Kapitel 3
“Ich hoffe das der Abend heute ein Erfolg wird.” Das plingen des Aufzugs holt mich zurück in die Gegenwart. “Mal doch nicht jetzt schon den Teufel an die Wand. Bisher hatten wir doch immer spaß zusammen.” Sanchezs Kopf legt sich schief und er sieht mich an, da öffnet sich die Fahrstuhltüre. “Oder etwa nicht?”
“Ja du hast recht. Und jetzt komm, nicht das der Taxifahrer schon da ist!” Bigfoot, oh nein Moment Entschuldigung, Schreibfehler. Bridget steigt mit dem jungen Mann aus dem Fahrstuhl heraus in das Erdgeschoß. Ihre schuhe klackern auf dem gefliesten Boden und es halt in der Eingangshalle nach. “schau mal” ruft dann sanchez hinter mir aus dem nichts los und ich zuckte erschreckt auf, da ich es nicht erwartet hab. “Was soll ich schauen. Wo?”. Wild drehe ich mich dreimal um die eigene Achse ehe ich stehen bleibe da es mein lieber freund auch macht. Ich verharre mit dem Blick auf seinem liegend. “Was schaust du mich den jetzt so an?”
Versucht nicht sofort in schallendem Gelächter aus zu brechen schüttelt er es mit dem Kopf ab und fährt sich über den drei Tages Bart, der ihm gepflegt im Gesicht hängt. “Draußen ist der Taxi Fahrer eben gekommen. Aber nach was genau und wie versucht, wolltest du schauen?” Er lacht dann doch für den Moment kurz auf. “Ich komm nicht drauf klar. Das gerade würde ich gern wieder vergessen”
Lach du nur! Keift meine Innere Stimme so wie ich es gerade gern laut machen würde. “Mir scheint es, als würde es dir spaß machen mich zu verarschen”, Und genau darauf bekam ich auch direkt das bestätigende nicken. “Jetzt sollten wir uns aber sputen. Ich glaube nicht dass der Taxler da draußen ewig auf uns wartet” Richtig, ganz überrascht an den Gedanken, drehe ich mich wieder zum Ausgang um durch dessen direkt danach zu laufen.
Mit einer höfflichen Begrüßung steigen wir links und rechts hinten ein. Da mir die Info vorbehalten ist wo er hinfahren muss, übernimmt das Sanchez. “Carnaby Street” presst er als einziges hervor. Da aber ein Taxler seine Arbeit gut macht, fragt dieser noch nach der Hausnummer. “Schon gut, lassen sie uns einfach irgendwo in der Straße aussteigen. Die Nummer weiß ich nicht”. Ehrlichkeit währt am meisten, und da wir jung und gesund sind; stört es uns auch nicht den Rest zu fuß zu gehen.
Gesagt getan, langsam fährt er in der Carnaby Street an den Fußgängerweg und hält mit Blinker zur Seite an. “108,52 Pfund macht das dann”. Die älteren Hände des Mannes tippen auf seiner Rechnung anzeige rum. Sanchez kramt in der zeit seinen Geldbeutel heraus und sucht ihm das Geld zusammen. “Hier bitte sehr, den Rest können sie behalten”. Mir einen deutlichen Blick zu werfend, stieg er als erstes aus. Ich rutschte ihm nach, da auf meiner Seite eine sehr befahrene Straße liegt. “Schönen Abend noch”, rufe ich halbherzig noch kurz in das Taxi und schließe daraufhin die Türe.
“Frischer als erwartet” Ertönt San neben mir und reibt sich über die arme. “Also ehrlich jetzt. Du bist doch der Mann, da sollte doch wohl eher ich sagen, ich würde frieren”. Gespielt genervt gehe ich amüsiert die Straße runter da er mir den Weg deutet. “Darf man als Mann also nicht frieren?”. Bewusst so eine frage gestellt spiele ich mit den fingern an meiner Jacke. “Natürlich dürfen Männer auch frieren” Ich lege meine arme dann kurz nach hinten in meinen Nacken und gähne. “Aber trotzdem stellen alle Darsteller in Filmen das immer so hin, als wären die Männer absolut perfekt. An dir sehe ich halt mit am besten das diese Männer nur erfunden sind” Oh vielleicht war das jetzt auch etwas falsch erklärt. Sicher wird San wissen was ich damit sagen will. Lange Zeit bleibt es still zwischen uns und ich hatte schon die Hoffnung verloren dass er mit mir weiter im Gespräch bleibt, da kommt dann ein euphorisches “Hey” Zustande und er umfasst mein Handgelenk. “Dann seit ihr Frauen also keine Heulsusen, stimmungsschwankenden Drachen und schwächliche Wesen?” Genau gezielt darauf ausgelegt, das auch ich schon all diese Klischees bestätigt hatte, schnaube ich auf und winke ab. Da erscheint mir schon das Schild vom Club Mooners. Meine Rettung.
Nachdem alles glatt beim Einlass lief, stehen wir nun gemeinsam im Club an der Bar Theke. Wir haben uns schon ein paar Drinks genehmigt und nippen schon am nächsten, da hebt er seine Bier Flasche an, nimmt sein Handy heraus. Was er heute zu meinem wundern sehr häufig macht. San scheint etwas konzentriert zu lesen als er es kurz darauf wieder in die Hosentasche einschiebt und mich ansieht. “Ich muss dir unbedingt jemanden vorstellen. Ich bin gleich wieder da, warte genau hier.” Breit grinsend zeigt er auf dem Stuhl wo ich sitze. “genau da” wiederholt er nochmal und hält seinen Zeigefinger und Mittelfinger vor seine Augen um sie danach auf meine zu richten. “Du hast ein Auge auf mich, schon verstanden. Ich gehe hier nicht weg” So verschwand er in der Menge nachdem er meine Zustimmung hatte, das ich warten würde. Dennoch hoffe ich sehr das es nicht all zu lange dauert, die Party ist lebendig und noch voll im Gange. Ich möchte nichts verpassen, nur weil er vergisst wieder zu kommen. "Was solls" Murmle ich in die laute Musik das meine Worte im Raum an ton verlieren. Immer wieder nippe ich am kühlen Drink der schon bald leer wird. Die menge um mich herum Lacht, Tanzt, knutscht. Hier in diesen Räumen, spürt man das Menschliche leben stark. Wie lebendig und frei es ist.
"Nochmal das gleiche Bitte" Rufe ich laut über der Musik hinweg zum Barkeeper, der mich wohl sehr attraktiv findet. Mein Glas nimmt er herunter und schenkt es mir frisch ein, doch diesmal kommt mein Drink mit einer beschriebenen Serviette unten drunter zurück. Geschmeichelt ziehe ich diesen unten hervor und lese sie. Das sowas jemand heut zu tage noch macht. Also schiebe ich die Serviette mit gutem gewissen in die Jacken Tasche ein und nehme einen schluck.
Die Wirkung des Alkohols breitet sich immer mehr aus. Selbst merkend wie ungeduldig ich werde sehe ich auf die Uhr. Sanchez ist seit einer halben stunde spurlos verschwunden. Ich denke das war genügend warte zeit, jetzt möchte ich auch meinen spaß genießen. "Hmmm" Seufzte ich lange heraus und sehe mich mal genauer um. Wenn ich ihn entdecke, kann ich ihm bescheid sagen, falls nicht, werde ich einfach hier i der nähe etwas tanzen gehen. Doch sanchez ist nicht zu finden. Niedergeschlagen schweift mein blick die menge zurück und wird aufgehalten. Meine Augen bleiben an einem engem weißen T-Shirt mit einem v ausschnitt hängen. Gebräunte haut und wundervolle lange hervorstehende Schlüsselbeine. Wenn mich meine Menschenkenntnis jetzt nicht ganz im stich lässt, würde ich meinen das ist genau dieser Typ Mann, den sich die meisten Frauen wünschen würden. Wild aber gekonnt sich seine Haare gemacht. Haselnuss ton der sich sehr gut zu den hellen blauen Augen macht. Die muskulösen arme haben ein paar Tätowierungen. Das Shirt ist schlicht anliegend und ein wenig verschwitzt, da es hier drinnen schon gefühlte 40 grad hat. Ich sehe ihn mir weiter an und ich komme bei der dunklen grauen Jeans an. Sie sitzt oben um die hüfte und Oberschenkel locker, nach unten wird sie enger und schmiegt sich leicht um die trainierten Waden. Seine Schuhe sind weiß oder waren es zumindest einmal und schon ist die komplett Analyse fertig. Mehr würde es theoretisch für andere nicht brauchen und auch an den Wochenenden nicht für mich. Ich bin nicht darauf aus, hier freunde zu finden. Das einzige das ich begehre ist körperliche Befriedigung. Sie soll mir die Anspannung abschaffen und mir ruhe bringen.
Herunterhebend nehme ich das glas neben mir vom Tresen. Der Blick des blauäugigen Mannes lag weiterhin auf mir und auch ich selbst konnte mich nicht entziehen von diesem bann. Die klare Flüssigkeit wandert auf ex meinen hals hinunter. Für den winzigen Moment nochmal lösen könnend, sehe ich mich ein letztes mal um ob sanchez bereits wieder in meiner nähe war. Doch vergebendes. Schlussfolgernd stehe ich demnach auf, stelle das leere glas zurück und laufe auf die Tanzfläche die überall und nirgends beginnt. In der Zeit wandert mein Blick zurück zu dem Mann, der leider nicht mehr dort stand, wo ich ihn zuvor gesehen hatte. Verärgerung macht sich in mir dick und ich spüre den Alkohol wie er meinen Körper paralysiert, das darf ich nicht zulassen. Der Gestank von Zigaretten, Schweiß und Metall kroch zurück in meine Nase und der Würgereiz macht sich breit. Augen schließend stehe ich zwischen hundert anderen Verschwitzen Leuten und atme tief durch. Die Wut verfliegt langsam und der bass leitet zur Melodie des Songs meine Glieder. Die Gerüche die eben noch aufdringlich waren, schwächen ab und verschwinden. Bewegung durch die treibende Menge, die ebenfalls zu dem Bass tanzt. Meine Augenlider ruhen weiterhin auf den Wangen. Ich verlor an Realität.
Eine Minute so lang wie Stunden, tanze ich hier und genieße das unbekannt sein. Die Fremde zwischen den Menschen und sich selbst, nur nicht für ewig. Diese ungeheure wärme, die mich zurückholte. Aufdringlich und stark. Eine Hitze die begann Form anzunehmen. Zwei Hände schlängelten sich wie Akrobaten das Kleid entlang. Meine Hüfte hinauf. An meiner hüte vorbei wieder hinunter. Aufatmend parierte ich das Brennen an meinem Rücken, als er sich an mich schmiegte. Dick war er definitiv nicht. Gut gebaut, Muskeln tanzten ab und an meinen Körper entlang. Seine Hände hielten nicht inne. Blut pumpte sich in meine adern. Ein Feuer fing mich ein und brachte mich zum Brennen. "Ganz ruhig", flüsterte ich in den Bass hinein, der meine Worte verschlang. Ich war nicht hier um nachzudenken, sagte ich mir erneut. Schloss wieder mal die Augen und entspannte mich. Legte meine Hände über meinen Kopf, an seinen Nacken. Spürte die leichte Nässe seines Schweißes. Also hatte nicht nur ich mit diesem Feuer zu kämpfen. Die Musik wechselte, das Dröhnen des Basses hörte aber niemals auf. Es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, in der ich mich zu ihm umdrehte. Ich begann langsam sein Gesicht zu erkennen. Und doch blieb mein Blick erst an seinen hervorstehenden Schlüsselbeinen hängen. Ich konnte einfach nicht aufhören. Seine gut gebräunte Haut anzustarren, in der sich jede einzelne Linie elegant und gepflegt abzeichnet. Gewagtes weiße T-Shirt mit v ausschnitt. Die perfekte Wahl, um zu zeigen, was man besitzt, aber nicht übertreibt. "Guten Abend" haucht er mir tief und kratzig entgegen. Sein Atem streift mein Ohr. Eine grässlich aufdringliche Gänsehaut nimmt meinen Körper ein, ehe seine Worte überhaupt in meinen Kopf Platz einnehmen und ankommen. "Guten Abend" Bringe ich zaghaft exakt das selbe heraus wie er es mir entgegen brachte. Nun wurde ich wieder von diesem einnehmenden blick gefesselt, von dem ich mich erstmal so defuß wie ich bin, nicht mehr lösen werde. Sein Grinsen schien breiter, seine Augen nahmen an Glanz zu und ich bemerke wieder dieses Brennen. Es war also nie weg. Langsam legte er seine Hände wieder enger um meine Hüfte. Breite, starke Hände, die mich nicht aufhören wollen zu erforschen.
Dieses Feuer in mir, dieses Brennen auf meiner Haut wurde so stark, als hätte es schon immer darauf gewartet, entfacht zu werden. "Lass uns ein Spiel spielen", das waren die Worte, die meine Schutzmauer durchbrachen. Alles, was ich je geglaubt habe, mit diesen naiven Mädchen. Die, die sich einfach um den Finger wickeln lassen. Ich war also auch eine davon? Kann das wirklich stimmen.
Parierend auf die Frage schluckte ich erstmal meine Spucke herunter und merkte wie trocken meine Kehle ist, es schmerzte. "Ein Spiel?", kam dann meine Neugierde wie von selbst und trotz allem hört man meine Unsicherheit heraus. Ist es gut, sich darauf einzulassen, oder schlecht es nicht zu tun? Irgendetwas tief in mir drinnen sagt, ich solle von diesem Mann abstand halten. Doch es geht nicht, es ist als ob meine Neugierde mein Körper wäre.
Plötzlich und mit einem Ruck ohne Vorwarnung zerrt er mich zu Seite, vor lauter Schreck verschluckte ich mich. wackelig versuche ich nicht hinzufallen und komme schräg hinter dem großen Mann zum stehen. Schon war sein Shirt nass. Er hatte mich "gerettet". Ohne einen Ton sah ich zwischen beiden Männern hin und her, meine Augen waren vor Schreck noch etwas geweitet und luftringend den Husten versuchend zu stillen, frage ich mich warum er mich nicht stehen ließ. Dieser seltsam schmale Typ, der uns angerempelt hatte, war Leichen blass, die Schuld stand ihm breit auf die Stirn geschrieben. Gerade so, dass keiner hinter ihm mit einem Schild stand und damit rumfuchtelte. „Ja ich war das, genau ich und niemand anderes" würde darauf stehen.
Während ich zu glauben begann, dass dieser Stock gleich umfiel, brachte ich es zu auch meinen Blick nun für längere Zeit auf den zu richten mit dem nassen Shirt. Welches ohne ihn mein Kleid gewesen wäre. Und wie ich nun für den schmalen Beete, dass er keinen Schlag kassiert. Doch nichts passiert. "Ähm, also hör mal..", als ich gerade das Wort ergreifen wollte, schreitet er dann doch ein, "schon gut, pass das nächste Mal besser auf. Und jetzt verzieh dich!"
Ein riesiges hä stand wohl jetzt gerade auf meinem Gesicht, da war ich nicht alleine. Auch der tollpatschige Lauch konnte den Worten keinen Glauben schenken. Ich habe keinen blassen Schimmer, wie er so ruhig bleiben konnte. Meiner Meinung nach wäre ich dem Lauch sowas von an die Kehle gegangen, der würde jetzt nicht mehr wissen, wer er ist. Langsam fasse ich mich wieder und lege meine Handfläche auf seine Schulter. Aber wenn er jetzt eine Schlägerei beginnt, würden wir wohl oder übel rausfliegen "Komm, lass uns den Fleck raus waschen gehen, ich versuche es so gut es geht rauszubekommen", zischend strich er meine Hand von sich hinunter, dabei meinte ich es nur gut. "Lass gut sein Kleine", er würdigte mich keines Blickes mehr und das obwohl an sich ist das Ganze nicht meine Schuld war. Hätte er mich einfach stehen gelassen wäre ich jetzt nass. Dann müsste er kein Drama daraus machen und mich so behandeln. Hätte er doch lieber diesem schmalen Typen eine rein gehauen. Wow, jetzt ist meine Nummer wegen sowas ruiniert. Dabei ist der Typ bestimmt göttlich im Bett.
"Ich sollte gehen", warf ich ihm gepresst vor die Füße wie ein Knochen einem Hund und begann mich durch die Menschen Menge zu schleußen. Wieder und wieder wurde ich mal angerempelt und etwas eingequetscht, aber das ist gerade egal. Ich brauche dringend frische Luft um das Ganze zu verdauen. Es fing langsam an, mir die Luft abzuschnüren, die nassen Menschen, der dröhnende Bass. Der ganze Alkohol, der klebende Boden, all das drückte auf mich ein. Meine Gedanken kamen wieder zurück und schwirrten laut umher, ließen keine ruhige Stelle übrig. Es war, als würde ich jeden Moment explodieren.
Verschwommen und nass erreiche ich die Türe nach draußen, drücke sie mit letzter Kraft auf und ein starker kühler Windstoß begrüßte mich. Es war so, als würde ich nach draußen fliegen. Meine Haare wehten nach hinten, räumten meine Schultern frei und kühlte in einem Mal meinen ganzen Körper ab. Mich stieß es auf, ich hielt mir die Hand vor den Mund. Der Alkohol erhielt ungebremst auf meinem kompletten Körper zugriff und ließ mich taumeln. Meine Beine konnten mich nicht mehr halten. Ich knickte um und mir wurde schwarz vor Augen.
Ich wachte durch eine drückende Hitze auf, keine Hitze, weil die Sonne auf mich herunterbrannte, nein. Ganz im Gegenteil, als ich leicht meine Augen öffnete, war es stockdunkel. Auf mir lag eine Decke, ich dachte ehrlich meine Beine brennen so warm war es darunter. Ich stieß sie stöhnend weg und wälzte mich herum dabei knallte ich gegen etwas hartes. Dieses etwas begann zu meinem Glück das murren. Kratzig und rau stöhnte er auf, erhob sich unter der roten Decke.
Super gemacht!
Das etwas setzte sich auf und sah zu mir. „Bist du wach?", knurrt er mir entgegen. Mit seiner kratzigen Morgenstimme. Satan war diese anziehend.
"W...was? Wo bin ich?". Und genau in diesem Moment, spürte ich, wie ein raues seil, an meinen Handgelenken zwickt.
