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Kapitel 10 Ein Missverständnis?

-Noah-

Ich wachte auf. Neben Emma, natürlich. Sie ist die Nacht über hiergeblieben, zur Schule mussten wir zum Glück auch nicht, da es Samstag war.

Ich dachte über den gestrigen Tag nach. Liebe ich Emma? Liebt sie mich? Wie geht es weiter? Sind wir jetzt zusammen? Viele Fragen, aber keine Antworten. Nur eins wusste ich, seit ich Emma das erste Mal sah, ging es in jedem Liebeslied um sie. Sie machte mich zum glücklichsten Jungen der Welt, egal was aus uns werden sollte, ob Freundschaft oder Beziehung, ich werde dafür sorgen, dass es ihr immer gut geht, selbst wenn sie nichts mehr mit mir zu tun haben möchte, ich lasse sie nicht allein, ich will nicht, dass sie wieder in das Loch der Trauer fällt und sich Selbstverletzt. Ich werde sie nicht aufgeben. Niemals.

Emma schlief noch und ich beobachtete sie dabei, als ich auf einmal ein komisches Gefühl im Bauch bekam. Nein, es war nicht komisch. Ich habe es vorher nur noch nie gespürt, es war neu für mich. Ich hatte bereits ein paar feste Freundinnen, die ich geliebt habe, also konnte es das typische "Schmetterlinge im Bauch" Gefühl nicht sein, aber was war es dann? Es war ein Kribbeln, es war unbeschreiblich. Unbeschreiblich schön, irgendwie...

Ich nahm mein Handy vom Nachttisch und googelte.

Ich tippte auf Enter und ich hatte einen kurzen Herzstillstand, nein das konnte nicht sein.

"Glückshormone tanzen im Bauch (=Schmetterlinge im Bauch). Es kribbelt, wenn wir verliebt sind oder uns über etwas Besonderes freuen (...) In dieser Phase werden im Gehirn besondere Botenstoffe freigesetzt, die im Magen oder Bauchraum so eine Art kribbeln auslösen"

Wie war das möglich? Könnte es sein, dass ich wirklich noch nie verliebt war?

Schmetterlinge im Bauch, verliebt sein. Darüber musste ich nachdenken

Emma fing an sich zu bewegen. Ich legte mich wieder neben sie und stützte mich auf einem Arm ab.

,,Guten Morgen Prinzessin" weckte ich sie, wären mein Daumen über ihre Wange strichen

,,Morgen" grummelte sie

,,Ich hab einen Plan"

,,Schieß los" antwortete sie noch etwas verschlafen

,,Wollen mir auf eine Kirmes gehen?"

,,Ja, klingt gut, aber erstmal Frühstücken, ich hab Riesen Hunger"

Wir gingen also runter, um uns Frühling zu machen.

Emma machte ich, auf ihren Wunsch hin, ein Toast mit Marmelade und mir machte ich ebenfalls ein Toast mit Marmelade und noch eins mit Käse.

Als wir fertig waren, räumte ich noch kurz die Küche auf und wir gingen wieder hoch in mein Zimmer.

,,Ich hab nichts zum Anziehen Noah"

Stimmt das hatte ich ja komplett vergessen.

,,Egal, dann lässt du das an und wir halten eben bei dir Zuhause an"

,,Ich soll deine Sachen anlassen? Was ist, wenn meine Brüder das sehen?"

,,Wäre das so schlimm? Du hast eh keine Wahl"

,,Ja, hast auch wieder recht, trotzdem"

Ich zuckte nur mit den Schultern und zog mir eine blaue Jeans und einen schwarzen Hoodie an.

Als ich meine Jogginghose runter zog drehte sich Emma um und ging ins Badezimmer, um sich die Haare zu machen.

Ich verstand es nicht, aber ich akzeptierte es, dass sie noch nicht so weit ist, dass ich mich vor ihr umziehen konnte, ohne dass sie Panik bekam und gehen musste.

-Emma-

Noah hielt vor meinem Haus an, damit ich aussteigen konnte.

Ich stieg aus und rannte nach oben, um mich umziehen. Meine Brüder saßen auf dem Sofa und guckten Fern. Sie hatten wahrscheinlich nicht mal gemerkt, dass ich über Nacht nicht da war. Typisch.

In meinem Zimmer angekommen zog ich mir eine blaue Skinny Jeans und einen schwarzen Hoodie an. Genau wie Noah. Blau-Schwarz. Ob er das merken würde?

Nicht mal 5min später saß ich wieder in Noahs Auto und wir fuhren zur Kirmes.

-Noah-

Ich stieg gerade vom Riesenrad ab und reichte Emma meine Hand, um ihr runter zu helfen. Ich musste lächeln. Sie trug eine blaue Skinny Jeans und einen schwarzen Hoodie, genau wie ich blau- schwarz. Ob das extra war oder doch Zufall?

,,Bitteschön Madame"

,,Danke der Herr" antwortete sie mir mit einem grinsen

Es war das Lächeln, was ich so sehr an ihr liebte. Ihre süßen Grübchen und ihre Augen, in denen man das wunderschöne Leuchten so gut erkennen konnte.

Wir gingen an einem Süßigkeitenstand vorbei und ich stelle mich an, um Emma ein Lebkuchenherz zu kaufen.

,,Für wen ist das?" fragte sie mich

-Emma-

Für wen kaufe er das Lebkuchenherz? Hat er etwa eine Freundin? Oder war ich jetzt seine Freundin? War ich nur seine zweite? Was war ich für ihn? Was war er für mich? Was waren wir? Viele Fragen, aber keine Antworten...

,,Für wen kaufst du das?

Noah bezahlte und ging an die Seite

,,Für dich" er lächelte mich an und hing mir das Lebkuchenherz um. Es war wunderschön, mit ein paar Blümchen und in der Mitte stand „Küss mich" meinte er das jetzt ernst?

Bevor ich mir da weiter Gedanken zu machen konnte kam ein älterer Mann zu uns ,,Seid ihr ein Paar?" Waren wir ein Paar? Ich wusste es nicht.

,,Nein, nur Freunde" antwortete Noah

Der Man nickte lächelnd, viel Spaß euch noch.

,,Danke" sagte Noah ebenfalls lächelnd

Nur Freunde, Noah? Wir sind nur Freunde? Und dann schenkst du mir ein Lebkuchenherz, auf dem „Küss mich" steht? Du bist so ein Playboy.

Ich schaute Noah an. Noah schaute mich an. Verstand er nicht, dass mich das gerade ziemlich verletzt hat. Wir haben uns geküsst und das nicht nur einmal, aber wir sind ja nur Freunde! Weil Freunde sich ja auch küssen. Mehrmals. Ich dachte kurz nach, sollte ich gehen? Von hier aus wären es ca. 5min Fußweg zu mir nach Hause.

Ich entschied mich dafür und rannte nach Hause. Ich war so schnell, Noah hatte keine Chance mir hinterherzulaufen. Ja es war kindisch, aber ich konnte Noah nicht mehr ansehen.

Ich hatte mir falsche Hoffnungen gemacht. Ich wusste es, ich hatte Hoffnung, dass es mit uns was werden könnte, aber natürlich nicht. Was hatte ich auch erwartet. Noah hatte seinen schlechten Ruf ja nicht umsonst, der kam auch irgendwo her. Ich war enttäuscht und sauer, mir kamen die Tränen.

Als ich mir sicher war, dass Noah nicht in meiner Nähe war, wurde ich langsamer und ging das letzte Stück etwas langsamer nach Hause.

Vor meinem Haus blieb ich stehen, nein nach Hause wollte ich nicht. Noah hatte die Nummer von meinen Brüdern. Ich entschied mich rüber, zu Leyla, zu gehen. Also tat ich das und klingelte an ihrer Haustüre.

Layla machte mir auf und ich fiel ihr weinend in die Arme

,,Hey, was ist los süße"

,,Noah" antwortete ich schluchzend

Leyla wusste noch nicht das wir uns geküsste haben, geschweige denn, dass ich bei ihm übernachtet habe und er meine Narben gesehen hat.

,,Okay ich hole Cola, Redbull und Schokolade. Geh hoch in mein Zimmer, ich komme nach und dann erzählst du mir alles"

Ich nickte und ging hoch in Leylas Zimmer.

Leyla war einfach die beste Freundin, die man haben konnte, sie war immer für mich da und das liebte ich so sehr an ihr.

Immer wenn eine von uns eine Krise hat, wird Redbull oder Cola getrunken und Schokolade gegessen.

Leyla kam mit den Sachen nach oben und setzte sich mir gegenüber, auf das Bett.

Ich fing an zu erzählen, von dem Vorfall im Gym bis zum Kuss und bis zu dem Lebkuchenherz und wie ich hier kam.

,,Okay wow" sagte sie nur

Leyla war sprachlos und das verstand ich. Ich war es selbst auch.

,,Er ist ein Arschloch Emmi, ich weiß du willst es nicht war haben, weil du in ihn verschossen bist, aber er ist es. Glaub mir. Er tut dir nicht gut"

,,Ich weiß. Trotzdem, so kann der doch nicht mit mir umgehen"

,,Da hast du recht, das lassen wir nicht zu. Morgen in der Schule, du wirst ihn ignorieren. Und zwar komplett, nicht schwach werden. Er wird wie eine Klette an die kleben, aber du bleibst standhaft und bleibst sauer. Verstanden?!"

,,Jo verstanden!" ich musste lachen. Leyla war einfach der Hammer.

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