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Kapitel 4

Jacob nickte verstehend.

"So Jacob...du kannst immer mit mir, Papa oder Tim reden wenn was sein sollte, aber jetzt mach dich erstmal fertig", lächelte die Frau und stand auf. Sie verließ kurz darauf auch das Zimmer und Jacob machte sich fertig, um daraufhin mit seiner Mutter in den, vor einigen Tagen eingeschriebenen Kindergarten zu fahren.

***

Der schüchterne schwarzhaarige ging langsam mit seiner Mutter dem Kindergarten entgegen.

"W-was ist...wenn es mir nicht gut gehen wird?", fragte er und nahm die Hand seiner Mutter. Sie beide waren kurz vor dem Kindergarten stehen geblieben. Die Frau kniete sich zu dem kleinen Jungen herunter und lächelte ihn aufmunternd an.

"Die Betreuer werden schon gut auf dich aufpassen, und wenn ich dich später wieder abhole, kannst du mir alles erzählen, okay mein Schatz?" fragte sie Jacob dann, welcher leicht lächelnd nickte und die beiden zusammen weitergingen. Direkt trafen die beiden auf eine Betreuerin, mit welcher Jacobs Mutter dann noch kurz sprach und sie sich dann wieder zu ihm hinkniete.

"Denke bitte an das was ich dir gesagt habe, okay?", fragte sie ihren Jungen, lächelte ihm zu und gab ihm dann einen kurzen Kuss auf die weiche, linke Wange, bevor sie sich dann wieder aufstellte und sich verabschiedete.

"Dann komm mal mit Jacob!", lächelte die Betreuerin dem kleinen schwarzhaarigen zu und hielt ihm ihre Hand hin, welche er nur stockend annahm und ebenfalls leicht lächelte.

Die Zeit verging für Jacob schon fast zu schnell im Kindergarten, da er einfach so viel Spaß hatte, dass er schon gar nicht wieder mit nach Hause wollte.

"Na komm Jacob, morgen kommst du wieder hier hin, okay?", fragte seine Mutter ihn und nahm seine Hand.

"Versprichst du es?", fragte er sie und sah mit erwartungsvollen Augen zu ihr auf. "Natürlich tue ich das!", lächelte sie, woraufhin der sechsjährige ihr von seiner freien Hand den kleinen Finger hinhielt und sie ihren kleinen Finger mit seinem verschränkte.

"Du versprichst es?", fragte Jacob nochmal.

"Ich verspreche es!", wiederholte seine Mutter und kurz darauf lösten sie ihre Finger wieder von dem jeweils anderen, um dann den Kindergarten zu verlassen und nach Hause zu fahren.

"M-mama?", fragte Jacob stockend nach einer kurzen Stille.

"Ja?", fragte die Angesprochene und sah kurz locker auf die Rückbank, wo Jacob in seinem Kindersitz saß.

"Wann kommt Tim wieder?", fragte er dann.

"Er hatte schon vor einigen Stunden schluss, also ist er schon zuhause", antwortete sie ihm.

"Aber ich möchte ihn doch auch abholen!", schmollte der schwarzhaarige und verschränkte seine Arme vor der Brust. "Dazu wird es schon noch kommen mein Schatz", lächelte die Mutter vor Freude. Sie hätte nie gedacht, dass Jacob Tim in so kurzer Zeit lieb gewinnt, immerhin sind es gerade mal zwei Tage gewesen.

Zuhause angekommen, eilte Jacob direkt die Treppen hoch, bis zu Tims Zimmer, wo er anklopfte und kurz wartete. Da sich jedoch die Tür nicht öffnete oder ein Herein zu hören war, ging der sechsjährige die Treppen wieder betrübt runter, kurz bevor er gegen seinen Vater lief.

"Was ist los Jacob?", fragte der Mann und kniete sich zu seinem Sohn hin, welcher kurz darauf aufsah und seine Augen direkt anfingen zu leuchten. Er machte einen Bogen um seinen Vater und lief direkt in Tims Arme.

"Tut mir leid!", flüsterte der schwarzhaarige und kurz darauf legten sich die Arme des braunhaarigen um den kleinen Körper seines Bruders.

"Möchtest du etwas spielen?", fragte er dann kurz darauf, was Jacob aufsehen ließ. "Erst muss Tim seine Hausaufgaben machen!", mischte die Mutter mit. "Habe ich schon gemacht, als du Jacob abgeholt hast!", meinte er und löste sich von seinem jüngeren Bruder.

"Zeigen!", gab sie knapp von sich, woraufhin Tim die Treppen hoch lief, seine Hausaufgaben aus seinem Zimmer zusammensammelte und diese dann runter zu seiner Mutter brachte, welche sie sich kurz ansah und den beiden Jungs dann das spielen erlaubte. Freudig gingen die zwei also die Treppen hoch.

"Was möchtest du machen?", fragte der achtjährige seinen kleinen Bruder, während Tim seine Hausaufgaben wieder in sein Zimmer brachte und Jacob ihm folgte.

"Ich weiß es nicht", sagte er leise und überlegte. "Hast du vielleicht Lust mit Papa zum Spielplatz zu gehen?", schlug der braunhaarige lächelnd vor und ging auf Jacob zu.

Der kleine Junge schrie schon seit einer knappen Viertelstunde. Sein Gesicht hatte sich schon längst rot verfärbt. Und seine Mutter? Die interessierte das ganze nicht mal ein kleines bisschen. Sie ging einfach mit einer Zigarette im Mund und ihrem Sohn auf dem Arm durch die Straßen. Die Blicke der Passanten ignorierte sie gekonnt.

Irgendwann verfärbte sich das Gesicht des kleinen Jungen von einem Rotton zu einem leichten blau, als sie gerade zusammen durch einen Park gingen.

"Halt doch endlich deine verdammte Schnauze!", schrie sie dem Jungen ins Ohr, woraufhin dieser verstummte und in eine Art Ohnmacht fiel. Seine Mutter atmete erleichtert aus und sah sich schnell um. Sie schob das Shirt ihres Sohnes etwas nach oben, nahm einen letzten Zug von ihrer Zigarette und drückte diese dann gewaltsam auf dem Rücken ihres Sohnes aus, bevor sie diese dann einfach achtlos auf den Boden warf und sich hinkniete.

"Bitte verreck hier doch einfach!", flüsterte sie noch, bevor sie sich erneut umsah, dann ihren Sohn auf dem kalten Schnee ablegte und dann einfach ihren Weg weiterführte.

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