Kapitel 5
„Komm morgen früh, dann gehen wir zusammen“, sagt sie leise, und ich nicke zustimmend.
Wir sind beide total erschöpft. Wir haben während der gesamten Ferien jeden Tag ausgeschlafen, und heute war unser erster Tag zurück an der Uni.
Es ist schon Nachmittag und ich möchte nur noch schlafen. Sobald ich nach Hause komme, werde ich erschöpft ins Bett fallen.
"Tschüss! Und sag mir Bescheid, wenn du wieder zu Hause bist", sage ich, als ich aus dem Auto steige.
Sie nickt und winkt kurz. Ich rücke meinen Rucksack zurecht und gehe los in Richtung Haus. Als ich vor der Tür ankomme, sehe ich das Motorrad meiner Mutter draußen parken.
„Ist er zu Hause?“, murmele ich vor mich hin und blinzle überrascht.
Sie geht zur Bäckerei und kommt nachmittags zurück. Sie liebt Backen, weshalb ihr Vater sie dazu ermutigt hat. Anfangs hatte sie Angst, weil sie keine gelernte Bäckerin war, aber nach und nach hat sie sich alles selbst beigebracht. Jetzt backt sie wunderbar.
„Mama, ich bin zu Hause!“, rufe ich, als ich ins Haus gehe. Ich höre ihre Stimme aus der Küche.
Ich gehe in die Küche und sehe sie am Herd stehen, sie kocht etwas. Sofort erfüllt der Duft den Raum.
—Ich bereite etwas Leckeres für dich vor—, sagt sie mit einem warmen Lächeln, ohne sich auch nur umzudrehen, denn sie weiß bereits, dass ich es bin.
Ich gehe hinüber und umarme sie von der Seite, lege meinen Kopf einen Moment lang an ihre Schulter. „Mama, dafür liebe ich dich. Ich habe keinen Hunger. Ich habe schon mit Renata gegessen“, sage ich leise.
Sie nickt und lächelt: „Ich liebe dich mehr. Geh jetzt und ruh dich aus. Wir essen später zusammen.“
Bevor ich die Küche verlasse und in mein Zimmer gehe, gebe ich ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange.
Sobald ich drinnen bin, ziehe ich mich schnell um und lasse mich aufs Bett fallen, wobei mich die ganze Müdigkeit des Tages auf einmal überkommt.
Dies war der letzte friedliche Tag meines Lebens, denn ab morgen wird meine Welt auf den Kopf gestellt. Ich fühle mich jetzt schon unwohl und weiß, dass die Dinge bald eine unerwartete Wendung nehmen werden.
Vor Müdigkeit fallen mir langsam die Augen zu und ich schlafe friedlich ein, zum letzten Mal.
Das Morgenlicht taucht den Chapultepec-Wald in goldenes Licht. Lomas de Chapultepec ist ruhig und friedlich, fernab vom Trubel der Straßen von Mexiko-Stadt. Die Luft ist frisch, klar und belebend zugleich. Vorbei an alten Bungalows aus der britischen Kolonialzeit und den Häusern vieler wohlhabender und einflussreicher Persönlichkeiten erreichen wir schließlich die Residencial Altavista.
Die gewaltigen Eisentore öffnen sich langsam und knarrend. Dahinter empfängt uns ein großer, grüner Garten. Einige joggen, andere treiben Sport, und ein paar sitzen entspannt in der warmen Sonne.
Hinter dem Garten erheben sich drei imposante Luxustürme majestätisch, deren Glasfassaden im Morgenlicht wie Spiegel schimmern. Altavista Residential, eine der exklusivsten und prestigeträchtigsten Wohnanlagen in Lomas de Chapultepec, bietet die perfekte Verbindung von Kraft, Ruhe und Schönheit.
Wir gingen zum Smaragdturm und fuhren mit dem Aufzug in die oberste Etage. Die Aufzugtür öffnete sich mit einem metallischen Klirren, und wir blieben vor einer Plakette mit der Aufschrift „Alcázar Residence“ stehen. Die Tür war tiefschwarz, glatt und glänzend, daneben befand sich eine goldene Plakette.
Zu beiden Seiten der Tür stehen Töpfe mit frischen Grünpflanzen, die dem Eingangsbereich eine moderne und gleichzeitig naturnahe Atmosphäre verleihen.
Als sich die Tür öffnet, erfüllt das leise Klicken der Scharniere den Raum. Wir treten ein. Gleich neben der Tür sehen wir ein kleines, aber elegantes Sofa.
Daneben steht ein ordentlicher Kleiderschrank voller Schuhe und anderer Schuhe, alles übersichtlich sortiert. Davor hängen ein paar Bilderrahmen an der Wand und verleihen dem Zuhause eine gemütliche Atmosphäre.
Als wir weitergehen, erblicken wir das Wohnzimmer. Der Raum ist geräumig und hell. Große, bequeme Sofas sind ordentlich angeordnet, und gegenüber hängt ein großer Fernseher an der Wand.
Die Wohnzimmergestaltung ist in Cremeweiß gehalten und wirkt dadurch ruhig und elegant. Es gibt nichts Überflüssiges: nur die Sofas, den Fernseher und einen kleinen Couchtisch in der Mitte.
Gegenüber dem Wohnzimmer erhebt sich majestätisch eine massive Glastür. Öffnet man sie, eröffnet sich ein Balkon mit atemberaubendem Blick auf den Wald von Chapultepec und den Paseo de la Reforma. Die Bäume glitzern im Sonnenlicht, und eine sanfte Brise streichelt das Gesicht. Auf dem Balkon stehen zwei Stühle und ein kleiner Tisch sowie einige Topfpflanzen, die dem wunderschönen Ausblick eine gemütliche, wohnliche Note verleihen.
Auf dem Balkon stehen zwei Stühle und ein kleiner Teetisch sowie einige Blumentöpfe, die der schönen Aussicht eine sanfte, wohnliche Note verleihen.
Beim Betreten des Hauses führt der Flur rechts zu den Schlafzimmern. Die Küche befindet sich direkt gegenüber der Glastür, die auf den Balkon führt. Sie ist modern, makellos sauber und blitzblank. Die Marmorarbeitsplatte ist poliert, und der Duft von Frühstück liegt in der Luft.
Wenn man den Flur entlanggeht, gelangt man in das erste Zimmer von Leonardo und Claudia, den Hausbesitzern. Ihr Zimmer ist eine Mischung aus farbenfrohen und schlichten Gegenständen: bunte Kissen, weiche Vorhänge und einige elegante Dekorationsobjekte. Das Zimmer strahlt Wärme und Behaglichkeit aus, genau wie die Menschen, die dort leben.
Das zweite Zimmer am Ende des Flurs ist das Gästezimmer, ruhig und ordentlich, bereit, jeden willkommen zu heißen, der dort übernachten möchte. Das letzte Zimmer gehört Damián Alcázar.
Beim Öffnen der Tür gelangt man zunächst in einen kleinen Flur und dann ins Wohnzimmer. Der gesamte Raum ist in Schwarztönen mit weißen Akzenten gehalten und wirkt dadurch modern und elegant. Sanftes Licht durchflutet den Raum, und das durch die Glastür zum Balkon einfallende Sonnenlicht taucht ihn in ein goldenes Licht.
Neben der Schlafzimmertür führt eine weitere Tür zum Kleiderschrank. Dieser ist makellos und gefüllt mit Luxusartikeln, insbesondere Uhren, Brillen und Parfums, die alle perfekt in den Regalen arrangiert sind. Die Luft im Inneren duftet frisch und intensiv nach Kölnischwasser.
Doch Damian ahnte noch nicht, dass diese Ruhe bald ein jähes Ende finden würde.