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2. Onira

Ich stand Barfuß im Sand, der Mond hing grell über mir, fast unnatürlich. Als ich mich zu meinem Häuschen umdrehte, sah ich im oberen Stockwerk einen Schatten am Fenster mit leuchtend roten Augen.

Ich ging langsam die Treppe zu meinem Zimmer hinauf, spürte wie mein Herz schneller schlug. Oben angekommen, öffnete ich vorsichtig die Tür.

Ein großer, muskulöser Mann stand vor mir mit nacktem Oberkörper, braun gebrannt und blutroten Augen. Seine Lippen verzogen sich zu einem schmutzigen, leicht spöttischen Lächeln.

Er trat einen Schritt näher.

Ich wollte etwas sagen-schreien vielleicht, doch da riss mich ein Geräusch aus dem Moment.

Ich fuhr hoch. Mein Atem ging schnell. Ich war schweißnass, und das Laken klebte an meinem Rücken. Ein Traum. Nur ein verdammter Traum.

Ich rieb mir die Augen und versuchte, mich zu beruhigen. Durch das halb geöffnete Fenster wehte eine leichte Brise, die nach Salz, Meer und Sommer roch.

Griechenland. Naxos. Ich war wirklich hier. Und allein.

Ich Ließ mich zurück in die Kissen sinken. Doch das Bild seines Gesichts , dieses Lächeln, ließ mich nicht los.

Ich stand verwirrt von meinem Bett auf. „Komm, Sophia, ein neuer Tag. Ich sollte heute an den Strand, vielleicht neue Leute kennenlernen. “

Also putzte ich mir die Zähne und zog mein Bikini an- ein pinkfarbener mit Glitzersteinen.

Ich ging nach unten und öffnete mein Handy: 25 verpasste Anrufe von Paul und 30 SMS.

Den sollte ich blockieren. Gesagt, getan. Ich las keine einzige Nachricht. Ich löschte ihn einfach überall raus.

Das er keine Scham empfand, war mir nicht neu.

Als ich zum Strand ging, suchte ich nach Strandbars- ein bisschen Musik, nette Leute. Ich hoffte einfach auf andere Gedanken zu kommen.

Es gab eine süße Strandbar ganz in der nähe von mir, ich ging etwas zwanzig Minuten zu Fuß dorthin. Sie hieß Naxaki.

Es war wirklich ein sehr schöner Ort, ganz im Boho-Stil eingerichtet. Ich fand eine Strand liege und ließ mich darauf nieder.

Da kam auch schon der Kellner. „Hey, meine hübsche, was darf's sein?“ Er war sehr Charmant er war groß, mit blonden Haaren und knall Blaue Augen.

Doch ich merkte schnell, das er nicht an Frauen interessiert war. „Kalimera, so sagt man bei euch guten morgen oder? ich hätte gerne den stärksten Cocktail den ihr habt. Oder ist es noch zu früh?“ Ich lächelte verlegen. „Es ist nie zu früh für den stärksten Cocktail. Ich bringe dir den Naxaki Cocktail.“

Er zwinkerte mir zu und ging davon.

So sah also mein leben aus, Strand, Bar und Cocktail, ich denke, ich kann mich gut daran gewöhnen.

So verging mein Tag, ich betrank mich zu Deep House Musik und bräunte mich in der Sonne.

Aus einmal spürte ich einen Schatten, als ich die Augen aufmachte stand ein ein junger Mann vor mir.

„Hey, Lust zu tanzen?“ Fragte er mich, der war sicher erst frische 18.

„Nein danke, lieber nicht.“ Sagte ich höfflich.

Er ging traurig weg, ich fand es süß das er sich getraut hat, aber er war viel zu jung, was hätte ich mit ihm anfangen sollen.

Da kam der Kellner wieder.

„Hey süße, ich habe bald Feierabend. Da ich dich den ganzen Tag alleine hier gesehen habe, dachte ich, vielleicht willst du mit kommen? Mein Ehemann hat eine Bar in der Stadt. Das würde deinem gebrochenen Herz guttun. Übrigens, ich heiße Kosta.“

Woher wusste er das ich litt? Irgendwie war ich schockiert aber andererseits.. war das nicht genau der Neuanfang, den ich brauchte?

„Ich heiße Sophia. Woher wusstest du das es mir schlecht geht? Und ja, ich würde sehr gerne mitkommen wen das wirklich in Ordnung ist.“

„Man braucht keine magische Kräfte, um zu sehen, dass es dir schlecht geht.“ Er zwinkerte mir wieder zu. Ich dachte mir nichts dabei und ging mit ihm mit.

Als wir in der Bar ankamen, begrüßte mich sein Mann ganz herzlich- er hieß Gregor.

Eine Stunde später, saß ich immer noch an der Bar, mein Glas war halb leer und die Musik vibrierte leise im Hintergrund.

Kosta lehnte sich mit verschränkten Armen neben mich und sah mich neugierig an. „Also, Sophia..“, begann er lächelnd. "Was bringt dich allein nach Naxos? Urlaub? Auszeit? Oder Flucht?“

Ich lachte trocken. „Flucht, wenn du es so nennen willst. Ich habe meinen Freund beim fremdgehen erwischt. Und dann mein Leben mit Anfang dreißig, in eine Tasche gepackt und ein One Way-Ticket gebucht. Griechenland schien mir plötzlich wie.. Freiheit.“

Kosta nickte mitfühlend. "Ein mutiger Schritt. Viele würden einfach bleiben und weiter unglücklich sein.“

Ich zuckte mit den Schultern. „Ich hatte eh nicht viel, was mich hielt. Keine engen Freunde, kaum Familie-nur meine Mutter, und die hat mich immer unterstützt.“

„ Das erklärt einiges“ sagte er sanft. „Und jetzt? Was suchst du hier?“

Ich schaute in mein Glas.„ Ehrlich? keine Ahnung. Vielleicht mich selbst. Vielleicht einfach nur ein neues Kapitel. Oder jemanden, der mich wieder fühlen lässt, dass ich lebe.“

Kosta grinste. „ Dann bist du hier genau richtig. Und wenn du willst, ich kann dir helfen. Mein Mann Gregor sucht gerade Unterstützung in der Bar. Kellnerin, ein bisschen Theke. Du bist hübsch, offen, klug- die Leute würden dich lieben.“

Ich blinzelte überrascht. „ Wirklich? Ich mein.. Ich habe sowas noch nie gemacht.“

„ Das kann man lernen. Wichtig ist, dass du bereit bist, was Neues zu versuchen. Ich denke es würde dir helfen und gut tun. “

Ich überlegte einen Moment. Es klang verrückt.

Und genau das machte es irgendwie reizvoll.

„ Okey,“ sagte ich schließlich. „ Warum nicht? Ich danke dir für diese Möglichkeit.“

Kosta lachte. „ Das gefällt mir. Willkommen im Team Thalassa- übrigens, das bedeutet Strand.“ Sagte er lächelnd.

Wir feierten noch ein bisschen, als ich auf die Uhrzeit sah war es schon zwei Uhr morgens.

Ich verabschiedete mich und bedankte mich nochmals für diese Möglichkeit.

Kosta wollte mich nachhause begleiten doch ich lehnte ab, ich wollte den Strand ein bisschen alleine genießen. Also machte ich mich angetrunken auf dem Weg nach Hause. Da es Mitte Juni war und die Saison begann konnte ich schon morgen Abend anfange zu arbeiten.

So lief ich den Strand entlang. Auf der hälfte vom weg entdeckte ich einen wunderschönen Ort und blieb stehen. Man sah das weite Meer in der Dunkelheit das von den Sternen und dem Mond hell erleuchtet war.

Da war es wieder.. mir wurde kalt obwohl es sehr warm war und wieder lief mir ein Schauer über den Rücken.

Ich spürte einen Atem hinter mir in meinem Nacken.

„So eine hübsche Frau wie du sollte hier nicht alleine sein, es könnte gefährlich werden.“ Sagte eine tiefe Stimme.

Ich drehte mich sofort um doch da war niemand.

Was stimmt nicht mit mir ? Zu erst der Traum und jetzt das..

Ich denke, ich bin einfach doch betrunken genug das ich mir Sachen einbilde.. Ich ging schnell nach Hause, denn der Gedanke ließ mich nicht los, was war das? Oder besser gesagt wer? Zuhause angekommen, legte ich mich sofort ins Bett- es war ein langer Tag gewesen.

Doch ich konnte nicht einschlafen, meine Gedanken spielten verrückt.

Ich bin erst einen Tag hier und ich habe das Gefühl ich verliere meinen verstand...

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