Kapitel 3
Die Zehn-Millionen-Dollar-Wette schlug im Livestream ein wie eine Bombe und entzündete alle Kommentare.
Heilige Scheiße! Zehn Millionen?!
Das kann nicht echt sein - die hat doch ganz sicher mächtige Schutzpatrone im Rücken!
Timos Blick verdunkelte sich langsam, fiel wie eine Klinge auf mich. "Sag mir, wer diese Wette für dich platziert hat? Ist das irgendein Mann, den du dir hältst?"
Ich hob den Kopf und traf seinen eisigen Blick, als trenne uns eine Mauer aus Eis. "Das geht dich einen Scheiß an. Sobald ich oben bin, lassen wir uns scheiden."
Bei diesen Worten wurde Timos Gesicht augenblicklich finster. Seine Knöchel spannten sich, Adern traten hervor.
"Scheidung?" Er lachte leise auf, kalt und ohne jeden Humor. "Du glaubst echt, du kommst ungeschoren davon?"
Er wandte sich den Leibwächtern zu, seine Stimme eisig. "Da das hier eine Kletterherausforderung ist, machen wir sie realistischer. Werft ein paar Steine runter."
Mein Herz zog sich plötzlich zusammen. Das Blut schien mir aus dem Gesicht zu weichen, ich wurde blass.
Bald hoben mehrere Leibwächter Felsbrocken und schoben sie in Richtung meiner Kletterroute.
Ein pfeifendes Geräusch begleitete die fallenden Steine, die haarscharf an mir vorbeischossen, eiskalten Wind mit sich brachten und schwer in die Wellen krachten. Die aufspritzende Gischt schoss hoch in die Luft, als wollte sie meine Ohnmacht noch unterstreichen.
"Timo! Bist du wahnsinnig?", presste ich durch zusammengebissene Zähne. "Das könnte mich töten!"
Er kniff die Augen zusammen, höhnisch. "Das simuliert doch nur reale Kletterbedingungen. Du bist doch die Profi - ist die Reaktion nicht ein bisschen theatralisch?"
Doch im nächsten Moment stießen sie einen massiven Felsbrocken, der direkt auf mich zufiel!
Ich hatte keine Zeit auszuweichen, konnte mich nur gegen die Felswand pressen. Doch ich war zu langsam.
KRACH!
Die heftige Erschütterung traf mich, als der Brocken meine Schulter streifte. Die Hälfte meines Körpers bekam einen brutalen Treffer, verlor sofort das Gleichgewicht. Mein Rücken wurde vom Felsen aufgeschürft, ein stechender Schmerz durchfuhr mich.
Meine Finger lockerten sich durch den Aufprall, mein Körper schwankte heftig, wurde fast abgeworfen. Der Fixpunkt unter meinen Füßen brach an einer Ecke weg, Trümmer klapperten in die Tiefsee.
Die Livestream-Kommentare explodierten:
Verdammt! Es hat sie echt getroffen!
Das ist kein Spiel mehr - das ist versuchter Mord!
Der Privatarzt oben auf der Klippe geriet in Panik. "Timo! Ihre Wunde ist wieder aufgegangen - das gibt ernste Probleme!"
Auch Timos Gesicht veränderte sich. "Ich habe ausdrücklich kleine Steine angeordnet - wer hat befohlen, so einen großen zu werfen?!"
Er wirbelte herum und schrie die Leibwächter an. "Wollt ihr sie umbringen?!"
Der Arzt hatte gerade seine Verbandtasche gezogen, um meine Blutung zu stoppen, als Viktoria schnell vortrat und leise sagte: "Lass mich Madleen helfen. Ich will nicht, dass ihr was passiert."
Sie nahm die Erste-Hilfe-Tasche, doch ihre Hände zitterten leicht. Im nächsten Moment -
"Hoppla!"
Die Tasche entglitt ihren Händen, flog in einem Bogen durch die Luft, krachte schwer gegen nahe Felsen, rollte dann über den Klippenrand und wurde vom Seewind spurlos fortgeweht.
