Kapitel 7
"Was hat man denn sonst immer wo du herkommst dagegen gemacht?", fragte Tim nach, kurz nachdem sie aus dem Bett gestiegen waren.
"Mir wurden die Augen zugedrückt bis sie nicht mehr weh taten", klärte ihn der jüngere auf, weswegen der braunhaarige reflexartig stehen blieb und Jacob somit gegen ihn prallte.
"Was?!", fragte der ältere und drehte sich um.
Sie taten was mit ihm?
***
"Wieso?", fragte Tim Jacob weiter. Tim drehte sich zu Jacob um.
"E-es half", sagte der schwarzhaarige beschämt.
"Aber tat das drücken nicht weh?!", hakte Tim nach, woraufhin Jacob schuldig nickte.
"Hey...Jay, du bist nicht schuld daran, okay?", versuchte der braunhaarige dann auf den traurigen Jungen einzureden, was auch eigentlich gut klappte, da Jacob nickte, ihm aber dennoch eine einzelne Träne seine linke Wange runter rollte.
"Weine nicht, du hast genug schmerzen", flüsterte der ältere und tippte die kleine Träne an, welche er dann schwach lächelnd betrachtete.
"Guck mal, wie schön das glänzt!", lächelte der achtjährige, woraufhin Jacob sich seine Träne auf Tims Zeigefinger mit leuchtenden Augen ansah.
"Das ist schön!", schwärmte der kleine. "Ja, nicht wahr? Aber weißt du was noch viel schöner ist?", fragte Tim, woraufhin der schwarzhaarige ihn fragend ansah. "Ein lachender, kleiner Jacob!", lachte Tim los und fing an seinen jüngeren Bruder zu kitzeln. Dieser fing direkt an laut zu lachen und sich etwas zu krümmen, bis er irgendwann auf dem Boden lag und Tim auf ihm saß. Dieser dachte erst garnicht daran von seinem Bruder abzulassen und lachte selbst, da Jacobs Lachen einfach so angenehm für ihn klang und er diesen Moment einfach genoß.
"Was ist denn hier los?!", hörten die zwei Jungs irgendwann ihren Vater lachen, weswegen Tim sich etwas erschreckte und schnell von Jacob runter rollte, wodurch Jacob sich wieder beruhigen konnte.
"Jacob war so traurig, also habe ich angefangen ihn zu kitzeln", erzählte der ältere der beiden Jungs und sah freudig zu Jacob, welcher ihn erschöpft, dennoch ebenfalls freudig ansah.
"Schade, dass ihr beiden jetzt schon schlafen müsst", schmollte der Vater.
"Schläfst du hier Jacob?", fragte Tim seinen kleinen Bruder. Dieser wollte soeben antworten, da warf der Vater etwas ein : "Tut mir leid, aber Jacob muss lernen auch mal etwas alleine zu sein."
Verständnisvoll nickten die beiden Jungs, woraufhin ihnen aufgeholfen wurde und sie sich mit ihren Eltern Bettfertig machten, um dann alle schlafen zu gehen.
Mitten in der Nacht öffnete Jacob seine dunklen Augen und setzte sich ruckartig auf, da er Angst hatte weiterhin zu liegen.
"T-timmy?", flüsterte er ängstlich und sah sich gezwungenermaßen um.
"Jacob?", hörte er die Stimme seiner leiblichen Mutter.
"Timmy?", wiederholte er sich dennoch.
"Jacob mein Schatz, ich bin es, deine Mama", hörte er weiterhin die selbe Stimme. Er hörte auf sich um zu sehen und sah schlussendlich nach vorne, wo er dann seine echte Mutter in einer der Ecken sitzen sah.
"M-m-mama?", fragte er vorsichtig.
"Ja Jacob...komm zu mir", lächelte sie ihm zu.
"Ich kann nicht!", meinte dieser.
"Wieso nicht?", fragte sie und ihr Lächeln verging etwas.
"Ich habe Angst!", klärte er sie auf.
"Wovor?", hakte sie nach.
"Vor dir...d-du hast mich in den Schnee gelegt, mir war kalt!", sagte er.
"Das war ein mal. Komm her, ich bin jetzt warm zu dir und lasse dich nie wieder frieren!", versprach sie ihm. Langsam hob Jacob die Decke an, kletterte vorsichtig aus seinem Bett und ging auf seine Mutter zu.
"M-mama?", fragte er auf dem Weg zu ihr.
"Ja mein Schatz?", stellte sie ihm eine Gegenfrage.
"Weso hast du mich in den Schnee gelegt und-", er brach ab, blieb stehen und hob sein T-Shirt an, bevor er sich dann etwas mit dem Rücken zu ihr hin drehte : "Deine Zigarette an mir aus gemacht?"
Er drehte sich wieder richtig zu ihr hin und ließ sein Shirt wieder locker. Noch immer ging er nicht weiter.
"Komm erst ein mal zu mir, dann kann ich dir alles bei einer angenehmen Wärme erklären", lächelte sie und streckte ihm ihre Arme entgegen. Lächelnd rannte der kleine Junge seiner Mutter in die Arme, wobei er jedoch nur gegen die Wand prallte und etwas nach hinten taumelte.
"M-mama?", flüsterte Jacob.
"Mama?", sagte er dann etwas lauter.
"Mama?!", schrie er dann und fing laut an zu weinen. Der erste, der davon etwas mitbekam, war Tim, welcher sein Zimmer fast neben dem von Jacob hatte. Seine Eltern waren im Gegensatz zu ihm im ersten Stockwerk am schlafen.
Jedenfalls rannte Tim schnell rüber zu dem Zimmer seines Bruders und riss die Tür auf. Er fand Jacob in einer Ecke liegen, weinend, währen er abweselnd : "Timmy", und "Mama", flüsterte. Er schien Tim garnicht bemerkt zu haben. "J-jay?", fragte er deswegen leise, woraufhin der schwarzhaarige zu Tim aufsah und noch mehr anfing zu weinen.
"Sollen wir zu Ma-", Jacob unterbrach die Worte seines Bruders : "Mama ist weg!"
Nach diesen Worten rief Tim nach seinen Eltern, setzte sich zu Jacob und setzte diesen dann auf seinen Schoß, woraufhin er anfing ihm langsam und sanft über sein weiches, schwarzes Haar zu streichen. Nach einigen weiteren Mamas und Papas kamen die Eltern auch schon die Treppen hoch gestürmt.
"Was ist los?!", fragte der Vater besorgt.
"Jacob!", schrie die Mutter auf, nachdem sie das Licht eingeschaltet und das blaue Gesicht, sowie das Blut des schwarzhaarigen gesehen hatte.
"Gib ihn mir Timmy!", sagte sie stürmisch und nahm sich Jacob, bevor sie dann mit ihm die Treppen runter stürmte.
"Was war mit ihm?!", fragte der Vater wieder. Inzwischen hatte der braunhaarige ebenfalls angefangen zu weinen, da es ihm zusetzte, wie sein kleiner Bruder drauf war.
"Komm Timmy, wir gehen zu ihm", meinte sein Vater, da Tim nicht antwortete.
"Nein!", sagte dieser direkt. "Ich möchte ihn jetzt nicht sehen!", fügte er hinzu, nachdem er sich an Jacobs blaues Gesicht und das Blut erinnert hatte.
"Komm mal her mein kleiner", flüsterte der Vater und kniete sich hin. Tim ging direkt zu ihm hin und legte fest seine Arme um ihn, bevor er dann laut vor sich hin weinte. Die Mutter und Jacob konnten dies von unten gut mithören, wobei sie direkt mit litten.
