
Zusammenfassung
Als ich die Agentur für Identitätslöschung anrief, zitterten meine Finger, aber meine Stimme blieb ruhig. „Ich möchte vollständig verschwinden. Stellen Sie sicher, dass mich nie jemand finden kann.“ Auf dem Fernseher auf der anderen Seite des Raumes wurde Hugos Krönungszeremonie als Alpha des Silver Moon Rudels gezeigt. Seine goldenen Augen funkelten vor Stolz. Als er ins Mikrofon sprach, trug seine Stimme jene vertraute Wärme, die einst mein Herz schneller schlagen ließ. „Ich widme diese Alpha-Position meiner geliebten Gefährtin, Luna Florentina“, erklärte er und presste dabei die Hand in der traditionellen Werwolf-Geste der Hingabe auf sein Herz. Ein bitteres Lachen entkam meinen Lippen, als ich ihm dabei zusah, wie er für die Kameras spielte. Wie perfekt er den hingebungsvollen Gefährten spielte! Dabei hatte ich erst vor drei Monaten seinen Geruch, vermischt mit dem einer anderen Wölfin, an unserem heiligen Bindungsort wahrgenommen.
Kapitel 1
Als ich die Agentur für Identitätslöschung anrief, zitterten meine Finger, aber meine Stimme blieb ruhig. „Ich möchte vollständig verschwinden. Stellen Sie sicher, dass mich nie jemand finden kann.“
Auf dem Fernseher auf der anderen Seite des Raumes wurde Hugos Krönungszeremonie als Alpha des Silver Moon Rudels gezeigt. Seine goldenen Augen funkelten vor Stolz. Als er ins Mikrofon sprach, trug seine Stimme jene vertraute Wärme, die einst mein Herz schneller schlagen ließ.
„Ich widme diese Alpha-Position meiner geliebten Gefährtin, Luna Florentina“, erklärte er und presste dabei die Hand in der traditionellen Werwolf-Geste der Hingabe auf sein Herz.
Ein bitteres Lachen entkam meinen Lippen, als ich ihm dabei zusah, wie er für die Kameras spielte. Wie perfekt er den hingebungsvollen Gefährten spielte! Dabei hatte ich erst vor drei Monaten seinen Geruch, vermischt mit dem einer anderen Wölfin, an unserem heiligen Bindungsort wahrgenommen.
Ich erinnerte mich an die Warnung, die ich ihm an unserem Paarungstag gegeben hatte. Meine Hand umklammerte seine, als wir unter dem Vollmond Blut austauschten. „Hugo, solltest du jemals unser Gefährtenbündnis verraten, werde ich für immer aus deiner Welt verschwinden.“
Er hatte damals gelacht, mich nähergezogen und mir mit seinen Wolfsaugen tief in die Augen geblickt. „Niemals, Florentina. Du bist meine einzige Luna.“
Diese Worte fühlten sich jetzt wie Gift an. Drei Monate lang hatte ich akribisch meine Flucht geplant und dabei jede Ressource genutzt, die einer wahren Luna zur Verfügung stand. Das Gefährtenbündnis gab mir gewisse Privilegien und Rechte, die selbst ein Alpha nicht widerrufen konnte.
Ich griff nach der elegant verpackten Geschenkbox auf meinem Schreibtisch und spürte das Gewicht des Gefährten-Trennungsvertrags darin. Das Mondlicht, das durch mein Fenster strömte, schien meine Entscheidung zu billigen, und es warf silberne Schatten auf das Dokument, das allem ein Ende setzen würde.
Die Stimme des Agenturvertreters knisterte durch das Telefon. „Sobald wir den Prozess abgeschlossen haben, gibt es keinen Weg zurück. Bist du dir dessen absolut sicher?“
Ich schloss die Augen und spürte Hugos Verrat wie eine körperliche Wunde in meiner Brust. Das Band zwischen uns pulsierte schwach und war befleckt von seiner Untreue. „Ja, ich möchte vollständig aus der Werwolfwelt gelöscht werden.“
Als ich auflegte, hörte ich, wie Hugos Stimme aus dem Fernseher ertönte und seinem Rudel eine strahlende Zukunft mit seiner „geliebten Luna“ an seiner Seite versprach.
Wenn er doch nur wüsste, dass seine Luna bald nichts weiter als ein Geist sein würde!
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