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Kapitel 5

Als sie die Küche betritt sitzen die Kinder schon vor einer Schale Cornflakes, die Brian ihnen bevor er duschen gegangen ist gemacht hat.

„Guten Morgen, Alica.“

sagt Grace, die älteste der drei.

„Morgen, ihr Süßen.“

sagt sie nimmt sich einen Kaffee und setzt sich zu ihnen. Eine der dreijährigen Zwillinge bietet ihr einen Löffel Cornflakes an.

„Nein danke. Iss nur du.“

sagt sie und die kleine stopft sich den Löffel in den Mund. Als Brian herein kommt, um sich einen Kaffee zu holen, steht Alica auf, drängt sich an ihm vorbei, da er nicht ausweicht und geht auf die Terrasse um eine zu Rauchen. Auch Naomi und Denise sitzen schon draußen.

„Guten Morgen, Mädels. Na wie war es gestern.“

fragt Alica und lässt sich in den Stuhl fallen. „Absolute Klasse. Die Jungs von NKTTB sind der Hammer. Einfach geil, schade dass du nicht mir warst. Aber so wie du aussiehst hattest auch Spaß gestern.“

„Naja, die Hausbar war mein Begleiter.“

sagt Alica und die drei lachen. Das Wochenende vergeht wie im Flug, der Montag ist da und das Alltagsleben beginnt. Alica macht sich wie immer auf den Weg zur Arbeit, diesmal mit einem mulmigen Gefühl. Zu Recht. Als sie auf das Gelände ihrer Arbeit kommt, sieht sie vor der Türe des Garderobengebäude Demian und seine Arbeitskollegen stehen. Sie schlängelt sich hinter ihnen vorbei um nicht gesehen zu werden. Doch es nützt nichts, als sie gerade die Treppe hinauf geht, folgt Demian ihr und hält sie zurück.

„Lass mich los.“

„Komm schon hör auf ich will nur mit dir reden.“

„Ich mit dir aber nicht. Willst du mir, nur weil ich nicht mit dir reden will, das gleiche antun wie am Freitag deine Schläger-Kumpel Brian.“

„Nein, ich greife keine Leute an. Ich schwör es dir, ich bin nicht so wie die.“

„Jaja erzählen kann man viel.“

sagt sie, reißt sich los und geht weg.

„Komm schon. Lass mich es dir erklären.“

„Nein, Demian. Du bist mir keine Erklärung schuldig. Auf solche Typen kann ich verzichten.“

sagt sie, geht in die Umkleide und schließt die Türe. Demian ist enttäuscht und geht nach unten. Auch seine Kollegen merken, dass ihn etwas bedrückt und fragen was los ist. Doch er antwortet nicht und lehnt sich ans Auto. Alica zieht sich um, geht sich einen Kaffee holen und macht sich auf den Weg nach draußen, als sie ein Kollege von Demian aufhält.

„Alica, warte mal einen Moment.“

„Was ist los?“

„Was ist dein Problem mit Demian?“

„Welches Problem, ich habe keines mit ihm und wenn geht es dich einen Scheiß an.“

sagt sie, geht weg und lässt ihn stehen. Draußen biegt sie sofort hinter den Autos ab, um nicht gesehen zu werden. Ihr Tag ist einfach beschissen, seit dem sie mit Demian geredet hat. Alles Mögliche kreist ihr durch den Kopf. Die Woche vergeht und zu ihrem Entsetzen muss sie mit diesen Typen auch noch zusammenarbeiten, da er ab nächster Woche in ihre Abteilung wechselt. Juhu denkt sie sich. Es verläuft jedoch alles ruhig. Sie reden nicht viel miteinander, sie antwortet nur wenn er sie wegen der Arbeit was fragt und nach Ende gehen sie getrennte Wege. Doch irgendwas stimmt mit Alica nicht, das merkt auch ihre beste Freundin Naomi.

„Was ist denn los mit dir?“

fragt sie Alica als sie am Spielplatz sitzen.

„Nichts, alles in Ordnung.“

„Sag mal für wie blöd haltest du mich. Wie lange kennen wir uns jetzt schon?“

„Lange!“

„Dann sage mir nicht dass du nichts hast.“

„Ich habe wirklich nichts. Sag mal, war Brian schon bei der Polizei, wegen den Typen.“

„Ja, gleich am Montag. Die gehen zwar der Sache nach, aber ob sie was machen können ist eine andere Sache.“

„Hat er dir erzählt, warum die Typen da waren.“

„Ja, irgendwas wegen Geld.“

„Sag mal, wie verblendet bist du. Den ganzen Scheiß hat er wegen dir und deiner Geldsucht gemacht.“

„Nein, Alica. Sicher nicht wegen mir, das hat er sich selbst eingebrockt und er soll sehen wie er da wieder raus kommt.“

„Naomi, ich hab dich gern aber lege mal deine Scheuklappen ab.“

sagt Alica und geht weg, da ihre Tochter sie gerufen hat.

„Alica!“

ruft Naomi ihr nach.

„Was ist denn?“

sagt sie als sie wieder zurück kommt.

„Hast du morgen Zeit?“

„Für was?“

„Um auf meine Kinder zu schauen, ich gehe mit Denise weg.“

„Ne Naomi. Ich habe meine Kinder auch und ich werde nicht auf fünf schauen.“

„Ach bitte, Brian ist auch nicht zu Hause.“

„Nein, Naomi. Dann musst du eben mal zu Hause bleiben.“

„Du bist echt eine super Freundin. Leck mich am Arsch.“

sagt Naomi, sammelt ihre Kinder ein und geht nach Hause. Der nächste Tag verläuft ziemlich ruhig für Alica, als um 22 Uhr das Handy läutet. Es ist Brian, der fragt ob Naomi bei ihr ist.

„Nein. Sie ist nicht bei mir warum?“

„Grace, hat mich angerufen, weil sie munter geworden ist und ihre Mutter nicht gefunden hat. Ich bin sofort nach Hause und Naomi war wirklich nicht da. Ich hab versucht sie am Handy anzurufen, sie geht nicht ran.“

„Scheiße! Das hat sie nicht wirklich gemacht.“

„Doch!“

„Brian, ich probiere sie zu erreichen. Melde mich dann bei dir.“

„Ja, danke.“

Alica legt wütend auf und wählt Naomi ihre Nummer. Nach dreimal läuten hebt sie ab, im Hintergrund ist Musik zu hören.

„Sag mal Naomi, wo bist du?“

„Was geht dich das an.“

„Du spinnst ja wohl, du kannst doch nicht deine Kinder alleine zu Hause lassen um feiern zu gehen.“

„Eigentlich bist du daran schuld. Du wolltest auf sie nicht schauen und außerdem ist Grace alt genug um auf die Kleinen zu schauen.“

„Sag mal hast du dir dein Gehirn weg gesoffen. Du bewegst deinen Arsch, nach Hause zu deinen Kindern aber flott.“

„Ne, ich lass mir von dir sicher nichts vorschreiben.“

sagt Naomi und legt auf. Alica ist stinke sauer und ruft Brian an.

„Hast du sie erreicht.“

„Ja, aber sie hat keinen Bock nach Hause zu kommen.“

„Na warte wenn die zurück kommt.“

„Brian, beruhig dich. Kümmere dich um deine Mäuse. Ich komme Vormittag rüber und wir klären das.“

„Ja ok. Gute Nacht, Alica.“

„Gute Nacht.“

sagt sie und legt auf. Schlafen kann sie nicht wirklich, denn in ihrem Kopf kreisen die Gedanken.

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