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Im Flugzeug

Sie merkte wohl, das ich unsere Hände anschaute und nahm ihre Hand schnell weg. Wir haben das Ende der Rolltreppe erreicht und sie ging mit schnellen Schritten nach rechts.

„Jetzt warten sie doch mal, kein Grund gleich zu rennen“. Ich war wirklich angepisst, was sollte es denn ständig mit ihrer blöden Laune.

„Entschuldigung“, das meint sie glaube ich nicht so ganz ernst, denn sie wurde keinen Schritt langsamer.

J: Boah wenn wir nicht gleich bei euch sind, dann explodiere ich noch. Mittlerweile rennt sie fast vor mir weg und ich weiß nicht, was ich hr jemals getan hab.

M: Oh mhm, ich wollte eigentlich auch auf dich warten, aber sie meint, dass ich auch schon mit vor gehen soll.

J: Denkst du die hat was gegen mich?

Meine Wut Schwung in Traurigkeit über. Ich hasste es wenn mich jemand schlecht behandelt und ich nicht weiß wieso, vor allem bei ihr.

M: sie hat doch nichts gegen dich, schließlich wollte sie ja scheinbar mit dir alleine sein. Aber warum sie sich so komisch dir gegenüber verhält weiß ich auch nicht.

Mittlerweile war sie schon gute 10m vor mir. Ich hatte aber auch nicht das Bedürfnis sie einzuholen schließlich störte sie ja eh irgendwas an mir, und genug Mut, um sie darauf anzusprechen hatte ich nicht.

Ich sah endlich die anderen und Marie die auf mich zu kam.

„Wir dachten grade schon, dass sie dich irgendwo eingesperrt hat oder so, weil du nicht direkt mit ihr kamst“

„Sorry Leute, war wohl nicht so schnell wie sie“.

Ich war froh, meine Freunde wieder zu sehen und vergaß die schlechte Laune, die ich bis eben noch hatte, ich konnte und durfte mich nicht von der Laune meiner Lehrerin beeinflussen lassen.

„So hier sind eure Flugtickets. Bewahrt sie gut auf. Wir wissen, dass ihr nicht alle nebeneinander setzten könnt, aber das haben wir beim Kauf ja bereits besprochen.“ Frau kraft teilte die Flugtickets aus und lächelte jeden an und machte kurz Smalltalk. Frau Haas sah ich ein wenig abseits der Gruppe telefonieren. Sie wirkte irgendwie aufgebracht und Gestikulierte wild in der Gegend rum.

„Na, du hast es also auch noch durch die Sicherheitskontrolle geschafft“, sagte Frau Kraft mit einem lächeln im Gesicht.

„Ja, irgendwie werde ich da immer nochmal angehalten, aber sie finden nie was“.

„Ja das will ich auch hoffen, nicht, dass wir dich hier zurück lassen müssen.“

„Soweit wird es nicht kommen.“

Marie, Lea, Jana und ch vergleichen unsere Tickets, mussten aber leider feststellen, dass wir alle woanders saßen. Außer Marie, sie saß in der Reihe vor mir, was mich beruhigte, weil wir dann wenigstens ein bisschen miteinander sprechen konnten. Vielleicht würde eine Person ja auch tauschen und wir könnten doch noch nebeneinander sitzen.

Der Gate öffnete sich und das Boarding begann. Wir warteten in der langen Schlage und bestiegen dann das Flugzeug, es war relativ klein, aber wird schon gehen. Marie und ich gingen weiter, bis wir unsere Sitzplätze gefunden haben. Jana saß weiter vorne und Lea musste wohl noch weiter nach hinten. Ich bin mal gespannt, wer neben mir sitzt, ich hoffe es ist einer aus unserem Kurs und nicht einer der vielen Fremden, die mit uns in der Schlage standen. Ich war froh, dass ich wenigstens am Fenster saß, dann hatte ich während dem Flug was zutun. Unsere Lehrerinnen waren noch dabei einzelnen Schülern was zu helfen oder ein paar Fragen zu beantworten. Ich hörte durch die Sprechanlage, dass nun alle Passagiere an Board sind und es los gehen kann. Ich hatte wohl Glück und der Platz neben mir blieb frei. Neben Marie saß ein Mann, circa Mitte 30. Sie war nicht schüchtern und begann direkt ein Gespräch mit ihm. Ich schob mir meine Kopfhörer in die Ohren und schaute aus dem Fenster. Ich bin schon öfter geflogen, die Sicherheitsbelehrungen kannte ich also schon gut.

„Das hier muss dann wohl mein Platz sein“, sagt Frau Haas, als sie grade noch ihr Handgepäck in den dafür vorgesehenen Kammern verstaute.

Na super, ich rührte mich nicht und sah ihr einfach dabei zu. Sie setzte sich in den Sitz neben mir und konzentrierte sich auf die Sicherheitshinweise.

„Willst du nicht auch zuhören oder glaubst du nicht an sowas wie Komplikationen?“

„Ich bin schon öfter geflogen, ich kenn das schon“

Ich drehte meinen Kopf wieder, um us dem Fenster zu schauen. Ich wusste nicht ganz, wie ich mich in ihrer Gegenwart verhalten sollte. Die schlechte Laune von ihrem Telefonat eben ist wohl verflogen.

„Ich bin erst ein oder zweimal Geflogen, ich hasse das Gefühl, das man beim Start und bei der Landung hat, eigentlich wollte ich auch nicht mehr fliegen in meinem Leben, aber naja, so eine coole Abifahrt lasse ich mir nicht entgehen“

Es gefiel mir, dass sie sich mir öffnete und das erzählte. Ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte und lächelte sie einfach nur an. Dabei schaute ich ihr in die Augen und dann kam dieses Gefühl wieder hoch, was ch immer noch versuche einzuordnen, aber es irgendwie nicht kann, weil ich es einfach nicht kenne. Sie erwiderte mein Lächeln und schaute wieder zu dem Mann mit den Sicherheitshinweise und ich widmete mich wieder dem Fenster. Wir fuhren auf die Startbahn und ich spürte wie Frau Haas mit ihrem Bein wackelte, sie scheint wohl nervös zu sein. Sie sollte das lassen, denn mich macht es auch nervös und ich mag es nicht wenn Leute so zappeln. Ich lege meine Hand kurz auf ihr Bein.

„Können sie das lassen, das macht mich echt nervös“.

„Oh ja tut mir leid, ich hab das gar nicht gemerkt.“

Ich nahm meinen Hand wieder weg. Diese bitzelte jetzt Banause wir meine Schulter, als sie diese im Bus angefasst hatte. Frau Haas sah etwas beschämt an mir vorbei aus dem Fenster raus. Das Flugzeug begann sich zu bewegen und wurde immer schneller. Ihr Bein begann wieder zu wackeln und sie atmete tief ein und chatte den Sitz vor sich an. Sie muss wohl echt Angst haben Ihre Hände hatte sich links und rechts von sich an den Sitz gepresst und sie war wie in einer starre. Ich legte meine Hand auf ihre und strich ein paar mal drüber. Dabei schaute ich aus dem Fenster und sah, wie das Flugzeug abhob und wir die Wolkenwand durchbrachen. Ich liebte das Gefühl im Gegensatz zu Frau Haas. Ich hatte gemerkt, dass sie neben mir lockerer wurde und sich wieder entspannte, als wir unsere Flughöhe erreichten. Ich nahm meine Hand weg und machte mich daran meine Kopfhörer wieder in die Ohren zu stecken.

„Dankeschön“, hörte ich sie wispern

„kein Ding.“

Ich muss wohl kurz eingenickt sein, denn wir mussten nur noch 1 Stunde fliegen.

„Hey, darf ch vielleicht bei dir mithören, mein Handyakku ist jetzt schon leer.“

„Ehm, ja gerne“, mir war es ein bisschen unangenehm, aber ich reichte ihr einen der Kopfhörer und konzentrierte mich auf die Wolken unter mir. Sie hatte diese schwarze Jogginghose an, die hatte ich auch zuhause. Und obendrauf hatte sie ein weißes Top an. Sie sah sehr sportlich und irgendwie heiß aus. Sie hatte mich wohl erwischt, wie ich sie musterte und grinste mich an. Mir war es unangenehm und ich spürte wie mir die Röte ins Gesicht schoss.

Ein Glück begann die Crew sich hinzusetzten und wir konnten endlich landen, ich würde es nicht mehr all zu lange schaffen so neben ihr zu sitzen.

Sie gab mir meinen Kopfhörer zurück ne ich packte alles in meine Hosentasche.

Das Flugzeug bewegte sich etwas hin und her und ich merkte, wie sie sich neben mir im Sitz wieder begann anzuspannen. Dieses mal war aber sie diejenige, die meine Hand nahm und mich dabei dankbar und ein bisschen erleichtert anschaute. An das Gefühl könnte ich mich langsam echt gewöhnen.

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