Kapitel 6
"Sollen wir warten bis Jacob wach ist?", fragte der Vater dann vorsichtig weiter und stoppte zuvor sein Lachen.
"Nein, ich möchte ihn überraschen! Was backen wir überhaupt?", fragte der braunhaarige und sah sich etwas mit den Blicken im Raum um.
"Ich hatte mir gedacht wir machen einen Regenbogenkuchen!", sagte er und fing an so einiges zusammen zu stellen und zu legen.
"Machen wir auch alle Farben rein?!", fragte der kleine Junge mit leuchtenden Augen.
"Ja, aber die müssen wir dann selbst machen", lächelte ihm sein Vater zu und kurz darauf fing der Spaß auch schon an.
***
"Jacob?", fragte Tim verwundert in sein Zimmer rein, als er dort seinen kleinen Bruder nirgends sehen konnte.
"Tim?", fragte nun eine müde Stimme, weswegen sich der angesprochene erschreckte und schnell umdrehte. Er sah seinen kleinen Bruder, welcher völlig fertig aussah und knallrote, geschwollene Augen hatte.
"Hast du noch geweint?", fragte der achtjährige den jüngeren vorsichtig und hob langsam seine Hand an, welche er jedoch wieder sinken ließ, als er sah, wie der schwarzhaarige seinen Blick auf diese fixierte.
"Was ist das?", fragte er und zeigte grob auf die Hand, auf welche er so fixiert war. Tim sah sich nun auch selbst seine Hand an, an welcher noch etwas rote und grüne Farbe zu sehen war. Er konnte sich ein lächeln nicht verkneifen und sah Jacob freudig an.
"Das sag ich dir nicht, ist eine Überraschung für morgen!", sagte er, weswegen Jacob seinen Blick wieder auf das Gesicht seines Bruders fixierte und sich kurz darauf in den dunklen Augen des älteren verlor.
"Alles gut?", fragte dieser vorsichtig, woraufhin der kleine nur nickte.
"D-darf ich etwas machen?", fragte er dann kurz darauf stockend. Tim nickte langsam und kurz darauf hob Jacob eine seiner Hände an, welche er dann langsam auf Tims linke Wange legte und ganz leicht drückte. Kurz darauf ließ er sich unerwartet in die Arme des älteren fallen und lächelte breit. Vorsichtig legte Tim ebenfalls seine Arme um den geschwächten Körper seines Bruders und lächelte ebenfalls, nur viel schwächer als der kleine schwarzhaarige.
"Legen wir uns hin?", fragte der ältere der beiden flüsternd und bekam ein leichtes nickten des jüngeren. Kurz darauf lösten sie sich voneinander und legten sich in Tims Bett. Der braunhaarige deckte ihre beiden Körper mit der weichen Bettdecke zu und kurz darauf legte der kleinere einen Arm um seinen älteren Bruder. Er sah leicht lächelnd zu ihm auf, während der achtjährige kurz seine Augen zukniff und freudig das Gesicht seines kleinen Bruders betrachtete.
"Ich hab dich lieb!", murmelte der schwarzhaarige. Sein Bruder lächelte breit und legte nun auch einen Arm um ihn. Jacob schloss seine Augen, welche er jedoch kurz darauf schnell wieder öffnete, da sie extrem brannten.
"Geht es?", fragte der ältere besorgt, welcher sich diese paar Sekunden die er mit ansehen musste in seinen Gedanken einbrennen ließ. Jacob schüttelte geschwächt seinen Kopf und fing vor Schmerz wieder an zu weinen. Tim setzte sich auf und zog den jüngeren auf seinen Schoß.
"Ist okay Jay", flüsterte er und strich vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht seines gegenüber. "Ist okay", flüsterte er noch ein letztes mal, bevor er einen sanften Kuss auf die kleine Stirn des schwarzhaarigen drückte. Dieser versuchte dadurch leicht zu lächeln, um zu symbolisieren, dass es schon ginge, jedoch verzog er sein Gesicht wieder, was sich Tim weiterhin besorgt ansehen musste.
"Tun deine Augen öfters so weh?", fragte der ältere der beiden vorsichtig, woraufhin der sechsjährige leicht nickte.
"Komm mit", fügte Tim dann hinzu, schob seinen Bruder vorsichtig von seinem Schoß runter und nahm seine Hand.
"Was hat man denn sonst immer wo du herkommst dagegen gemacht?", fragte Tim nach, kurz nachdem sie aus dem Bett gestiegen waren.
"Mir wurden die Augen zugedrückt bis sie nicht mehr weh taten", klärte ihn der jüngere auf, weswegen der braunhaarige reflexartig stehen blieb und Jacob somit gegen ihn prallte.
"Was?!", fragte der ältere und drehte sich um.
Sie taten was mit ihm?
