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Kapitel 5. Ungewohnte Empfindung

Seine kalten grünen Augen fixierten ein Paar leuchtend blauer Augen und für einen flüchtigen Moment schien die Welt um sie herum stillzustehen.

Sie blinzelte einmal, dann zweimal, und ein leises Keuchen entfuhr ihren leicht geöffneten Lippen. Sofort lenkte dies Killians Blick nach unten.

Verdammt. Diese Lippen. So verdammt küssbar. Schon beim Anblick war er schmerzhaft erregt. Sein Herz raste und sein innerer Wolf knurrte.

Was zum Teufel war mit ihm los?

Doch plötzlich veränderte sich ihr Gesichtsausdruck, und Entsetzen blitzte in ihren Augen auf. Sie begann, sich aus seinen Armen zu winden, und diese Veränderung ließ ihn verwirrt die Stirn runzeln.

Vor wem hatte sie Angst? Vor ihm?

Als sie sich heftiger wehrte, ließ er sie gehen.

Sie blieb keinen Augenblick länger. Sie drehte sich um und rannte davon, als ob ihr das Leben davonlaufen würde.

Killian stand wie erstarrt da und spürte noch immer ihren Abdruck in seinen Armen.

„Wer zum Teufel war sie?“

Die Frage wurde von seinem Wolf knurrend wiederholt und beanspruchte Killians gesamte Aufmerksamkeit - alles andere rückte in den Hintergrund.

„Das war Isabella Hart. Deine Braut“, erklärte Ethan und bemerkte Killians erwartungsvollen Gesichtsausdruck. Wie aus einer Trance erwachte Killian. Er starrte Ethan an und blickte dann wieder in die Richtung, in die Isabella verschwunden war.

„Wo warst du, Bella?“, fragte Jessica finster, als Isabella den Raum betrat, in dem sie sich für die Hochzeit fertigmachen sollte. Jessica war bereits da, wartete - und kochte vor Wut.

Als Isabella hörte, dass sich jemand in der Küche verletzt hatte, konnte sie nicht anders, als dem Omega, der vor Schmerzen wimmerte, zu Hilfe zu eilen. Es dauerte länger als erwartet. Doch was sie nie erwartet hatte, war die Begegnung mit Alpha Killian.

Woran hat sie ihn erkannt?

Niemand besaß eine so einschüchternde, kalte Aura wie er. Als ihr in diesem Moment klar wurde, dass der unbekannte Mann, mit dem sie zusammengestoßen war, kein Fremder war, sondern Alpha Killian, überkam sie ein Gefühl des Entsetzens.

Noch furchterregender als das?

Dieses seltsame, ungewohnte Gefühl, das sie durchfuhr, als er sie hielt.

Was war das?

„Ach, du Träumerin! Komm aus deinen Tagträumen zurück auf die Erde und beehr uns mit deiner jämmerlichen Anwesenheit!“, höhnte Jessica und riss sie zurück in die Realität. „Nun mach dich schnell fertig. Alpha Killian ist schon da, und alle warten auf die Braut. Und dein Vater ruft dich“, fügte sie hinzu, bevor sie hinausging.

Isabella seufzte, während sie ihr schlichtes weißes Brautkleid betrachtete. Sie hob es auf und begann, sich schnell umzuziehen.

Sie band sich das Haar zu einem lockeren Dutt und setzte sich den Schleier auf. Dann trat sie aus dem Zimmer und bemerkte einige Omegas, die darauf warteten, sie in den Hochzeitssaal zu begleiten. Ihre Mutter oder ihre Schwester waren nicht dabei. Niemand aus ihrer Familie.

Als Isabella den Trauungsort betrat, stockte ihr der Atem. Die offene Fläche am Waldrand hatte sich in einen majestätischen Hochzeitssaal verwandelt: Große, tiefrote und goldene Stoffbahnen bauschten sich im Wind und erinnerten an einen prächtigen Saal. Laternen hingen an hohen Holzpfählen und tauchten die Feiernden in ein warmes Licht, während die Dämmerung hereinbrach. Der Duft von Kiefern vermischte sich mit dem zarten Aroma frischer Rosen, die den Gang säumten.

Ihr Blick wanderte zu dem erhöhten Podest in der Mitte, auf dem ihr Vater, Alpha George, stand. Seine tiefe Stimme hallte über das Gelände des Rudels und zog die Aufmerksamkeit aller auf sich.

„Heute habe ich eine sehr wichtige und erfreuliche Ankündigung zu machen“, begann er und ließ seinen Blick über die Menge schweifen. „Wir freuen uns sehr, unsere hochgeschätzten Gäste, Alpha-König James Nightbane und seinen Sohn, Alpha-Prinz Killian Nightbane, bei uns zu haben.“

Ein leises Murmeln ging durch die Menge.

„Ich freue mich, verkünden zu können, dass unsere Rudel ein Bündnis geschlossen haben“, fuhr Alpha George fort. „Und um dieses Bündnis zu besiegeln, wird Prinz Killian meine Tochter Isabella heiraten.“

Isabellas Brust schnürte sich vor Nervosität zusammen. Blicke richteten sich auf sie - manche voller Überraschung, andere voller Urteile. Sie stand wie erstarrt am Rand der Versammlung und versuchte, ihre Gefühle und ihre Mimik zu kontrollieren. Bis jetzt hatte das gesamte Rudel geglaubt, Alpha Killian würde Jessica heiraten. Niemand hatte damit gerechnet, dass Isabella seine Braut sein würde.

Jetzt, da sie es wussten, fürchteten sie seinen Zorn. Wenn Alpha Killian herausfände, dass seine auserwählte Braut nichts weiter als eine schwache Wölfin war, würde sein Zorn gnadenlos sein ... Und jeder einzelne von ihnen würde den Preis dafür zahlen.

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