und setzte ein freundliches Lächeln auf.

,,Danke", sagte er und trank den Becher mit einem Zug aus.

,,Ganz schön anstrengend das ganze", sagte er beiläufig, als er ihr den Becher zum erneuten Auffüllen hinstellte.

,,Kann ich mir vorstellen, aber Sie haben ja ganz gut durchgehalten."

,,Danke, aber ich bin nicht mehr so gut in Form, seit ich als Professor arbeite"

Er kicherte ein wenig und nahm den vollen Becher wieder entgegen. Olivia stieg in sein leichtes Lachen mit ein.

,,Vielen Dank, aber ich denke ich sollte wieder weiter laufen.", murmelte er kurze Zeit später.

,,Viel Glück"

,,Danke:

Olivia beobachtete, wie er wieder zur Strecke lief und weiterlief.

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