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Untreue. Ich brauche keine Glucke

24.0K · Vollendet
Mila Rebrova
29
Kapitel
11
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9.0
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Zusammenfassung

— Je m'en vais. — Où ça ? On a une famille, pourtant… Il a esquissé un sourire. —Une famille ? Non, Oles. Une famille, c’est quand on a envie de rentrer chez soi. Et moi, j’ai du mal à traîner les pieds jusqu’ici. Un frisson m’a parcourue, mes mains se sont mises à trembler. —Qu’est-ce que j’ai fait de mal ? Il m’a regardée avec indifférence, voire avec pitié. Comme si j’étais une sorte de saleté collée à sa chaussure. —Tu es une bonne à rien. Tu comprends ? Une bonne à rien qui reste à la maison. Toujours en peignoir, avec des cernes sous les yeux. Tu empesantes tout de borscht et de mélancolie. J’en ai marre. —Mais je… je… — ma voix s’est brisée, ma poitrine s’est serrée. —Tu n’es rien, Oles. Et à tes côtés, je suis devenu rien moi aussi. Ça suffit. Il est parti en claquant la porte. Et je suis restée seule — « nulle ». En peignoir. Avec du bortsch sur la cuisinière. Et avec son enfant sous mon cœur, dont il n’apprendra jamais l’existence.

Prolog

— Du bist wie eine Frau im Morgenmantel.

Ich verstand nicht сразу, что он это мне. Я даже обернулась, vielleicht steht noch jemand im Flur.

— Was?..

— Genau. „Was“, — er sah mich nicht einmal an, trat einfach seine Schuhe in die Ecke, als wäre er nicht nach Hause gekommen, sondern in ein Hotel, in dem sich niemand um irgendetwas schert. Um Ordnung, um Gemütlichkeit oder um die Menschen neben sich.

— Fang jetzt nicht an, Olesja, — murmelte er, als er an mir vorbeiging. Sein Blick war leer, fremd. — Ich bin müde.

Müde…

Und ich habe also den ganzen Tag nur auf dem Sofa gelegen?

Ich war seit dem Morgen wie verrückt unterwegs: habe geputzt, das Bad geschrubbt, den Herd gerieben, bis meine Hände taub wurden, gewaschen, bin mit schweren Taschen aus den Geschäften zurückgekommen — damit es zu Hause gemütlich ist und nicht staubig. Damit es nach Zuhause riecht, wenn er kommt, und nicht nach Melancholie.

Ich habe Kohlsuppe gekocht. Er mag doch Kohlsuppe. Das hat er selbst erst neulich gesagt.

Ich sah zu, wie er seinen Mantel abwarf. Er verfehlte die Garderobe und hing da wie ein lebloser Lappen. Er hat ihn nicht einmal zurechtgehängt. Ging einfach weiter, als würde er hier gar nicht wohnen.

Ich ging ihm in die Küche nach. Stellte vorsichtig einen Teller vor ihn hin, als wäre es etwas Zerbrechliches. Er setzte sich, nahm den Löffel — und legte ihn sofort wieder hin.

— Hast du keinen Hunger?

— Olesja, — seine Stimme war ruhig, leer. — Ich kann so nicht mehr.

Es war, als hätte mich jemand mit kaltem Wasser übergossen.

— So — wie?

Er stand auf und ging im Raum auf und ab, als würde er nach Worten suchen. So schön. Stark. Selbstsicher. Nur nicht mehr mein.

— Ich gehe.

— Was meinst du? Bist du verrückt geworden? Wir haben doch… eine Familie…

Er lächelte so, dass es mich frösteln ließ.

— Das hast du, eine Familie. Und ich bin einfach ein Mensch, der leben will. Ich habe es satt, mich wie ein Möbelstück in dieser Wohnung zu fühlen.

Jedes seiner Worte tat weh.

Ich konnte nicht begreifen, wie er so etwas sagen kann.

Als wäre er ein Fremder.

— Du… du kannst doch nicht einfach so… gehen.

— Doch, kann ich. Und ich gehe. — Er drehte sich zu mir um. In seinen Augen war weder Wut noch Liebe — nur Leere. — Du bist eine Glucke, Olesja. So häuslich, so gemütlich. Immer im Morgenmantel und mit müden Augen. Du riechst nach Borschtsch und Traurigkeit. Neben dir fühle ich mich wie ein Rentner.

Ich schwieg. Wollte etwas sagen, aber die Worte blieben mir im Hals stecken.

Er ließ mir keine Zeit nachzudenken.

— Ich habe eine andere kennengelernt.

— Wen?..

— Nastja. Jung, leicht. Sie lacht oft. Stellt keine Fragen. Mit ihr kann man frei atmen.

Ich sah ihn an und konnte nicht glauben, dass er mir das alles sagt. Dass er mir so ruhig erzählt, wie er mich durch jemand anderen ersetzt hat.

— Ich habe mich doch bemüht… wirklich…

— Ja. Aber in die falsche Richtung.

Er ging уже zur Tür.

— Morgen komme ich meine Sachen holen. Nur ohne Szenen, ja? Sei vernünftig.

— Und was ist mit… uns?..

Er blieb stehen, als würde er überlegen, ob es sich überhaupt lohnt zu antworten.

— Es gab kein „uns“. Es war nur Alltagstrott.

Die Tür fiel zu.

Und es wurde still.

Ich blieb allein in der Küche stehen. Die Kohlsuppe wurde kalt. Der Stuhl, auf dem er gesessen hatte, wirkte leer und kalt. Die Luft schien stillzustehen.

Es roch nach seinem Parfüm und nach Schmerz.

Langsam setzte ich mich auf den Boden. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft zu stehen. Mein Herz raste. Mein Kopf fühlte sich wie eingeschnürt an.

Ich legte die Hände auf meinen Bauch. Er weiß es nicht. Und wird es auch nicht erfahren.

Denn die „Glucke“ wird es schaffen.

Wie immer.

Allein.