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Kapitel 5. Ungewohnte Empfindung

Seine kalten grünen Augen fixierten ein Paar leuchtend blaue Augen, und für einen flüchtigen Moment schien die Welt um sie herum stillzustehen.

Sie blinzelte – einmal, dann zweimal – und ein leises Keuchen entfuhr ihren leicht geöffneten Lippen, was Killians Blick sofort nach unten lenkte.

Verdammt. Diese Lippen. So verdammt küssbar. Schon beim Anblick war er schmerzhaft erregt. Sein Herz raste, und sein innerer Wolf knurrte.

Was zum Teufel war mit ihm los?

Doch plötzlich veränderte sich ihr Gesichtsausdruck – Entsetzen blitzte in ihren Augen auf. Sie begann, sich aus seinen Armen zu winden, und diese Veränderung ließ ihn verwirrt die Stirn runzeln.

Vor wem hatte sie Angst? War es er?

Als sie sich jedoch heftiger wehrte, ließ er sie gehen.

Sie blieb keinen Augenblick länger. Sie drehte sich um und rannte davon – als ob sie um ihr Leben rennen müsste.

Killian stand wie erstarrt da und spürte noch immer ihren Abdruck in seinen Armen.

„Wer zum Teufel war sie?“

Die Frage wurde von seinem Wolf in seinem Kopf knurrend wiederholt und beanspruchte Killians gesamte Aufmerksamkeit – alles andere auf der Welt rückte in den Hintergrund.

„Das war Isabella Hart. Deine Braut“, erklärte Ethan und bemerkte Killians erwartungsvollen Gesichtsausdruck. Wie aus einer Trance erwachte Killian. Er starrte Ethan an und blickte dann wieder in die Richtung, in die Isabella verschwunden war.

*

„Wo warst du, Bella?“, fragte Jessica finster, als Isabella den Raum betrat, in dem sie sich für die Hochzeit fertig machen sollte. Jessica war bereits da, wartete – und kochte vor Wut.

Als Isabella hörte, dass sich jemand in der Küche verletzt hatte, konnte sie nicht anders, als dem Omega, der vor Schmerzen wimmerte, zu Hilfe zu eilen. Es dauerte länger als erwartet. Doch was sie nie erwartet hatte, war die Begegnung mit Alpha Killian.

Woran hat sie ihn erkannt?

Niemand besaß diese einschüchternde, kalte Aura, die so stark und gebieterisch war wie die des Alphas. In dem Moment, als ihr klar wurde, dass der unbekannte Mann, mit dem sie zusammengestoßen war, kein Fremder war – sondern Alpha Killian –, überkam sie ein Gefühl des Entsetzens.

Noch furchterregender als das?

Dieses seltsame, ungewohnte Gefühl, das sie durchfuhr, als er sie hielt.

Was war das?

„Ach, du Träumerin, komm aus deinen Tagträumen zurück auf die Erde und beehre uns mit deiner jämmerlichen Anwesenheit“, höhnte Jessica und riss sie zurück in die Realität. „Nun, mach dich schnell fertig. Alpha Killian ist schon da, und alle warten auf die Braut. Und Vater ruft dich“, fügte sie hinzu, bevor sie hinausging.

Isabella seufzte, als sie ihr schlichtes weißes Brautkleid betrachtete. Sie hob es auf und begann sich schnell umzuziehen.

Sie band ihr Haar zu einem lockeren Dutt und setzte sich den Schleier auf den Kopf. Dann trat sie aus dem Zimmer und bemerkte einige Omegas, die darauf warteten, sie zum Hochzeitssaal zu begleiten – nicht ihre Mutter, nicht ihre Schwester. Niemand aus ihrer Familie.

Als Isabella den Trauungsort betrat, stockte ihr der Atem. Was sonst eine offene Fläche am Waldrand gewesen war, hatte sich in einen majestätischen Hochzeitssaal verwandelt – große, tiefrote und goldene Stoffbahnen bauschten sich im Wind und erinnerten an einen prächtigen Saal. Laternen hingen an hohen Holzpfählen und tauchten die Feiernden in ein warmes Licht, während die Dämmerung hereinbrach. Der Duft von Kiefern vermischte sich mit dem zarten Aroma frischer Rosen, die den Gang säumten.

Ihr Blick wanderte zu dem erhöhten Podest in der Mitte, wo ihr Vater, Alpha George, stand. Seine tiefe Stimme hallte über das Gelände des Rudels und zog die Aufmerksamkeit aller auf sich.

„Heute habe ich eine sehr wichtige und erfreuliche Ankündigung zu machen“, begann er und ließ seinen Blick über die Menge schweifen. „Wir freuen uns sehr, unsere hochgeschätzten Gäste – Alpha-König James Nightbane und seinen Sohn, Alpha-Prinz Killian Nightbane – bei uns zu haben.“

Ein leises Murmeln ging durch die Menge.

„Ich freue mich, verkünden zu können, dass unsere Rudel ein Bündnis geschlossen haben“, fuhr Alpha George fort. „Und um dieses Bündnis zu besiegeln, wird Prinz Killian meine Tochter Isabella heiraten.“

Isabellas Brust schnürte sich vor Nervosität zusammen. Blicke richteten sich auf sie – manche voller Überraschung, andere mit stummen Urteilen. Sie stand wie erstarrt am Rand der Versammlung und versuchte, ihre Gefühle und ihren Ausdruck zu beherrschen. Bis jetzt hatte das gesamte Rudel geglaubt, Alpha Killian würde Jessica heiraten, aber niemand hätte sich vorstellen können, dass Isabella seine Braut sein würde.

Jetzt, da sie es wussten, fürchteten sie seinen Zorn – wenn Alpha Killian herausfände, dass seine auserwählte Braut nichts weiter als eine schwache Wölfin war, würde sein Zorn gnadenlos sein… und jeder einzelne von ihnen würde den Preis dafür zahlen.

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