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Kapitel 5

Hugo stürmte außer sich in die Schatzkammer der Ältesten, mit Augen, die vor Panik wild umherflackerten, als er den Blutmond-Ring zwischen den gestifteten Artefakten entdeckte. „Das kann nicht hier sein! Florentina würde das niemals hergeben!“

Doch die Beweise waren unbestreitbar - jeder einzelne heilige Gegenstand, den ich je von ihm erhalten hatte, lag akkurat in der Spendentruhe bereit, um an bedürftige Wölfe verteilt zu werden.

Die Rudelversammlung an jenem Abend fühlte sich an wie ein Tanz auf einem Vulkan. Hugo spielte seine Rolle perfekt - der hingebungsvolle Alpha, der seine Luna öffentlich umsorgte, während er sie im Verborgenen verriet.

Als jemand in meiner Nähe silberhaltiges Räucherwerk anzündete, löschte Hugo es sofort. „Du weißt doch, dass Silberrauch Luna Florentina zusetzt“, ermahnte er, und sein schützendes Theaterstück war überzeugend genug, um jeden zu täuschen, der nicht die Wahrheit kannte.

Als Beta Marcus mir im Scherz Eisenhutwein anbot, schlug Hugo ihm den Becher aus der Hand. „Das ist kein Spaß, Marcus. Eisenhut könnte ihr ernsthaft schaden.“

Er legte mir sogar seinen Alpha-Umhang über die Schultern, als die Nachtluft kühler wurde - seine Berührung war sanft und fürsorglich, während er mir zuraunte: „Meine Luna darf sich nicht erkälten.“

Die Rudelmitglieder murmelten zustimmend. „So ein hingebungsvoller Gefährte“, sagten sie. „Alpha Hugo weiß seine Luna wirklich zu schätzen.“

Wenn sie nur wüssten.

Ich entschuldigte mich früh mit der Ausrede, müde zu sein, und zog mich in die Schatten außerhalb des Rudelhauses zurück. Da tauchte Jessica auf und schlich durch die Dunkelheit wie die Raubkatze, die sie war.

Die Reaktion des Rudels auf ihr Erscheinen sagte mir alles, was ich wissen musste - niemand schien überrascht. Sie alle wussten von Hugos Affäre, wahrscheinlich schon seit Langem.

Die abendlichen Spiele wurden immer ausgelassener, je höher der Mond stieg. Während einer besonders derben Runde von „Wahrheit oder Pflicht“ fragte jemand Hugo nach seinem letzten Paarungserlebnis.

Seine Brust schwoll vor Stolz, als er antwortete: „Letzte Nacht am Mondlichtsee.“ Jessica kicherte und drängte sich noch enger an ihn. Ihr silbernes Haar fing das Feuerlicht ein, während sie seinen Hals streichelte.

Das Rudel brach in Gelächter und anerkennende Pfiffe aus. „Wilde Wölfe sind einfach aufregender als zahme!“ rief jemand.

„Luna Florentina kriegt das nie mit“, fügte eine andere Stimme hinzu. „Sie ist viel zu gutgläubig!“

Hugos Miene wurde ernst, als er sich an die Menge wandte. „Niemand verrät Florentina etwas. Was in Wolfsgestalt geschieht, bleibt in Wolfsgestalt.“

Dann zog er Jessica auf seinen Schoß und küsste sie leidenschaftlich, während das Rudel zustimmend johlte.

Ich stand wie angewurzelt im Türrahmen, und mein geschärftes Gehör fing jedes Wort auf, jedes Lachen, jede beiläufige Missachtung meiner Gefühle. Meine Augen blitzten golden auf vor kaum gezügelter Wut. Meine Wolfsgestalt drängte danach, hervorzubrechen und ihnen allen zu zeigen, was eine ‚zahme‘ Luna wirklich vermochte.

Doch Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert.

Und ich war dabei, ihnen ein Festmahl zu bereiten, das sie nie vergessen würden.

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