Die Bucht
In dem Moment kamen die anderen drei zurück und gaben uns unseren Cocktail. Marie musterte Frau Haas und guckt mich wissend und freudig an. Lea und Jana schien es gar nicht aufgefallen zu sein.
Wir quatschten noch und lachten über alles mögliche. Die Stimmung war sehr ausgelassen und alle waren ein bisschen betrunken. Keine Ahnung was die dir für Mischungen machen, aber sie waren auf jeden Fall hart.
Langsam werden wir alle ein bisschen müde, schließlich sind wir schon lange auf den Beinen. Wir gaben die Legestühle zurück und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft.
„Das müssen wir auf jeden Fall nochmal wiederholen, das war echt cool“, sagte Jana
„Also wenn ich euch nicht zu sehr zur Last falle, dann würde ich gerne wieder mitkommen“, kicherte Frau Haas. Sie war eindeutig etwas angetrunken.
„Es war cool mit ihnen, also sie sind herzlich eingeladen. Julia kann ihnen ja schreiben, wenn wir wieder runter wollen“, zwinkerte Marie mir zu.
Frau Haas hat das auf jeden Fall gesehen, aber es war mir grade wirklich egal, das am bestimmt am Alkohol, aber naja. Als wir unterwegs waren, gingen wir alle in einer Reihe und unsere Arme streiften sich. Frau Haas guckte mich an und lächelte.
„Ich warte auf deine Nachricht“, flüsterte sie so, dass es die anderen nicht hören konnten.
Ich nickte und grinste sie an.
Als wir oben ankamen war die Haupttür schon abgeschossen, es muss wohl ziemlich spät sein. Wir kicherten erst ein wenig, weil es natürlich genau uns passieren musste, aber dann schrieb Marie einem der Jungs, die ihr Zimmer auch im unteren Gang hatten. Sie öffneten das Fenster und wir kletterten hinein. Als ich drinnen war gab ich Frau Haas meine Hand, damit sie sich hochziehen konnte, dabei guckte ich ihr genau in die Augen. Es fühlt sich so unglaublich schon an sie zu berühren.
Wir huschten schnell über die Gänge bis zu unseren Zimmern und verabschiedeten und voneinander. Ich schloss die Zimmertür, als mir einfiel, dass sie ja noch meinen Pulli anhatte. Naja den werde ich schon wieder bekommen. Als wir uns bettfertig gemacht hatten, legt ich mich in mein Bett und schaltete mein Handy an, ich sah eine Nachricht.
RH: Hey, ich hab ganz vergessen dir deinen Pulli zurück zu geben, tut mir leid
J: Kein Problem, ist ja nicht das letzte mal, dass wir uns gesehen haben :P
RH: Ja auf keinen Fall, ich gebe ihn dir einfach wenn ich mal wieder den Ausblick aus eurem Fenster betrachten möchte
J: Das hört sich gut an
RH: Es war echt schön heute mit dir
RH: und natürlich auch mit den andern
J: Ja das fand ich auch, ich hoffen, dass es nicht das letzte mal sein wird
RH: Bestimmt nicht, gute Nacht Julia :)
J: Gute Nacht
Ich grinste wie blöd vor mich hin und konnte jetzt seelenruhig einschlafen. Es war einer der schönsten Abende in meinem Leben, also generell nicht nur wegen Frau Haas sondern einfach auch wegen meinen Freundinnen.
Als ich am nächsten Tag aufwachte, war ich immer noch von Glückshormonen beflügelt. Ich las mir unseren Chat nochmal durch und musste mir eingestehen, dass ich ohne Alkohol nicht wirklich sowas geschrieben hätte, so mutig war ich leider nicht.
Wir machte uns fertig uns gingen zum Frühstück. Auf dem Weg dort hin erzählte ich Marie noch von den Nachrichten. Sie war ganz aufgeregt und freute sich für mich.
Im Speisesaal angekommen, setzten wir uns mit unseren Tellern auf unsere Plätze von letztem mal. Ich konnte weder Frau Kraft noch Frau Haas irgendwo sehen. Als wir so gut wie fertig waren mit essen, kam Frau Kraft grade rein.
„Hey, hört mal bitte zu. Wir mussten noch ein paar Sachen klären wegen den Ausflügen. Aber heute steht ja erstmal der Strandtag an. Wir treffen uns in 2 Stunden beim Eingang und laufen zusammen zu einer kleinen Bucht, die Frau Haas heute morgen beim joggen entdeckt hat. Also nehmt euch alle Sachen mit die ihr braucht, wir werden vorm Abendessen nicht mehr her kommen. Denkt auch an anständige Schuhe, weil wir erst ein Stückchen laufen müssen.“
Stimmt Frau Haas hatte mir erzählt, dass sie immer morgens joggen ging, dann hatte sie wahrscheinlich schon ganz früh gefrühstückt. Schade. Aber ich war immer noch positiv gestimmt, denn ich würde sie ja dann den ganzen Tag im Bikini sehen.
Als alle aufgegessen hatten gingen wir auf unser Zimmer ruhten uns erst aus und dann packten wir unsere Rucksäcke für die Bucht. Ich zog mir meine Vans an, das muss wohl reichen.
Wir waren eine der letzten Gruppen die am Eingang ankam, aber zu spät waren wir nicht. Ich sah Frau Haas und lächelte Uhr zu. Sie lächelte zurück.
„Oke, wenn dann alle da sind, können wir los“, sagte Frau Haas.
Sie ging voraus und wir trotteten ihr hinterher. Allen fiel es ziemlich schwer, in dieser Hitze zu laufen, aber Frau Haas konnte man das nicht ansehen, sie ist wirklich fit. Meine Gruppe ging als letztes, hinter und war nur noch Frau Kraft. Wir redeten ab und zu mit ihr, sie ist wirklich entspannt. Sie empfahl uns ein paar Dinge in der Stadt und wir beschlossen diesen Abend, wenn wir nicht zu fertig waren, in die Stadt zu gehen.
Nach circa 40 Minuten hatten wir die Bucht erreicht. Es sah unglaublich aus, wie im Film. Meine Mitschüler verteilten sich und suchten sich Plätze, um das Handtuch auszubreiten. Wir entschieden uns für ein bisschen Schatten, denn den ganzen Tag in der Sonne würden wir nicht aushalten. Wir hatten Glück, denn es waren Palmen soweit das Auge reichte. Einige sprangen schon voller Elan ins Wasser, und andere wollten sich erstmal sonnen. Wir zogen uns aus und gingen auch ins kalte nass. Unsere Bikinis hatten wir uns schon drunter gezogen, damit wir nicht wie andere erstmal hinter eine Palme müssen, um uns umzuziehen. Es waren ganz leichte Wellen zu vermerken. Ich scannte vom Wasser aus den Strand, um Frau Haas zu finden. Ich sah sie mit Frau Kraft reden. Sie lagen gar nicht so weit von uns weg. Sie hatte einen schwarzen Bikini an und sah einfach bombe aus. Ich wollte jetzt nicht den ganzen Tag damit verbringen sie anzustarren, deswegen konzentrierte ich mich wieder auf meine Freunde.
Als wir uns grade wieder an Land begeben wollten, sah ich Frau Haas, die grade ins Wasser wollte, ich sah zu Marie, die das anscheinend auch wahrnahm. Man die Frau hatte echt einen leichten Sixpack, einfach eine mega gute Figur.
„Ich will noch nicht raus, Julia kannst du noch mit mir hier bleiben?“
Ich war Marie mal wieder so unglaublich dankbar.
„Ja klar“
Jana und Lea gingen zu unserem Platz und machten es sich auf unseren Handtüchern bequem.
„Hey ihr beiden, ist es euch nicht langsam genug, ihr seid schon sehr lange im Wasser?“
Frau Haas lächelte uns an. Ich schüttelte den Kopf. Naja wenn sie wüsste, dass ich eigentlich nur wegen ihr noch im Wasser bin…
„Naja jetzt wo sie es sagen, so langsam könnte ich mich auch mal entspannen und später nochmal rein. Meine Haut ist schon ganz schrumpelig. Julia ist es oke wenn ich schonmal gehe und du dann nach kommst?“
Das ist doch jetzt nicht ihr ernst. Also ja ich freute mich und war ihr dankbar, aber ich war sehr nervös, was sollte ich denn mit ihr reden. Marie war jemand, der von Natur aus immer redete, das war einfach entspannt, dann kommen keine komischen Stillen zustande. Ich nickte ihr zu und guckte ihr hinterher, wie sie langsam fort schwamm. Jetzt war ich also alleine mit ihr. Sie schaute grade nach den anderen aus meinem Kurs. Ich starrte sie glaube ich wieder an.
