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1. One Way

Das grelle Licht der Anzeigetafel blendete Sophia, als sie zum dritten Mal nervös auf ihre Bordkarte sah. Gate34. Noch 27 Minuten bis zum Abflug.

Neben ihr schluchzte ein Kind, hinter ihr roch jemand nach billigem Kaffee. Aber Sophia hörte nur den einen Satz in ihrem Kopf wieder und wieder :„Es war nur ein Kuss.“ Ihre Finger zitterten, als sie das Handy öffnete- und wieder schloss. Er hatte es gelöscht. Alles gelöscht.

Zwei Tage zuvor.

Ich lebte ein glückliches leben, ich arbeitete als Krankenschwester in Los Angeles Kindred Hospital. Ich war 2 Jahren mit meinem Partner Paul zusammen. Wir waren glücklich, das dachte ich zumindest. Ich weiß nicht mehr, was mich bewogen hat, an diesem Abend früher zu ihm zu fahren. Vielleicht war es ein Bauchgefühl. Vielleicht auch nur das Bedürfnis, ihn zu überraschen. Ich hatte noch ein Kleid anprobiert-das schwarze, das er so mochte. Meine Blonden Haare lagen perfekt, ich fühlte mich schön. Verdammt, ich war glücklich.

Nur meine Mutter hatte ich kurz vorher angerufen, wie fast jeden Abend. Sie war nicht nur meine Mutter- sie war meine beste Freundin. Die einzige, der ich wirklich alles anvertrauen konnte. Ich sagte ihr, dass ich Paul überraschen will. Sie hatte gelacht, wie immer, liebevoll. Wenn sie gewusst hätte...

Als ich seine Tür aufschloss, war es zuerst nur still. Dann hörte ich Stimmen. Eine davon war nicht seine. Ich fror. Und dann bewegte ich mich-wie in Trance. Schritt für Schritt, auf nackten Sohlen durch den Flur, bis ich an der Schlafzimmertür stand. Das Hemd, das sie trug, war seins. Und sie trug nichts anderes.

„ Verdammt, was tut ihr da.“

Ich war im Schock. Ich rannte weinend aus der Wohnung, Paul rannte mir nur mit einer Unterhose nach. „ Sophia, bitte bleib stehen, die Nachbarn sehen mich sonst so.“ Fuck, das war sein Problem? das die Nachbarn ihn so sehen? Ich blieb stehen drehte mich um und rannte auf ihn los, ich konnte mich nicht zurück halten. ich gab ihm eine Schelle, und trat im in die Eier. „ Wir hatten seid 1 Monat keinen sex, und du fickst dich einfach so rum? Ich will dich nie wieder sehen, du wixxer.“ Ich ging so schnell wie möglich nachhause, als ich meine Türe schloss brach ich zusammen. Ich weinte und krümmte mich auf dem Boden. Und dann kam er- der Gedanke, so klar wie ein Blitz: Ich muss weg. Sofort.

Keine abschiede. Keine Fragen.

Nicht einmal zu meiner Mutter. Sie hätte mir gesagt, dass ich bleiben soll. Oder dass ich mehr verdiene. Aber ich konnte sie nicht ansehen- nicht jetzt. Ich musste einfach weg.

Ich ging online, suchte nach einem Flug, irgendeinem. One Way. Griechenland. Sonne, Meer, keine Erinnerungen. Ich wusste nicht, ob ich weglief oder endlich zu mir selbst fand.

Jetzt sitze ich hier. Gate 34. Noch 19 Minuten bis zum Boarding. Ich habe nichts außer einem kleinen Koffer, meinem Reisepass und einem Herz, das sich leer anfühlt. Mein Handy habe ich in den Flugmodus gesetzt-nicht, weil ich muss. Sondern weil ich es will. Keine Nachrichten. Keine Entschuldigungen. Keine Erinnerungen.

Die Lautsprecheranlage hallt über die Terminals, doch ich nehme sie kaum wahr. Stattdessen starre ich auf meine Bordkarte, als würde sie mir Antworten geben können. Naxos. Ich war noch nie dort,. Aber es war weit genug weg.

Und genau das wollte ich.

Mein Name wird aufgerufen. Letzter Aufruf für Flug 932 nach Athen, Anschluss nach Naxos. Ich atme tief ein, greife meinen Koffer und stehe auf.

„ Auf nach Naxos, Sophia,“ flüsterte ich. „ Auf in ein neues Leben.“

Der Flug war ruhig. zu ruhig.

Ich hatte gehofft, das Dröhnen der Turbinen würde die Gedanken in meinem Kopf übertönen. Aber das tat es nicht.

Ich dachte an Paul. An das Parfum, das nicht mein war. Ich dachte an unsere gemeinsame Zeit.

Wie er mir die Welt versprach. Wie verlogen kann man sein?

Im ersten Moment, will man heiraten und im zweiten, steckt man mit den Eiern, in einer anderen drin.

Und ich dachte an mich- irgendwie tat ich mir selber leid.

Der Sitz neben mir war leer. Ich nahm das als Zeichen. Vielleicht sollte ich diese Reise alleine durchstehen.

Vielleicht musste ich das.

Irgendwann schlief ich ein- kurz, schwer, Traumlos. Als ich die Augen wieder öffnete, färbte sich der Himmel Draußen über den Wolken golden.

Ein neuer Tag. Ein neues Ich.

Der Anschluss Flug war schnell, kurz, eng. Und dann -Naxos

Als ich die Flugzeugtreppe hinabstieg, traf mich die warme, salzige Luft wie ein Willkommensgruß. Griechenland.

Es roch nach Meer, Sonne und altem Stein.

Ich blieb einen Moment stehen, blinzelte gegen das Licht und sog die neue Realität tief in mich ein.

Der Flughafen war winzig. Keine Schlangen, kein Chaos. Es fühlte sich an wie ein Ort, an dem die Zeit langsamer verging.

Ein älterer Mann im Strohhut wartete am Taxi stand. Ich nannte ihm meine Unterkunft ein kleines Gästehaus direkt am Strand und er nickte nur, wortlos.

Die fahrt führte vorbei an weißen Häusern mit blauen Türen, blühenden Bougainvilleas, Olivenbäume, und in der ferne glitzerte das Meer.

Ich hielt mein Handy in der Hand, doch ich sah nicht drauf. Ich wollte nichts wissen. Keine Nachrichten, keine Erinnerungen.

Nach etwa zwanzig Minuten hielten wir vor dem Gästehaus. Alt, aber Charmant. Der Name an der Tür:„ Onira.“

Das bedeutet Träume auf griechisch. Ich hoffte, es war mehr als nur ein hübscher Name.

Eine ältere Frau mit grauen locken und einem Blumen Kleid begrüßte mich freundlich auf griechisch. Ich verstand kaum etwas, aber ihr Lächeln war warm. Sie drückte mir einen Schlüssel in die Hand, deutete eine Treppe hoch und verschwand wieder.

Mein Zimmer war Schlicht. Weiß getünchte Wände, ein schmales Bett, ein kleines Fenster mit Blick aufs Meer.

Es war zwei stöckig im unterem stock, war das Wohnzimmer.

Es war sehr schlicht eingerichtet. Mit den Treppen draußen konnte ich direkt in mein Zimmer rein, und von der Veranda ins Wohnzimmer.

Die Veranda war direkt auf dem Sand. Ich ging hinunter und setzte mich dort, es war so still.

Ich schaute dem Sonnenuntergang zu, so schöne Farben, Pink, Orange, Violett. Ich atmete tief die Meeres Luft ein und fühlte mich angekommen.

Ich ging hinein um mich umzuziehen, ich wollte das Städtchen erkunden und etwas kleines essen, ich habe seid Tagen nichts gegessen.

Naja, für die Figur war es sicher gut.

Es war wunderschön, es hatte überall Straßen Kätzchen, die gestreichelt werden wollten.

Es gab enge Gasen, die Häuser waren voll mit Pinken Blumen die an der Wand hinauf stiegen.

Ach, und diese Tavernen, es war einfach Traumhaft.

Als ich zurück nachhause kehrte, saß ich im dunkeln noch ein wenig am Strand, die Sternen leuchteten, und der Mond war so Groß, so hatte ich das noch nie gesehen. Ich lauschte noch ein Weilchen den Wellen zu, doch ich hatte das Gefühl als würde mich jemand beobachten, ich bekam auf einmal Gänsehaut und mir wurde kalt, also beschließ ich rein zu gehen, mich zu duschen und ins Bett zu legen.

Doch der Gedanke lies mich nicht los das ich nicht alleine war..

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