Drei - Amalia
Er beobachtet mich. Er tut es immer. Es ist geradezu unheimlich, wie seine intensiven Blicke meine Haut zum Prickeln bringen und sie förmlich in Flammen aufgehen lassen. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel bestätigt meine Vermutung. Sein schwarzer Audi bleibt unerbittlich direkt hinter uns, seine gleißenden Scheinwerfer dringen erbarmungslos in mein Gesicht. Der Drang, mich umzudrehen und durch das Rückfenster zu spähen, um einen flüchtigen Blick auf ihn zu erhaschen, wird jedoch jäh durch einen zwickenden Schmerz in meiner Seite unterbrochen. Meine Mutter hat mich fest in ihre Fänge genommen und flüstert mit bedrohlichem Ton: "Halte dich gerade, lege deine Hände in den Schoß." Ihre Worte sind wie ein Knurren, das nur für mich bestimmt ist und meine Ohren erreicht.
Das Haus, das wir betraten, war mit einem Hauch von Anmut und Geheimnis erfüllt. Meine Mutter nahm sich einen Moment, um ihre Haare zu richten, während wir auf den Empfang warteten. Ihre Worte, die sie mit ernster Stimme an mich richtete, hallten in meinen Ohren wider. "Du wirst immer an meiner Seite bleiben und ihm aufrichtig und freundlich antworten, falls er dich etwas fragt", flüsterte sie so leise, dass nur ich es hören konnte. Mit einem zustimmenden Nicken folgte ich ihr die Treppe hinauf, doch meine Aufmerksamkeit wurde im Augenwinkel vom schwarzen Audi gefangen genommen. Für einen kurzen Moment hielt ich inne, drehte mich um und ließ meinen Blick über das Fahrzeug gleiten.
Plötzlich durchfuhr mich ein blitzartiges Gefühl, als ich einen Duft wahrnahm. Ein verlockender Hauch von Moschus und Freiheit umhüllte mich wie ein unsichtbarer Nebel. Gleichzeitig hörte ich das hastige Klopfen meines eigenen Herzens, das in meinem Brustkorb wild zu pochen schien. Ein Gefühl der Faszination und der Vorsicht setzte sich in mir fest, als ich mich von diesem unverwechselbaren Duft angezogen fühlte.
Dann geschah etwas Unvorhergesehenes. Eine Stimme, tief und rauchig, flüsterte aus dem Nichts direkt in mein Ohr: "Willkommen in der Hölle, Amalia." Ein Schauer durchlief meinen Körper und brachte meine Haut zum Prickeln. In diesem Moment spürte ich, wie eine unerklärliche Kälte mich überkam. Es war eine Mischung aus Angst, Faszination und einer unerklärlichen Anziehungskraft, die alles in mir durcheinander brachte.
