3. Rote Augen
Die Sonne schien durch mein Zimmer, ich wachte auf, ein bisschen verkatert doch es ging noch.
Mir kam sofort der Gedanke von gestern Abend. Bildete ich mir das ein, oder war es wirklich Real?
Wer war dieser Mann, oder dieses Wesen, wie konnte es so schnell verschwinden, falls es wirklich wahr war.
Ich stand auf, trank einen Fredo Espresso, und setzte mich auf die Veranda, mein Handy klingelte und riss mich von meinen Gedanken fort.
„Hallo Liebling, wie geht es dir? Wann wolltest du mir sagen, dass du fort gegangen bist, ohne dich zu verabschieden?“ Es war meine Mutter, die mich per FaceTime anruft.
„Hey Mom, mir geht es gut danke wie geht es dir? Ich wollte dir keine Sorgen bereiten Sorry Mom. Ich musste einfach weg aus LA, neu anfangen. Es muss ja nicht für immer sein, "ich wollte meiner Mutter nicht noch mehr Sorgen bereiten. „Gibt's was Neues?“
„Nein, mein Kind, ich vermisse dich einfach schrecklich, Paul war hier und hat dich gesucht, er hat mir alles erzählt, dieses Arschloch, ich habe ihn sofort aus der Wohnung geschmissen und gesagt er sollte nie wieder hier herkommen.“ Ich musste schmunzeln, meine Mutter war so ein liebevoller Mensch, sie so Fluchen zu hören, war mir völlig neu.
„Alles gut Mom, du hast gut reagiert, doch ich will nichts mehr hören von ihm, nicht einmal seinen Namen.“
„Klar mein Kind, dass verstehe ich vollkommen. Ich muss mich für die Arbeit fertig machen, ich habe heute Spätschicht in der Notaufnahme. Wir hören uns, ja? Und bitte pass auf dich auf. Ich liebe dich von ganzem Herzen mein Kind.“
Meine Mutter war auch Krankenschwester, wir verabschiedeten uns und legten auf.
Ich habe den ganzen Tag Zuhause verbracht, ich habe gegessen und mich für die Arbeit fertig gemacht.
Ich schminkte mich ein wenig stärker als sonst- schließlich wollte ich für meinen ersten Arbeitstag gut aussehen. Ich schminkte meine Augen stark und klebte mir Wimpern auf, ich wollte das meine blauen Augen zur Geltung kommen, ich band meine Langen, blonden, Haaren zu einem straffen Pferdeschwanz nach oben.
Ich konnte mich nicht entscheiden, welche Kleidung ich anziehen will, sollte ich das enge Schwarze mini Kleid, dass meine Kurven nicht gerade versteckte.
Oder doch lieber etwas Legeres. Doch ich entschied mich für das enge kurze, ich wollte ja auch ein bisschen Trinkgeld verdienen.
Ich machte mich zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit, als ich ankam war es schon recht voll.
„Hey, Süße, schön bist du da.“ Begrüßte mich Gregor. „Wow du siehst richtig hübsch aus, die Kunden werden Freude haben, wie du siehst ist es schon sehr voll, bitte Beginn einfach mal die Bestellungen aufzunehmen und bring sie mir an die Theke.“
Ich machte mich schleunigst an die Arbeit.
Ich hatte am Anfangs ein wenig mühe mit dem Tablet und die Getränke, doch nach 4 Stunden kam ich langsam in die Arbeit hinein.
Gregor schickte mich in eine fünfzehn Minütigen Pause, ich rauchte schnell zwei, drei Zigaretten und machte mich wieder an die Arbeit.
Als ich wieder hineinging, sah ich ihn. Ich traute meinen Augen nicht, der Mann aus meinem Traum. Er lächelte frech wie in meinem Traum, er hatte ein schwarzes Hemd, an das nicht ganz zu war, verdammt sah er gut aus. Er hat rabenschwarze Haare und dunkle Augen die mich belustigt bemusterten.
Ich blieb kurz stehen. Ich wollte tief Luft nehmen, doch etwas in ihm ließ mir die Luft wegbleiben. Nicht nur sein Aussehen- es war die Aura.
Kalt und gleichzeitig magnetisch. Als würde er jeden Raum einnehmen, ohne auch nur ein Wort zu sagen.
Er saß hinten, im Halbschatten, sein leeres Glas auf dem tisch.
Wie konnte mir jemand wie er überhaupt entgehen?
Ich zwang mich dazu, weiterzugehen. Meine Finger klammerten sich an das Bestell-Tablett, als wäre es ein Schutzschild.
Je näher ich kam, desto ruhiger wurde er. Sein Blick war wie festgenagelt auf mich- als hätte er mich genau erwartet. Ich schluckte trocken.
„ Was darf's sein?“ Meine Stimme war zu ruhig. Künstlich. Ich härte mich selbst kaum.
Er legte den Kopf leicht schräg, musterte mich, und dann kam dieses Lächeln- schief, leicht überlegen.
Gefährlich.
„Ich möchte einen Whisky, bring mir den besten den ihr habt. "Seine Stimme war tief, fast samtig.
Er schob mir das Glas hin, ohne den Blick von mir zu lösen.
Ich wusste nicht, ob mir heiß oder kalt war. Alles an ihm sagte : Gefahr.
Und trotzdem.. oder gerade deshalb konnte ich nicht wegsehen.
Ich nickte stumm, wandte mich ab-fast zu schnell- und ging zurück zur Bar, mein Herz schlug bis in die Kehle.
Gregor erwartete mich bereits.
„ Alles Okey mit dir?“
Ich zwang mich zu lächeln. „ Klar. Nur... Viel los.“
Er nahm mir das Glas ab, währen sein Blick sich prüfend in mein Gesicht grub.
Ich sagte nichts weiter.
Gregor bereitete den Whisky vor.
Ich brachte ihm still sein Glas.
Als er mir zuzwinkerte, machte, mein Herz ein stopp. Ich drehte mich wortlos um
und verschwand hinten, um mich umzuziehen, es war ein Uhr morgens, und ich war mit meiner Schicht fertig.
Ich verabschiedete mich bei Gregor mit einem Kuss auf die Wange.
Ich ging wie immer den Strand entlang nach Hause. Ich war müde von der Arbeit, doch ich hatte ein gutes Trinkgeld gemacht.
Als ich zu Hause ankam, ging ich mich duschen, ich zog ein kurzes Kleidchen aus spitze an, mein improvisierter Pyjama. Ich ging noch ein bisschen raus auf die Veranda, um frische Luft zu schnappen es war ein langer Tag.
Plötzlich wurde ich aus meinem Stuhl gerissen und hart gegen die Wand gedrückt. Es ging so schnell, das ich kaum begriff, was passierte.
Seine Hand lag um meinen Hals ich konnte nicht Atmen.
„Sophia..“ Die Stimme ließ mein Blut gefrieren.
„Du riechst so gut.. Dein Duft verdammt, was tust du mit mir? Ich muss dich kosten.. ich kann nicht anders.. Sei leise, sag kein Wort“
Auch wenn ich schreien wollte oder etwas sagen wollte, ich konnte nicht, ich war wie verhext. Ich brach kein Ton aus mir raus.
Seine Augen wurden leuchtend Rot, sein blick wanderte runter zu meinem Hals.
Panik schnürte mir die Kehle zu. Meine Arme wollten sich wehren, aber mein Körper gehorchte mir nicht.
Er ging immer noch mit seiner Hand um meinem Hals nach unten, auf einmal spürte ich einen stechend, brennenden schmerz.
Ich glaubte das nicht, er trank von meinem Blut.
Ich verlor langsam das Gleichgewicht, ich hatte das Gefühl als würde ich in Ohnmacht fallen.
Als er aufhörte schaute er mir tief in die Augen, seine Augen waren noch immer rot doch jetzt hatte er auch schwarze adern unter den Augen.
„Geh hinauf leg dich ins Bett, vergiss das ich jemals da war, du hast mich heute in der Bar gesehen, danach nicht mehr. Schlaf gut Sophia.“
Als er das mit einem schmunzeln ihm Gesicht sagte, war er in einem Wimpern schlag weg.
Ich starrte auf die leere Stelle vor mir, mein Herz raste.
Doch... ich vergaß nichts. Gar nichts.
Im Gegenteil: Jeder einzelne Moment brannte sich ein, sein Blick, seine Stimme, sein Biss.
Ich sollte zur Polizei, aber die werden mich für verrückt erklären.
Wie will man so etwas jemanden erklären?
Und woher kannte er mein Namen?
Ich rannte schnell die Treppe hinauf.
Schloss alles Türen, machte alle Fenster zu.
Ich legte mich hin und weinte, was war das?
Wieso hat er mich nicht direkt umgebracht?
