Erste Stunde (2)
A/n: Wörter: 1208, ollala View von unserem lieben Professor. Hihi, aber ich kann ja nicht die einzige Person sein, die findet, dass der View von Männern in Heterostorys underrated ist! Anyways, wünsche dir viel Spaß beim Lesen! :)
Collin
Collin hasste frühes Aufstehen, fast noch mehr als Klausuren kontrollieren. Zu allem übel war heute ein Tag an dem er früh aufstehen musste, um die Studenten aus dem achten Semester in dem Labor aufzufinden. Am liebsten würde er einfach in diesem Bett bleiben und nie wieder aufstehen, aber das konnte er nicht. Daher stand er mühsam aus dem Bett und fing an sich fertig zu machen.
Ein lockeres Hemd und eine schwarze Hose und darüber sein Mantel, damit er sich nicht tot frieren musste bei der Kälte,die seit einigen Wochen herrschte.
Das Frühstück ließ er heute ausfallen und nahm stattdessen schon den Bus um halb 8, sodass er überpünktlich am Campus ankam und gelangweilt durch die Gegend lief. Am frühen Morgen waren kaum Leute auf dem Campus. Normalerweise hetzten hier und da Leute umher oder gingen einfach nur entspannt über einen der vielen Kieselwege.
Doch jetzt... Jetzt war niemand hier, nur er und die Kälte, die ihm langsam aber sicher eine Erkältung einholen würde. Er ignorierte es so gut es ging und lief weiter bis es Zeit war, in Richtung Labor zu gehen.
Den Weg kannte er mittlerweile in und auswendig, obwohl er erst seit 3 Tagen hier Kurse gab.
Seine Schritte führten ihn gerade noch rechtzeitig zu dem Labor, vor dem die Studenten schon ungeduldig warteten.
„Morgen", sagte er zu der Gruppe und setzte dabei das möglichst freundliche Lächeln auf, das er hatte. Mit ein bisschen Gefummel bekam er die Tür zu dem Labor auf und trat zur Seite, damit die anderen Eintreten konnten.
„Setzt euch erst mal irgendwohin.", sprach er, als ein Großteil des Kurses einfach im Raum stehen blieb.
Eine Studentin hob ungeduldig ihre Hand.
„Ja, Ms-?"
„Hardin"
„Hardin"
„In den Regeln wird ausdrücklich gesagt, dass man sich in den Laboren nicht setzten darf, außerdem gibt es nicht einmal Stühle", Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust und klemmte damit ein paar von ihren langen, dunkelbraunen Haaren ein.
Collin seufzte nur, gut es gab keine Stühle, aber das hieß ja nicht, dass er seine eingeübte Ansprache nicht benutzen konnte. „Gut dann stellen Sie sich hin"
„Und noch etwas"
„Ja, Ms Hardin" Er unterdrückte sich höflichkeitshalber ein weiter Seufzen.
„Wir brauchen noch Kittel und Schutzbrillen"
Collin drehte sich in Richtung Tafel, während Ms Hardin ihn ungefragt weiter kritisierte und schrieb das Thema an die Tafel.
Verbindungen zwischen Chemie und Biologie
Als er sich umdrehte, schauten die Meisten genervt auf die Tafel, andere guckten rüber zu Ms Hardin und hatten nicht gemerkt, das er das Thema auf die Tafel geschrieben hatte.
„Kittel und Schutzbrillen finden Sie in dem Raum nebenan.", teilte er mit und deutete dabei auf die Tür zu seiner Linken, den triumphierenden Blick zu Miss Hardin verkinff er sich dabei. Die jungen Erwachsenen verschwanden für ein paar Sekunden und kamen vollständig ausgerüstet zurück.
Sein strenger Blick blieb an Miss Taylor hängen. Sie hatte einen Kittel an, der im Gegensatz zu ihrem Körper überdimensional wirkte und schon fast den Boden streifte, ihre Reh Augen wurden von einer Schutzbrille, die alt und ranzig war, verdeckt und ihre afroartigen, dunklen Locken steckten diesmal nicht in einem Zopf, sondern in einem lockeren, tiefen Dutt, der ihr Gesicht hervorhob. Sie sah echt-
Er räusperte sich und sah zu seinen Unterlagen.
„Ich habe noch einige Broschüren, die ich euch übergeben soll.", sagte er und kramte schnell in seiner Tasche, um dann die kleinen Heftchen durch die Reihen zu geben.
„Was sollen wir denn damit?", hörte er einen Mann aus der vordersten Reihe zu seinem Freunden sagen.
„Voll der Unsinn", sagte diesmal Ms Hardin, die in der letzten Reihe stand und einen Kaugummi kaute.
Collin schüttelte den Kopf.
Es war eine bunte Broschüre mit der Aufschrift ‚Spendenlauf' und ein paar Bildern von kranken Kindern. Eine Aktion, an der zumindest er auf jeden Fall teilnehmen wollte, was ja nicht hieß, dass es etwas für jeden war, dennoch hieß das, seiner Meinung nach nicht, dass sie das Recht hatten, solche Kommentare zu machen.
Sichtlich bemüht, nicht auf die Reaktion des Kurses zu reagieren, schrieb er einfach eine Seite aus dem Chemiebuch an die Tafel, die mit dem Thema zu tun hatte.
Hoffentlich würde das die Studenten ein paar Minuten beschäftigen, damit sie mit dem Experimentieren anfangen konnten.
„Ich checke nichts", ertönte eine Stimme im Raum und zerstörte die Stille, die geherrscht hatte, da alle lasen.
Er unterdrückte sich das Seufzen und erhob sich,um dem Jungen, der mehr Ähnlichkeit mit Ron Weasly hatte, als alle anderen Personen mit roten Haaren, die er je getroffen hatte.
,,Womit habe sie denn Probleme?", fragte er bemüht freundlich und sah zu wie der Student auf die Seite deutete.
,,Diesem Abschnitt hier. Ich verstehe nicht, was mit hiermit gemeint ist"
Collin verstand zwar nicht, was man daran nicht verstehen konnte, erklärte ihm aber trotzdem mit 2 Sätzen, was gemeint war.
,,Gut, ich hoffe ihr seid nun fertig mit Lesen und könnt anfangen zu experimenten."
Sobald er diesen Satz gesagt hatte, standen mehrere Studenten auf, besorgten sich Materialien und fingen an zu experimentieren.
Mit strengen Blick beobachtete er die Ansätze, die die Studenten hatten. Hier und da, entschloss er sich dazu, Tipps zu geben.
Alle experimentierten, bis auf eine Person, die am anderen Ende des Raumes stand und nervös am dem Ärmeln ihres viel zu langem Kittel zupfte.
Er starrte sie eine Weile zu ihr hinüber und wagte ab, ob er zu ihr gehen sollte und sie dazu auffordern sollte zu arbeiten.
Es war nicht sein Job, Studenten aufzufordern. Hier war ein Ort, an dem Selbstständigkeit gefordert war. Dies war keine Schule.
Sein Blick viel wieder auf ihr Gesicht und jetzt erst bemerkte er, dass sie ihn ebenfalls anschaute.
Fuck
Hoffentlich hatte niemand sonst bemerkt, dass er sie so intensiv beobachtet hatte.
Schnell wanderte sein Blick durchs Labor, doch alle Anwesenden schienen beschäftigt zu sein, sodass er sich seufzend wieder auf seinen Stuhl.
Dank dem großen Stapel an Aufsätzen, der immer kleiner wurde, verging die Zeit viel zu schnell.
Mit einem Blick auf seine Armbanduhr erkannte er, dass nur noch 4 Minuten des Seminares übrig waren.
,,Bitte ab jetzt anfangen, aufzuräumen", sagte er herade laut genug, das auch die hinterste Reihe ihn hörte.
Gesagt getan, nach nicht mal 2 Minuten sah es wieder aus, wie immer, saubere Tischplatten, ohne Reagenzgläser, ohne Petrischalen, ohne Kittel und ohne Schutzbrillen.
,,Morgen werden wir weiter daran arbeiten und dann möchte ich, dass ihr einen Aufsatz darüber schreibt, der bis Montag fertig sein muss, es wird in eure spätere Klausurnote mit eingehen. Ich möchte einen guten ersten Eindruck von eurer Arbeit bekommen"
Sein Blick wanderte zwischen den Reihen umher und blieb an Ms Hardin hängen, die genervt zu ihm schaute.
Er würde lange brauchen, um von seinen Studenten ernst genommen zu werden, aber vielleicht würde er noch einen Weg finden, das zu ändern.
,,Schönen Tag", sagten manche, als sie den Raum verließen. Andere blieben still.
Kurz überlegte er, ob er Ms Taylor fragen sollte, was heute mit ihr los war, doch als sie selbstbewusst an seinem Pult in Richtung Ausgang lief, entschied er sich dagegen.
