Kapitel 2
•du schon wieder?•
Ich stand an meinem Spind und nahm meine Bücher für Mathe gleich, als ein gut gelaunter Dylan auf mich zukam.
Manchmal war es schon eckelig wie gut gelaunt er an einem Schulmorgen war.
„Guten Morgen Lucie" hörte ich den Braunhaarigen lallen.
Ich verdrehte grinsend meine Augen, ich liebte und hasste diesen Spitznamen zugleich.
„Guten Morgen Dylchen" er seufzte.
„Den werd ich nie los oder?" kichernd schüttelten wir unsere Köpfe.
„Hab jetzt Mathe" sagte ich wieder etwas schlechter gelaunt.
„Wirst das schon überleben, muss jetzt los, hab Herr Besser-Wisser, wenn ich bei den noch zu spät komme" ich ließ ihn nicht aussprechen.
„Macht der dir nh Standpauke über Pünktlichkeit, jaja ich weis los geh" ich stupste den etwas an und ging Richtung meinem Kurs.
Ich betrat den Halbvollen Raum und setzte mich gleich nach hinten.
Keine Minute später kam auch schon unsere Lehrerin, da war ich schon aber ganz weg.
Ob dieses Mädchen wohl gut zuhause angekommen ist?
Wie hieß sie noch gleich, Amalia? Amelia?
Eine nervige Stimme riss mich aus den Gedanken.
„Luciana?!" ich drehte mich sofort zu meiner Lehrerin, neben der ein mir Fremder junge stand, der auch in meine Richtung sah, so wie es gerade jeder tat.
Ich räusperte mich: „entschuldigen sie, könnten sie sich wiederholen?"
Ein paar Schüler lachten, was mich jedoch weniger interessierte.
„Mach den Platz neben dir frei, Kyle wird sich dort hin setzten" ich sah erstmal zu diesen Jungen, auf einer Art und Weise kam er mir bekannt vor, zudem musterte er mich etwas verwirrt.
Ich nickte nur und nahm meine Tasche von dem Stuhl das rechts von mir lag, kurz darauf setzte sich dieser neue dort hin.
Wie hieß er gleich? Tyler? Kyle?
„Hey" flüsterte der Typ leise.
Ich sah zu ihm, ein unangenehmes grinsen stand in seinem Gesicht.
Ich nickte ihm grinsend zu.
„Dein Name ist Luciana richtig?" ich nickte nur auf die Frage.
„Freut mich, Kyle" ich sah ihn an.
Eigentlich ein ganz netter Kerl.
„Luciana!" ich drehte mich leicht erschrocken zu meiner Lehrerin.
„Erstmal hörst du nicht zu und jetzt redest und störst du meinen Unterricht?! Zum Direktor, Sofort!"
Ernsthaft?
Der neue wollte gerade was sagen als ich ihn leichte gegen seinen Fuß schlug.
Er war neu hier, soll er sich nicht direkt schlecht da stellen lassen, der erste Eindruck ist schließlich sehr wichtig.
„Ich sagte sofort!" schrie sie wo ich schon nachvorne laufen wollte.
Es reicht.
„Entschuldigen sie aber sie sehen das ich laufe! Mein Gott" ich schlug die Tür auf und ging raus, die leisen Gelächter verstummten.
Heute war ein kurzer Tag, Dienstag's ist es bei uns immer Kurz.
An der Direktor Tür angekommen wollte ich gerade klopfen als ich ein wimmern wahr nahm.
Ich lief Richtung der Stimmen.
„Hör mir zu Mädchen, ich werde dich niemals in Ruhe lassen kapierst du das? Nur weil du gestern davon gekommen bist, dieses Mädchen da wird es auch noch zu sehen bekommen warte ab!" hörte ich die selbe Stimme wie von Gestern.
Schicksal?
„Es reicht! Ich hab es so satt immer deine Marionette zu sein! Hol dir einen boxsack und lass mich los sonst.."
„..sonst was?" unterbrach der Typ Amelia? Amalia? Belustigt.
„Sonst werde ich alles meinen Bruder erzählen" der Typ lachte auf.
„Du bedrohst mich also ja?" er sah sie aggressiver an.
„Kratzt es etwa an deinen gesunkenen Ego?" lief ich dazwischen.
Amelia sah mich erleichtert und zu gleich überrascht an.
Der Typ hingegen war nicht so erfreut.
„Bist du ein mitlaufender Wrack oder was? Verfolgst du uns etwa?" er ließ sie schon los und kam auf mich zu.
Ich war an einem Spind gelehnt, das alles kam mir vor wie in einem Film.
Nein, es war ein Film.
„Hey! Mach mich nicht zu einem Psycho wie dir" er wurde sauer, ziemlich sauer.
Ich würde gleich definitiv was kassieren.
Gestern war es ja noch ganz in Ordnung aber da hat man schon gemerkt das er einen sehr starken Griff hat.
„Wenn du dich nur Traust Lucia oder mich anzufassen wirst du es bereuen, du weist nicht zu was wir fähig sind" hörte ich die Stimme von Amelia.
Der Typ lachte: „du bist vielleicht zu etwas fähig, aber sie nicht" ohne damit zu rechnen holte er aus, ich war unvorbereitet und konnte daher nichts machen.
Ein sehr starker Schmerz machte sich an meinen Magen zu spüren und meine Atem wege sperrten sich.
Ich hockte mich leicht und rang nach Luft als der Typ mich wieder hoch zog.
„Was ist los? Gestern noch so und jetzt so hm?" ich hustete kurz da er mich stark packte.
„Lass sie los!" hörte ich Amelia's verzweifelte Stimme, doch viel brachte es nicht.
Gerade wollte er wieder zuschlagen, doch diesmal war ich vorbereitet.
Ich hielt seine Hand und drehte diese um, trat ihn dann auf den Rücken und zog ihn an seinen Haare zurück.
Er saß auf den Knien mit dem Kopf zu mir geneigt.
Mein Griff hatte ich lange nicht mehr so stark gehabt, durch diesen konnte er sich kaum bewegen.
„Lass los" sagte er gezwungen.
„Wenn ich dich noch einmal in ihrer Nähe sehe, glaub mir dann kommst du nicht nur mit einer gebrochene Nase davon"
„Nicht nur?" er lachte auf „Du hast nicht einmal mein Nagel gebrochen".
Ich schlug ihn mit der Faust ins Gesicht, das ein eckelhaftes knacken zu hören war, er wollte aufschreien doch ich hielt seinen Mund: „wir wollen die anderen doch nicht stören stimmt's? Die rufen die Polizei willst du das?" er schüttelte sofort mit zusammengekniffenen Augen seinen Kopf.
Ich gebe zu das meine Hand vermutlich mehr weh tat als seine Nase, aber ich hatte nicht den Anschein es zu zeigen.
Schließlich ist das hier eine krasse scene und mein Gesicht würde das zerstören.
Einfach cool bleiben.
Ich ließ ihn los und sofort rappelte er sich auf.
„Du wirst es bereuen, es endet nicht hier" und somit ging er schnell raus.
Ich lehnte mich leicht gegen einen Spind und hielt mir den Bauch, der noch immer so weh tat das ich keine richtige Luft bekam.
Ich spürte in der nächsten Sekunde wieder arme um mich.
„Egal wie oft ich mich bedanke es wird nicht genug sein" hörte ich Amelia's Stimme Schlutzen.
„Danke Lucia, wirklich danke" ich musste leicht grinsen.
Sie war schon eine süße.
Leicht löste sie sich von der Umarmung und ihr Lächeln verschwand sofort.
„Dieser Arschloch, geht es dir gut?"
Ich nickte nur mit Kopf und Wunk ab.
„Nichts passiert, wieso bist du hier?" fragte ich sie.
Ich habe sie noch nie hier gesehen.
„Heute wäre mein erster Schultag" sagte sie.
„Hast du denn keinen Unterricht?" sie schüttelte mit dem Kopf.
„Die erste war eine frei Stunde, deswegen wollte ich die Schule etwas betrachten, aber naja" sie sah wieder Richtung Ausgang.
Ich räusperte mich um meine richtige Stimme wieder zu belangen.
„Mach dir keine Sorgen, der wird schon nicht so schnell zurück kommen" lächelte ich sie aufmunternd an.
„Und du? Gehst du auf diese Schule?" fragte sie.
„Nein nein, ich bin nur hier um die Wände zu betrachten" sagte ich ironisch.
„Achso.." ich sah sie an und fing an zu lachen.
„Was denn?"
„Das war nicht ernst gemeint, natürlich gehe ich auf diese schule"
