Kapitel 2
Endlich habe ich wieder den Freitag erreicht, denkt Bridget und atmet erleichtert und zufrieden aus. Die zerstreuten Papier Blätter auf ihrem Tisch, klopft sie auf dessen gerade zu einem Stapel. Müde legt sie diesen dann zwischen die Seiten ihren Praktik Buches. So steht sie von ihrem Platz im Klassenzimmer auf und Richtung Ausgang. Der letzte Gong zur Entlassung in das Wochenende, war bereits ertönt. Seit ungefähr zwei Monaten bin ich nun auf der Akademie schon zu Hause. Mit genügend Zeit und Geduld, kenne ich mich nun langsam aber sicher aus, ohne mich zu verlaufen. Meine Mitstipendiaten sind teilweise ganz ok und dennoch denken sie dinge über mein Wesen, die beweisen, dass die Menschen um mich herum, urteilen. Sie lesen meinen einband, sehen sich alles an und meinen sie wissen wer ich bin. Mit Brille auf der Nase und schlichter Kleidung bin ich der Nerd. Doch nur weil ich so aussehe, muss das nicht gleich auch so sein. Ein klein wenig haben sie recht, etwas Wahrheit steckt immer in solchen Worten. Dabei achte ich natürlich auf meine Noten. Ein Mensch der seine Zukunft wegwirft, für etwas, das so keine besitzen wird und nicht existieren kann. Da bedenke man doch vorher, ein Stipendium bekommt man nicht alle Tage geschenkt.
Meine schwarzen Langen Haare wippen mit meinem Gang mit. Auf den Weg, Richtung meines Spintes, genieße ich das aufkommende Gefühl von Vorfreude auf den heutigen Abend. In der Mittagspause an der Theke der Mensa, hat mich heute mein guter Freund Sanchez Diaz überrascht. Er erzählte mir es gäbe in der Stadt einen neuen, aber gut besuchten Nacht Club. Für mich eine hervorragende Chance Pause von allem zu machen.
An meinem Spint angekommen, lege ich meine Schulischen Materialien, in diesen hinein. Mit einer zu schwungvollen Geste schließt Bridget ihn dann wieder, dessen knallen halte durch die Gänge der Akademie hindurch. Eine ihrer Mitstudenten sehe erschrocken zu ihr, doch das merkte sie gar nicht. Und wie schon zuvor erwähnt, Menschen beurteilen nur über das äußere der Mit Menschen. Zu behaupten, ich wäre nicht so eine wie andere, ist falsch. Doch ich mache es reiner und ehrlicher weise nur für mich. Anders schaffe ich es nicht für längere Zeit meinen Kopf zu entleeren. man könnte es mit Dämonen vergleichen. Sie wohnen in meinen Gedanken. An ganz intensiven Tagen, ist es so als würden 1000 Menschen gleichzeitig auf mich einreden. Wann oder wieso das angefangen hat, kann ich mir nicht erläutern. Verständlicher weise da ich mich immerhin an kaum etwas aus meiner Vergangenheit erinnere. Als ob jemand die Lösch taste meines Bewusstseins verwaltet. Und dennoch mit bewusster Schuld versuche ich mir selbst beizubringen, dass ich durchhalten muss, dass die Zeiten für mich nicht leichter werden. Aus diesem simplen Grund schenke ich mir selbst die Wochenenden ohne regeln an mich selbst. gegenüber meinem ich treu bleibend. Ohne dieses Verfahren kommt die Angst hervor, irgendwann nicht mehr man selbst zu sein. Meine Füße tragen mich im ersten Stock, durch den Verbindungstrakt des angrenzenden Wohnheimes. Kurz halte ich an und sehe mein Spiegelbild in der Glas front.
Was meinen Stil angeht, bewusst gewollt nicht auffallend erreichte ich das Gegenteil. Schon von Anfang an auch ohne die Worte anderer, hätte ich mich schlau machen können, was aktuell in Mode ist. Dabei geht es aber mir persönlich um Bequemlichkeit. Praktischem handhaben und einfachheitshalber meiner Unentschlossenheit zu farbigen Dingen. Farben selbst an sich sind nicht die Faktoren die mich stören, es ist eher die Faulheit, ein Outfit zusammen zu stellen. Tag für Tag, zeit verschwenden, die man nie wieder zurück bekommt. Da nehme ich mir also gleich vorab die Arbeit, in dem ich gleich etwas kaufe, das zu allem passt.
Jetzt machen sich also auch hier schon etliche Menschen Gedanken über mich, von denen ich nicht mal die hälfte kenne oder gar wahrgenommen hab. Einige von ihnen durften beiwohnen in spärlichen Szenen meines Lebens. Wie zu beginn meines ersten Tages hier.
"stell dich doch deinen zukünftigen Mitschülern kurz vor" Eine schmale, dennoch große und angenehme Lehrerin. Es ist ihre Aufgabe und so will ich nicht dagegen reden. Immerhin gilt meine Hoffnung einem guten neuen Anfang zu wagen. "Mein Name ist Bridget Hales. Ich habe einige Zeit bei meiner Tante in Guilford verbracht, ehe ich hier nach Margate an diese Akademie kam. Dieses Jahr bin ich 20 geworden. Freut mich euch kennen zu lernen, ihr könnt mich jederzeit ansprechen". Durch ein paar knappe Sätze haben sie sich ihre Meinung gebildet und für sich ihren Entschluss gefasst. Ziemlich unangenehme Tatsachen wenn man es realisiert hat, wie verkorkst die Welt eigentlich in Wahrheit ist.
Nun denn, jetzt habe ich mein Zimmer im Wohnheim der Akademie erreicht. Die kalte Türklinke schmiegt sich in meine Handfläche hinein um kurz danach heruntergedrückt zu werden. Knarzend geht die schmale, nicht sehr Geräusch dichte Türe langsam auf. Hinter dieser erstrecken sich meine winzigen Quadrat Meter in denen ich Lebe. Hinter mir fällt diese in die angeln zurück und ich sehe auf die Uhr. Mein mittlerweile sehr enger Freund Sanchez, stattliche 25 Jahre, kannte mich zu gut. Schrieb oder erreichte mich persönlich, um mir die unterschiedlichsten Angebote für die Wochenenden zu unterbreiten. den ich bin jedes einzelne mal direkt dabei. Dafür wird es auch in Zukunft nicht viel Überredungskunst brauchen. Einfach zu Hand haben, das war seine Beschreibung wenn man ihn nach einer für mich fragen würde.
Meine Sneaker schiebe ich mir von meinen Füßen und trete sie zur weißen Wand in meinem schmalen Eingang. Danach tapse ich in Socken, in Richtung des Badezimmers. Da legte Bridget zu aller erst ihre Lese Brille , die sie den Halben Tag schon getragen hatte, klirrend auf dem Rand des Waschbeckens ab. Nachdem das Geräusch abgeklungen ist, kehrte wieder die stille in dem Raum ein. Ihr Blick fiel direkt vor ihr in den Spiegel. Zaghaft biss sich Bridget auf ihre rosige Unterlippe. Sie lief weiß unter den Druck der Zähne an. Tief einmal durchatmen, ehe sie wieder zurück auf das Becken sah und den Wasserhahn betätigt. Ihre Hände glitten unter den Strahl der durchsichtigen Flüssigkeit. Nach einer weile bildet sie dann eine Kuhle und sammelte Wasser darin. Mit dem Gesicht herunter gebeugt, dem Wasser entgegen, prallte dieses in ihre Hände. Direkt auf ihre haut. Wild prallten die Perlen der klaren Flüssigkeit auf meine Haut. Verteilten sich... als ich danach wieder nach oben mit direktem Blick in den Spiegel sah. Wanderten meine Augen im Gesicht umher, als würden sie etwas suchen. Die Wassertropfen rannen einzeln über meine bleiche Haut. Bin das wirklich ich? Tropfen für Tropfen sammelte sich an meiner Kinnspitze, um vereint zurück in das Waschbecken zu tropfen. Wie das Leben selbst. Erinnerung für Erinnerung sammelt sich um als ein ganzes gelebtes Leben zurück zu fallen, wo es herkam, um erneut für das nächste Leben gestaltet zu werden.
Heute Abend werde ich es wieder tun. Mich allem und auch jedem hingeben. Ohne Regeln, den Menschen begegnen, die mich verurteilen, beurteilen oder verstoßen. Ich weiß, dass es falsch ist, sex ohne Grund zu haben, Alkohol bis zur Bewusstlosigkeit zu trinken und alles loszulassen, was einen hält. Jedes dieser Dinge kann auf gewisse Weisen schief gehen, sogar mein Leben kosten. Doch weshalb bekommt mein ein Leben geschenkt, wenn man es nicht mal riskieren sollte. Eine andere Lösung fand ich bisher nicht. Drogen waren bereits ein Thema, was sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Ich beötige doch nur etwas, um diese Dämonen in mir aus blenden lässt, die stimmen, die schreie, meine träume von diesem seltsamen Mann. All das sollte aufhören und nur ein paar stunden ruhe bedeuten. Mein Kopf brummt, mal kommen mehr Erinnerungen mal weniger. Doch alle samt sind so unterschiedlich und bringen immer andere Emotionen mit sich. Das ich langsam nicht mehr unterscheiden kann, was an ihnen der Wahrheit entspricht und was nicht. Ganz schlimm wird es meistens, sobald ich alleine bin. Szenen blenden sich ein. Durch meine Augen sehe ich, wie ich herum gezerrt werde. Ich erkenne viel Blut und das Gesicht meiner Mutter. Meistens erscheint sie mir bei diesen Erinnerungen als erstes. Ihre Stimme dringt in meine Ohr, doch ich verstehe ihre Worte nicht, die sie an mich richtet. Tränen füllen meine Augen und das kalte Gefühl zurück, als halte ich einen schon längst ausgekühlten Arm fest. Egal ob ich meine Augen geöffnet oder geschlossen halte, die Dämonen machen dabei keinen unterschied darin, wann sie mich heimsuchen. Darum verschließe ich meine Lieder sanft und Kontentriere mich darauf die Bilder wieder zu verdrängen. Sie ist tot. Meine Mutter starb genauso wie mein Vater vor 12 Jahren, am 10 April.
Mein blick fiel kurze zeit später, auf meine dunkle Brille, spürend wie ich den Gedanken ganz langsam Einhalt gebiete. Meine Hände zittern vor Anstrengung und legen sich um das kalte Waschbecken. Die Brille würde ich heute Nacht nicht brauchen. Also lasse ich sie für morgen in der Früh liegen. Außer Acht gelassen lag nun meine Brille dort, eine für mich dezent andere Persönlichkeit, an der ich versuche so oft, wie möglich vorbei zu gehen. Sie nicht zu beachten. So umfasste ich das Handtuch und zog es von der Metall Stange herunter. Breitet es auf beiden Handflächen aus um besser mein Gesicht hinein tauchen zu können. Ich tupfte alles ab und ließ es auf dem Gesicht. In dem Moment als das Handtuch mein Gesicht ein hüllt, hören meine Tränen nicht mehr auf. Tief in mir liegt eine schwere und belastende Traurigkeit. Aus dieser scheint kein weg heraus zu führen. In meinem Hals begann sich ein dicker Kloß zu bilden. Es schmerzte stechend.
Meine Arme sinken herunter, das Handtuch auf ihnen mit. Mein Gesicht bekam einen kühlen Luftzug ab, ehe ich meine trostlose Hülle wieder vor mir sehe. Der Spiegel gab nur meine äußere Gestalt wieder. Was auch immer ich darin erblickte, fühlte sich nicht so an, wie ich selbst. Als ob man jemand anderen durch eine Art film beobachtet. „Was genau bist du", flüstere ich leise dem Spiegel entgegen und lege meine Hände an den Rand des Waschbeckens. Das Handtuch liegt zerknüllt und verrutscht unter meinen Handballen. Ich schüttle den Kopf.
"Heute Abend werde ich dich wieder vergessen" Diese Worte sind scharf und gezielt an ihr Unterbewusstsein gerichtet. Sie hat es satt ständig von ein und dem selben Mann ohne Gesicht zu träumen. Wie er sie mit Bruchstücken ihrer Vergangenheit Quält. Bridget versucht sich ein lächeln aufzuzwingen, doch es erreicht nur ihre Lippen. In ihren Augen kommt es nicht an. Trübselig stellt sie sich wieder gerade hin. Hängt das helle Handtuch zurück auf die Metall Stange, die das klirren anfängt. Langsam davon genervt, wird sie grober, da der Stoff rand immer wieder hängen bleibt. So lässt es sie dan auch bleiben. Das Handtuch rutscht an der Stange herunter und landet dumpf auf dem Boden. „Das gibt's doch nicht", fluche ich und belasse es dabei. Noch einmal hänge ist es jetzt nicht wieder auf.
Gerade als ich schon aus dem Badezimmer rausgegangen bin, fällt mir ärgerlicherweise ein, das ich mich noch schminken wollte. Dazu müsste man allerdings mit dem alten Badezimmerschrank kämpfen. Der mir jetzt dafür aber nicht die mühe wert ist. Die Akademie ist der Meinung, das wenn Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Schublade meines Bad Schrankes klemmt, müsse man sich selber helfen.
Umgedreht mit dem Blick auf einen alten kleinen Badschrank. Denn im späterem Leben haben wir auch keinen Hausmeister, der alles macht. Dabei sollte man meinen, bei dem Geld was man hier für die schule blecht. Bekomme man hochwertigere Dinge in seinem Zimmer. Oder zumindest einen Schrank der normal und einfach aufgeht. Nicht mal zur Einrichtung passt er.
Doch die wichtigste Frage ist nur, die ich mir oft genug selbst stelle, kommen diese Leute den auch klar ohne Hausmeister, wenn etwas kaputt geht? Ich meine, sie lassen sich doch auch helfen, wenn etwas nicht stimmt. Die Tatsache, dass Menschen sowas machen, ist doch nicht verwerflich. Oder das Prinzip von Schulen. Es braucht immer die eine Person die es schon ausführen kann, um der anderen Person zu zeigen wie es geht. Das ist der Kreislauf des Lebens. Alles außer Acht gelassen geht es jetzt um meinen Köper. Gänzlich ohne Lust mich zu bewegen, trotte ich auf den langen, breiten Schrank, schräg gegenüber meines Bettes zu. Mit meinem rechten Fuß, schiebe ich kurz stöhnend die Türe auf. Vor mir weitet sich das pure Chaos von Klamotten aus. Alles liegt wüst und unsortiert herum, wo es eben gerade platz hat. Bridgets Fähigkeiten sind jedoch unmenschlich, den ihr blick erfasst nach kurzem ratlosen umher starren, das kurze schwarze, nachdem sie suchte. „Ah", ertöne ich zufrieden und ziehe den schwarzen Fusel unter den anderen Sachen hervor. Mit meinem linken Fuß schiebe ich die Türe wieder zu und vor mir breitet sich der Spiegel aus. Ich halte das Kleid an mich und mustere alles genau. Irgendwas scheint zu fehlen, ich bin noch nicht zufrieden. Ich schlüpfe schnell und stolpernd aus meinen Sachen um mich hinein zu pressen. Langsam um die eigene Achse drehend mustere ich meinen freien Rücken. Meine blasse Haut, die in diesem dunklem Ton eine neue Aura annimmt. Mein kleines dezentes Tattoo unter meinem Nacken. Meine Hand legt sich darauf. Lasse sachte wie ein Windhauch meine Fingerkuppen darüberstreichen. "Ich werde dich ihm nicht überlassen Bridget" Das ist einer der brüchigen Sätze aus den Erinnerungen meiner Träume die der gesichtslose Mann in mir erklingen lässt. "Alles ok?", kam San seine Stimme hinter mir zum Vorschein. Im Spiegel erkannte ich seine Figur. "Ja, es ist alles in Ordnung. Ich war nur in Gedanken", ein leises unbemerktes Grinsen schlich sich für den kleinen Moment auf mein Gesicht. Ganz vergessen, dass ich gar nicht abgesperrt hatte. "Zieh deine Schuhe an. Wenn du schon nicht kurz auf dein Handy schauen kannst, möchte ich wenigstens nicht ganz so spät bei der Party eintreffen, ja?" Ein nicken, ich höre selbst meine Haare leise rascheln und lasse meinen Nacken los. Den Gedanken abschüttelnd das irgendwas fehlt und tapse barfuß zu meinem Schuh Schrank. Fix öffne ich diesen und hole unter einer kleinen Decke meine Schuhe hervor. Natürlich hohe Schuhe, soll doch nicht jeder gleich bemerken, was ich eigentlich für ein Zwerg bin. 1.57 groß zu sein ist nichts, worauf man stolz sein könnte. Über meine Gedanken lachend schließe ich in einem Ruck die Türen wieder und platziere meinen Hintern auf meinem Bett. Meinen ungeduldigen Freund anblickend ziehe ich die Schuhe an und atme frustrierend auf, als ich es endlich geschafft habe. "Wurde langsam Zeit Bigfoot."
"Wie kommst du eigentlich jedes Mal auf Bigfoot", amüsiert schüttele ich den Kopf und stehe auf. "Du weißt das hetzten bei mir nichts bringt". So sehe ich auf meine Füße herunter. Ich gefalle mir und genau, das ist es, was für mich am meisten zählt. Denn wie könnte ich mit irgendwas abschließen, wenn ich mit mir selbst nicht mal zufrieden bin. Fehler zählen da nicht dazu. Nur um das zu betonen, da meine Fehler stehts zu mir gehören werden.
