Bibliothek
Deutsch
Kapitel
Einstellungen

Kapitel 5

Die neue Aushilfe von Katy? Er scheint sie gut zu kennen.

"E..ehm ja. Ich heiße Bridget" murmle ich verlegen.

"Nett, ich bin Liánt", er lächelt und mustert mich erneut, "ich hätte gerne einen Kaffee von Katy, sie weiß Bescheid. Und einen schoko-Kirsch-Kuchen."

Sein leichtes Grübchen ist zu erkennen. Ich nickte unsicher und langsam. Der Block für die Bestellungen sinkt in die passende Tasche der schürze worauf auch der Kugelschreiber folgt. Die Bestellung kann ich mir ja wohl merken. Und was ist mit dem Espresso der Dame draußen? Mischt sich Bridgets innere Stimme ein. Das sei aber gekonnt ignoriert. "Kommt sofort." Und schon lief ich zurück zu Katy hinter den Tresen. Ich versuchte nicht allzu schnell zu gehen, es soll nicht gleich aussehen als würde ich vor ihm flüchten. Gott ich fasse das alles nicht. Das kann unmöglich echt sein. Ein dummer Zufall? Ein streich? Nein, ein Streich wird es auch nicht sein, niemand kann kontrollieren oder wissen was ich träume. Ich bin ratlos. Ich kann niemals von einem real existierenden Mann geträumt haben. Besonders aus dem Grund da ich ihn doch nie vorhergesehen habe, der geschweige denn überhaupt kenne?

Gefühlte stunden stand ich an der Theke und war versunken in Gedanken, mir ließ dieser Zufall noch immer keine Ruhe. Es kann nicht Zufall sein das ich von einem Fremden Mann Träume, den es dann auch in der realen Welt gibt. das ist viel zu auffällig, habe ich ihn sicher nicht schon einmal irgendwo getroffen. Seis in einer Bar oder in einem Club oder sogar im Zug wer weiß? Katy schnippte vor meinem Gesicht herum nach einer Weile und ich schreckte auf.

"Hey du Träumerin", sie kichert.

"Lass die Finger von Liànt, er ist vergeben. Wir wissen alle er ist ein Hingucker und sehr charmant. Allerdings hat ihm eine andere sein Herz gestohlen, den nicht mal im Traum entsprach es meiner Macht ihm das Herz zu stehlen." Vergeben? Oh Gott und ich starre ihn auch noch so an. Kann es den nicht noch peinlicher werden? "Ich denke mal, er möchte wie immer einen Spezial Kaffee und irgendeinen Kuchen oder?" "Wie immer?" Frage ich leiser.

"Klar er ist hier Stammkunde. Seine Arbeit ist direkt um die Ecke."

"Ach so!", ein nicken als Zeichen, dass ich zuhöre. "Er wollte einen Kirsch-Schoko-Kuchen."

Nachdem Bridget ihr die Bestellung gesagt hatte machte sie sich auf alles vorzubereiten, Bridget schaute dabei durch den Laden. Spielte an ihren Haaren, ganz unauffällig.

Ich wollte doch alles vergessen. Und jetzt treffe ich auch noch ausgerechnet den Kerl aus meinen Träumen, hier in meiner neuen Arbeit. Am ersten Tag. Unglaublich, ich fasse es einfach nicht. Das kann doch nur ein schlechter Film sein. Ich seufze und diesmal tippt mich meine Chefin an. Obwohl das schnippen mehr effektiver war. Ich sehe sie an und lächle.

Sie reicht mir das Tablett: "sei bitte nett zu ihm, er kann auch mal unhöflich werden. Das macht er aber unbewusst" Ich nicke und mache mich dann wieder auf den Weg zu Tisch 13. Von dort werde ich schon beobachtet, nicht gerade sehr unauffällig. Meine Wange färben sich rötlich und ich kann seinem Blick nicht ausweichen.

Vor dem Tisch angekommen halten meine Beine wie von selbst an, beuge mich leicht runter und stelle ihm alles zurecht. Stelle mich wieder aufrecht hin und presse das leere Tablett an meinen Körper. "Setzt dich doch etwas zu mir", meint dieser dann mit kräftiger Stimme, hilfesuchend sehe ich mich nach Katys grünen Augen um. Sie nickt mir nur zu und lächelt. Ich hätte echt gehofft sie ruft mich zu sich.

"Also was ist jetzt?", fragt er mich und sieht abwartend zu mir hoch.

"In Ordnung. Aber nur solange ich Katy nicht helfen muss", schief fange ich an zu lächeln. Ist irgendwie seltsam mit dem Kerl aus meinen Träumen zu reden. In den ich erstens verliebt war, zweitens mich wegen ihm umgebracht habe und drittens er im echten Leben vergeben ist. Frustriert stöhne ich auf. Was habe ich gedacht? Ich sehe ihn und wir springen und um den Hals, küssen uns und werden glücklich bis an das Ende unserer Tage? der wird auch meinen ich muss in Behandlung.

Liánt trinkt erstmal einen Schluck seines Kaffees und schaut belustigt zu mir. "Du musst nicht bei mir sitzen, wenn dich das so stört. Normalerweise ist meine Anwesenheit immer sehr gewünscht. Und da du mich die ganze Zeit angesehen hast dachte ich mir du hättest sicher Lust ein bisschen zu talken”

"Huh?", ich sehe zu ihm. Erst etwas verblüfft und dann hilfesuchend, verlegen. "Ich ähm... nein das ist es nicht", ich kann es ihm auch nicht einfach sagen.

Er würde mich auslachen und für verrückt halten. "Erzähl mir etwas von dir kleine"

"Ähm es wäre einfacher, wenn du? Mich einfach etwas fragst", darf ich ihn überhaupt duzen?

Er lacht. Das ist alles wirklich komisch was er hier macht. "Warum wolltest du diesen Job hier?"

Ich verschränkte meine Finger miteinander über dem Tablet das weiterhin an meine Brust gepresst bleibt. Wieso fragt er das, weiß er etwas über mich? Oder will er es wirklich nur einfach so wissen? "Ich... ich wollte ihn weil...", in meinem Hals bildet sich ein dicker Kloss, es brennt und sträubt sich dagegen das ich weiterspreche. Ich sehe in sein Gesicht, mustere es. Seine rosafarbenen Lippen, seine reine haut, diese gerade Nase. Mein Vater war ganz ähnlich wie er. Strahlte aber neben dieser Männlichkeit auch Aggression aus.

"Es tut mir leid" ich stehe auf. Nehme das Tablet fest in meine Hand und gehe. Entferne mich von Tisch 13, sehe nicht zurück. Ich kann es ihm nicht sagen weshalb ich diesen Job angenommen habe. Es geht ihn auch nichts an, niemanden außer meinen Bruder. Ich hoffe ich kann bald gehen. Ich halte das nicht länger aus für heute. Ich hoffe dieser Job war keine dumme Idee. Aber wenn Katy recht hat, werde ich ihn wohl ab jetzt jeden Tag begegnen. Und weil das nicht genug ist musste dieses Gespräch auch noch so peinlich enden. Niemand gönnt mir wohl einfach ein ganz normales Leben.

Laden Sie die App herunter, um die Belohnung zu erhalten
Scannen Sie den QR-Code, um die Hinovel-App herunterzuladen.