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Vier - Rain

Das Zippo in meiner Hand war leicht und glatt, wenn ich es zwischen meinen Fingern hin und her bewegte. Der Klang des Mechanismus, der jedes Mal ein lautes Klicken erzeugte, dröhnte in meinen Ohren. Ich konnte sehen, wie sie ihren Kopf in die Menschenmenge wandte, auf der Suche nach mir, obwohl sie nicht wissen konnte, wie ich aussah. Ein amüsiertes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, während mein Vater mich aufmerksam beobachtete und seine Begleiterin, ihre Mutter, ihre Augenbrauen überrascht nach oben zog. Der Anzug, der meinen Körper umschloss, fühlte sich wie eine einschränkende Panzerung an. Immer wieder suchte ich ihren Blick, bis unsere Augen sich endlich trafen. Es schien fast, als könnte sie erkennen, dass eine unsichtbare Aura mich stets einen Schritt vorausbrachte.

Plötzlich legte sie ihre Hände fest auf den Tisch und ihre Mutter hob erstaunt die Augenbrauen. Ein Anflug von Besorgnis trat in ihre Züge. "Ich muss..." begann sie zögernd, brach dann jedoch ab und nahm ihre Hände vom Tisch. Mit einem flüchtigen Blick zu ihrer Mutter erhob sie sich langsam von ihrem Stuhl. Ihre Bewegungen waren behutsam und ihre Stimme kaum hörbar, als sie sagte: "Ich muss leider kurz weg, für kleine Mädchen." In diesem Moment schien die Zeit stillzustehen. Unsere Blicke waren fest miteinander verbunden und eine unausgesprochene Botschaft schien zwischen uns zu schweben. Ein leiser Schauer lief mir über den Rücken, als ich ihr Flehen in ihren Augen sah. "Tu das nicht, Kleines", raunte ich ihr gedanklich zu. "Sieh mich nicht an, denn wenn du in die Dunkelheit blickst, wirst du nie wieder zurückfinden."

Die Tür schließt sich hinter ihr, und ich halte meinen Blick unverwandt auf sie gerichtet, während mein Vater sich räuspert. Das Flüstern in seiner zitternden Stimme hat eine unheimliche Note, als ob er instinktiv spüren würde, dass ich der Dämon in unserer Familie bin. Er ahnt, dass ich ihre vermeintliche Idylle in Flammen aufgehen lassen werde. Vielleicht hat er es schon gewusst, als er sich mit ihrer Mutter verband. Die bittere Erkenntnis liegt wie ein bleischweres Gewicht auf meiner Zunge, und ich stehe auf, ohne den beiden am Tisch auch nur einen flüchtigen Blick zu schenken.

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