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Alles begann an einem gewöhnlichen Montag und wie so ein typischer Montag nun einmal ist, lief alles schief.

Ich stand früh um 6:30 Uhr auf und wollte meine Füße in meine Hausschuhe stecken, aber als ich runterschaute waren sie weg.

,,Luca."

Ich rief durch die Wohnung unseren Hund Luca der allerdings nicht kam. Den der schien sich schuldig zu fühlen.

Ich musste also barfuß ins Badezimmer gehen und ging auf die Toilette.

Als ich mir allerdings Toilettenpapier nehmen wollte, wahr keins mehr da.

,,Och nö."

Als ob das nicht schon genug wäre, war unser Kühlschrank leer.

,,Was ist das nur für ein Montag."

Frustriert ging ich ins Wohnzimmer und setzte mich auf die Couch.

Das Bild von ihm schaute mich direkt an.

,,Ach Josh, wenn du doch noch hier bei mir

wärst."

Sein Bild lächelt mich glücklich an und dieser Anblick machte mir klar, dass er nie wieder bei mir sein würde.

Mit gerade einmal 20 Jahren musste Josh von dieser Welt gehen.

Das Ganze ist gerade einmal 4 Monate her.

Zwei Tage nachdem er ging, hätten wir geheiratet.

Ich seufzte und dachte an unseren ersten Kuss.

~Rückblende~

,,Danke das du mitgekommen bist Ju."

Ich drehte meinen Kopf zu ihm und lächelte ihn an.

,,Das hab ich gern gemacht und der Film war gar nicht mal so schlecht."

Josh lachte leicht und nickte.

,,Ja so schlecht war er wirklich nicht."

Wir liefen stillschweigend die Straße weiter und gingen langsam in den Park.

,,Sag mal Ju warst du schon einmal.. Verliebt?"

Ich schaute zu ihm rüber und schüttelte meinen Kopf.

,,Nein."

Dass ich mich in ihn verliebt hatte wollte ich ihm nicht offenlegen. Den ich wusste nicht um, wenn es ging.

,,Hast du dich den verliebt Josh?"

,,Ja, aber ich weiß nicht, ob er das gleiche auch für mich empfindet."

,,Verstehe."

Mein Blick ging auf den Boden und wir setzten uns auf eine Parkbank.

,,Du hast also nichts dagegen das ich schwul bin?"

,,Nein, warum sollte ich?"

Ich schaute hoch und drehte mich zu ihm um.

,,Naja du bist doch der totale Frauenheld und straigt bis zum Mond."

,,Also dass ich ein Frauenheld bin da gebe ich dir recht, allerdings stehe ich nicht auf Frauen, sondern auf Männer."

,,Du bist also auch schwul?"

,,Ja so sieht es aus."

Josh wurde auf einmal nervös und rieb sich seine Hände.

,,Also.. Ju.. du bist.. Derjenige.. in den ich.. mich verliebt habe."

Er kniff die Augen zu, aber ich war so glücklich, dass ich derjenige bin den er liebt.

,,Ich liebe dich auch, Josh."

Er schlug seine Augen auf und schaute mich an.

,,Wirklich?"

,,Ja und das schon ziemlich lange."

Er lächelte mich mit dem schönsten lächeln, an was ich je gesehen habe.

,,Ich liebe dich auch schon lang Ju."

Er kam mit seinem Gesicht meins näher und dann berührten sich unsere Lippen.

Es war unglaublich so als würde ein Feuerwerk in mir explodieren.

~Rückblende Ende~

Bei dieser Erinnerung lief mir eine Träne die Wange runter.

Luca kam auf die Couch gesprungen und legte seinen Kopf auf meinen Schoß.

Kurz musste ich lächeln, aber dieses verschwand schnell und ich begann Luca zu streicheln.

Der Tag ging wie im Flug vorbei und ich saß noch immer auf der Couch.

Mein Handy vibrierte und ich nahm es vom Wohnzimmertisch runter und machte es an.

Lilly, meine beste Freundin hatte mir geschrieben und fragte wieder einmal, ob ich mit ihr nicht in eine Bar gehen möchte.

Sie wusste, wie sehr mich Joshs tot noch immer mit nahm. Schnell schrieb ich ihr das es nett ist das sie mich fragt, aber das ich keine Zeit hätte.

Ihre Antwort kam recht schnell, in der sie schrieb, dass ich mich nur davor drücke jemand neues kennenzulernen.

Meine Hand sank auf mein Schoß und ich musste seufzen.

Sie hatte vollkommen recht. Josh tot ist 4 Monate her und jemand anderes zu lieben als ihn scheint für mich undenkbar zu sein. Er war einfach alles für mich.

Das Klingeln an der Tür unterbrach mich bei meinen Gedanken und ich stand auf. Ich öffnete die Tür und wollte sie direkt wieder schließen.

,,Oh nein vergiss es. Du machst dich jetzt fertig und dann gehen wir etwas trinken."

Lilly schaute mich warnend an, dass ich Sie jetzt ja nicht abblitzen lassen soll.

Mehr als seufzen und nicken konnte ich nicht, also ließ ich Sie rein in meine Wohnung und ging ins Schlafzimmer.

Schnell zog ich mir eine blaue Jeans mit Löchern an und ein weißes Shirt an.

Meine Zimmertür öffnete sich und Lilly schaute rein.

,,Oh mein Gott."

Ihre Kinnlade klappte runter und sie schaute mich mit großen Augen an.

,,Wir gehen sofort los."

Sie kam schnell auf mich zu und zog mich aus meiner Wohnung raus und in ihr Auto.

,,Also wenn dich heute keiner Anspricht dann weiß ich auch nicht."

Lilly hatte ein Grinsen im Gesicht und fuhr die Straße weiter entlang.

,,Glaub mir, das wird schön und Josh hätte sicher gewollt das-"

,,Josh hätte das nicht gewollt."

Ich fiel ihr einfach ins Wort den es war mir egal was Sie sagen wollte.

,,Woher willst du das wissen Ju?"

Ihre Stimme klang ruhig, noch.

,,Ich kannte ihn gut genug, um dies zu sagen. Als wir zusammen gekommen sind haben wir uns geschworen, dass, wenn einer von uns nicht mehr ist das wir.. den anderen nicht ersetzten."

,,Aber Ju du ersetzt ihn doch nicht. Er wird immer in deinem Herzen bleiben, egal was ist und er wird glücklich sein, wenn du es auch bist, aber das bist du, nur wenn jemand an deiner Seite ist."

,,Ja, das weiß ich, aber ich kann Josh nicht einfach ersetzten."

,,Das tuhst du doch nicht."

,,Doch das tue ich, wenn ich einen anderen Mann an meiner Seite habe."

Lilly seufzte und ließ das Thema fallen.

Nach gefühlten Ewigkeiten kamen wir an einem Club an.

Eine lange Schlange stand vor ihm und wartete nur darauf endlich rein zu dürfen.

Wir gingen an den Leuten vorbei, die uns nur missbillige blicke zu warfen.

Die Blicke ignorierte ich gekonnt und folgte Lilly in den Club.

Die Musik war laut und der Bass dröhnte mir in die Ohren dass ich das Gefühl bekam, dass sie gleich platzten.

,,Komm mit."

Lilly schrie mir wegen der Musik ins Ohr und ich folgte ihr.

An der Bar war es etwas ruhiger und die Musik auch nicht so laut.

,,Was darf's sein?"

Der Barkeeper schaute uns an und Lilly bestellte uns einen Whisky.

,,Muss das wirklich gleich so hartes Zeug sein, Lilly?"

,,Wenn du heute Abend Spaß haben möchtest dann ja."

Dass ich Spaß haben werde bezweifelte ich da ich lieber zurück nach Hause wollte, als hier zu sein.

Der Barkeeper stellte uns unser Trinken vor die Nase und kümmerte sich um den nächsten Kunden.

,,Was bringt einen schönen Jungen dazu sich voll laufen zu lassen?"

,,So einiges, was Sie definitiv nichts angeht."

,,Na gut."

Der Mann, der neben mir aufgetaucht war, verschwand wieder und Lilly schaute mich entgeistert an.

,,Was?"

,,Ja was? Der Typ stand voll auf dich und du servierst den einfach so ab."

,,Er war nicht mein Fall."

,,Kein Typ ist dein Fall außer Josh, hab ich recht?"

,,Und wie du recht hast."

,,Man Ju, das kann doch so nicht weiter gehen."

,,Also erstens ja ich bin ein Mann, zweitens kann es sehr wohl so weiter gehen."

Ich nahm ein Schluck vom Whisky und verzog so gleich das Gesicht. Das Zeug brannte in meinen Hals und schmeckte einfach nur widerlich.

,,Du weißt dass ich das nicht böse meine, oder Ju?"

Ich seufzte und nickte schließlich. Lilly hat es noch nie böse mit mir gemeint und ich weiß auch das sie nur mein Bestes möchte, aber Josh hat mir einfach zu viel bedeutet.

,,Ja das weiß und das du versuchst, das ich jemand kennenlerne ist auch nicht so schlimm, aber es ist einfach zu früh."

,,4 Monate ist das alles her Ju."

,,Das weiß ich doch, aber es war kurz vor unserer Hochzeit."

~Rückblende~

,,Ich freue mich so wenn wir in zwei Wochen heiraten."

,,Und ich mich erst."

Glücklich lag ich in Josh Armen und genoss seine Nähe sowie seine Berührungen.

,,Lass uns ein Haus kaufen, wenn wir geheiratet haben."

,,Was?"

Ich drehte meinen Kopf so gut es ging zu ihm um.

,,Meinst du das Ernst?"

,,Ja, ich habe schon alles mit der Bank abgesprochen."

,,Das ist großartig."

~Rückblende Ende~

Ein eigens Haus für unsere kleine Familie.

Das haben wir uns so sehr gewünscht und eine Adoption eines kleinen Mädchens.

,,Mach dir keinen Kopf Ju, wenn du möchtest, können wir gern gehen."

,,Nein lass wir sind schon hier, also können wir auch noch etwas bleiben."

,,Wenn du möchtest."

Wir tranken unseren Whisky aus, tanzten auf der Tanzfläche und hatten eine Menge Spaß.

,,So schlimm war es doch gar nicht, oder?"

,,Bis jetzt war es okay, nur der Typ musste echt nicht sein."

Wir bezahlten unseren Whisky und verließen den Club.

,,Na ihr zwei braucht ihr, vielleicht eine Begleitung nach Hause?"

Wir drehten uns um und sahen zwei Männer, die uns angrinsten.

,,Mit Sicherheit nicht."

Ich nahm Lillys Arm und zog sie weiter den Bürgersteig entlang bis wir 2 Sekunden später an die Wand gedrückt wurden.

,,Hey lass uns los."

,,Ich werde dich bestimmt nicht loslassen süßer."

Oh Gott auch das noch.

Er schob mit seiner rechten Hand mein Shirt hoch und wollte mir in meine Hose fassen als er ruckartig von mir weggerissen wurde.

,,Hast du nicht gehört, was er gesagt hat oder bist du taub?"

,,Was geht dich das an?"

,,So einiges."

,,Bist du sein Freund oder was?

,,Ja und jetzt verschwinde."

Ich drehte mich vorsichtig um und sah einen Mann, der schützend vor mir und Lilly stand.

Während die beiden Männer gingen, drehte sich der Fremde, der uns verteidigt hat zu uns um.

,,Entschuldigt ihr zwei, die beiden nageln leider alles an die Wand das nicht bei drei auf den Bäumen ist."

Ich schüttelte meinen Kopf und schaute dem Mann in die Augen.

,,Gern würde ich die Entschuldigung annehmen, wenn ich nicht gerade fast vergewaltigt worden bin neben meiner besten Freundin."

,,Leider habe ich es erst später gesehen, sonst wäre ich früher gekommen."

,,Ich wäre auch früher gekommen, aber definitiv nicht hier auf der Straße."

Er lächelte und kam ein Stück näher.

,,Das hätte ich gern gesehen."

Ich verdrehte meine Augen und wollte gerade gehen als Lilly meinen Arm packte.

,,Warte."

,,Was den?"

,,Sollten wir uns nicht bei ihm bedanken?"

,,Wofür den?"

,,Ich weiß nicht, vielleicht, weil er uns gerettet hat?"

,,Oh ja stimmt, hätte ich fast vergessen er möchte mich beim Kommen sehen."

,,Ach Ju, das war doch nur Spaß."

Ich drehte mich zu dem Fremden.

,,War es ein Spaß?"

,,Eigentlich schon, aber sehen würde ich es auch gern."

Ich verdrehte meine Augen und drehte mich wieder zu Lilly.

,,Und zufrieden?"

Lilly drehte sich zu dem Fremden und lächelte ihn an.

,,Danke das du uns geholfen hast. Mein Name ist Lilly und das ist mein bester Freund Ju."

,,Die Freunde ist ganz meiner Seite, mein Name ist John."

Meine Augen weiteten sich schlagartig und es war so als wäre gerade ein Blitz eingeschlagen.

,,Ju ist alles in Ordnung?"

,,Hey Ju."

Jemand wedelte vor meinem Gesicht, aber das war mir egal, den der Name erschrak mich noch immer.

,,Was hat er?"

,,Ich weiß nicht, aber vielleicht liegt es an deinen Namen."

,,Warum den an meinen Namen?"

,,Sein Verlobter hieß Josh."

,,Oh Verstehe."

In meinen inneren Auge tauchte Josh auf.

~Rückblende~

Er lächelte mich an, legte seine rechte Hand auf meine Wange und legte seine Stirn an meine.

,,Du bist so stark mein Liebling."

,,Josh.. ich kann nicht ohne dich-"

Er schüttelt sofort seinen Kopf und schaut mir in die Augen.

,,Doch du kannst, du musst es nur wollen."

,,Ich möchte, aber dich an meiner Seite haben."

,,Das weiß ich, aber es ist nicht möglich, dass ich wieder zurückkomme."

,,Ich weiß."

,,Ich bin, aber immer in deinem Herz, egal was auch passieren mag, vergiss das nicht Ju."

,,Das werde ich nicht."

~Rückblende Ende~

Josh verschwand und ich stand wieder an der gleichen Stelle wie eben.

,,Ju ist alles in Ordnung?"

Mein Blick ging zu Lilly, die besorgt vor mir stand.

,,Ich weiß es nicht."

,,Na gut, lass uns nach Hause gehen."

,,Darf ich euch begleiten?"

Lilly drehte sich zu John um und wollte ihn gerade antworten, aber ich kam ihr zuvor.

,,Nein."

Mit diesem Wort ging ich einfach los, ohne noch einmal darüber nachzudenken.

Meine Beine trugen mich immer weiter bis ich an den Block ankam, wo ich wohnte.

Schnell ging ich ins Haus und schloss meine Wohnung.

Ich lehnte mich an meine Tür und legte meine Hände auf meinen Kopf.

,,Das ist alles nur ein schrecklicher Traum."

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