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Prolog

— Mama, sie klagt schon wieder über schlechtes Wohlbefinden, — sagte Maxim leise, seine Stimme klang gereizt und zugleich besorgt. — Bist du sicher, dass du es diesmal nicht übertrieben hast?

— Hör auf, Maxim, — unterbrach ihn Tamara Pawlowna kalt und erbarmungslos. — Ich bin Ärztin, ich weiß, was ich tue. Das ist schon das dritte Mal. Wenn sie wieder schwanger wird, bleiben wir ohne Geld. Du weißt ganz genau, dass dein Gehalt lächerlich ist. Die Hypothek, die Medikamente, deine Schwester mit ihrem Kind — alles hängt nur von Anjas Gehalt ab. Also hör auf zu paniken und mische ihr weiter die Tabletten in den Tee, so wie wir es vereinbart haben.

— Mama, aber es waren doch schon zwei Fehlgeburten, — Maxims Stimme zitterte leicht, und ich hörte darin einen Hauch von Zweifel. — Ich mache mir nur Sorgen, dass sie vielleicht anfängt, etwas zu ahnen.

— Sie wird nichts herausfinden, wenn du dich nicht selbst seltsam benimmst, — antwortete die Schwiegermutter gereizt. — Bald wird sie einfach glauben, dass sie keine Kinder bekommen kann, und aufhören, es zu versuchen. Genau das brauchen wir.

Ich stand an der Tür, wie versteinert. Die Welt um mich herum brach zusammen, meine Beine gaben nach, und mein Atem stockte vor Schock und Schmerz. Ich konnte nicht glauben, was ich hörte. Mein Verstand weigerte sich, dieses grausame Gespräch zwischen Menschen zu akzeptieren, die ich so sehr liebte und als die mir Nächsten betrachtete. Besonders meine Schwiegermutter, Tamara Pawlowna, die ich immer wie eine zweite Mutter wahrgenommen hatte. Ihre kalte, gefühllose Stimme zerschmetterte mein Herz in Millionen Stücke.

Tränen liefen mir über die Wangen, und ich presste mir die Hand auf den Mund, um nicht vor Schmerz aufzuschreien. Mein Mann, mein geliebter Maxim — der Mensch, dem ich mehr vertraut hatte als allen anderen auf der Welt — tötete gemeinsam mit seiner eigenen Mutter kaltblütig unsere Kinder. Zwei Fehlgeburten, zwei Verluste, über die ich nachts geweint hatte, während ich mir selbst die Schuld gab für meine Schwäche und meine Unfähigkeit, Mutter zu werden. Und nun stellte sich heraus, dass sie mich die ganze Zeit nur benutzt hatten — mein Geld, mein Leben.

Nicht mehr in der Lage, hier zu stehen und dieses monströse Verrat weiter anzuhören, trat ich langsam und lautlos zurück und spürte, wie sich meine Seele in eine eisige Leere verwandelte.

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