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Lames und Schwindel

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Zusammenfassung

Titel: Klingen und Schwindel In einer unterirdischen Stadt, in der die Gesetze des Blutes und des Vergnügens herrschen, wird Naëlya, eine Kämpferin mit einer dunklen Vergangenheit, zur Favoritin eines brutalen und charismatischen Herrn, Kael, dem Meister einer Arena, in der Körper sowohl gegeneinander kämpfen als auch begehrt werden. Zwischen blutigen Kämpfen und fleischlichen Ritualen steigt Naëlya in den Rängen auf und verbirgt ihre wahre Mission: die Rache für ihre Schwester, die während eines perversen Turniers, das von Kael selbst organisiert wurde, geopfert wurde. Doch ihr Aufstieg weckt die Eifersucht von Alrik, einem gefallenen ehemaligen Champion und besitzergreifenden Geliebten von Kael, der bereit ist, alles zu tun, um sie zu brechen. Während die Spannung zwischen ihnen steigt, verstrickt sich ein teuflisches Dreieck, das Verlangen, Verrat und Kämpfe auf Leben und Tod miteinander verbindet. Jeder versucht, die Oberhand zu gewinnen, im Ring wie in den Alcoven, wo Dominanz niemals nur auf körperlicher Stärke basiert. Während das Blut fließt und die Masken fallen, entdeckt Naëlya, dass sie nicht die einzige ist, die ein doppeltes Spiel spielt... und dass es in dieser sinnlichen Hölle weit mehr als Klingen braucht, um zu überleben.

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Kapitel 1: Das Fest der Klingen

Naëlya

Das Blut war auf meinen Handgelenken getrocknet, vom warmen Wind der Arena geschwärzt, aber ich spürte immer noch seine Spur, wie eine dumpfe Verbrennung auf meiner Haut. Eine flüssige Erinnerung. Ein Schwur, den mein Körper in dem Moment abgelegt hatte, als ich die Kehle des Letzten durchtrennt hatte.

Und ich bewegte mich nicht.

Ich kauerten im Schatten eines Säulen aus vulkanischem Stein, die Knie im feuchten Sand verankert, die Muskeln verkrampft von den Schlägen und der Anspannung. Mein Atem kam mir zu laut vor, wie ein Trommelschlag in einer stillen Höhle. Doch rundherum schrie die Menge. Sie schrie wie ein hungriges Tier, dem man gerade ein Stück noch pulsierendes Herz zugeworfen hatte.

Ich hörte sie.

Ich spürte sie.

Es waren Tausende, eng gedrängt auf den Rängen der Arena, maskiert mit Federn, Klingen, schwarzer Seide. Ihre Schreie vermischten sich mit dem Krach der Ketten, den Peitschenhieben, dem gleichmäßigen Dröhnen der Trommeln. Sie schlugen den Rhythmus meines Überlebens. Meines Falls. Meiner Verdammnis.

Der Sand war schwarz. Und rot. Durchtränkt von einem Schweiß, der nicht mehr der meine war.

Ich hatte sie getötet.

Alle.

Meine Finger öffneten und schlossen sich langsam, taub von der Anstrengung, blutig bis zu den Gelenken. Es hatte heute neun Gegner gegeben. Neun. Brutale, gestürzte Königinnen, Puppen, die mit Eisenstaub vollgepumpt waren, einen Bruder und eine Schwester, die man zum Spaß gegeneinander antreten ließ — und die ich gnadenlos niedergemetzelt hatte.

Nicht, weil ich grausam bin.

Sondern weil es keine andere Wahl gab.

Hier gewann man nicht durch Ruhm oder Geschick. Man gewann durch den Willen, stärker zu überleben als sie. Durch Hass. Durch Instinkt.

Und mein hatte sich nie gelegt.

Ein kurzer Moment der Stille trat in die Schreie ein. Eine Stimme hatte sie durchbrochen. Eine Stimme, die ich mitten in einem Sturm hätte erkennen können.

— Sie soll aufstehen, sagte er.

Es war ein Befehl. Rauheit der Autorität. Arroganz. Gier.

Ich hob den Kopf.

Er war da. Kael.

Der Meister des Eisernen Zirkus.

Er sah aus wie kein König. Kein Herrscher. Er hatte keine Krone, kein Gold, keinen Schmuck. Nur einen Thron aus Obsidian, aus den Knochen seiner Vorgänger geschnitzt. Einen schwarzen Umhang über seinen breiten Schultern. Der Oberkörper nackt, der Körper mit Tätowierungen bedeckt, die unter seiner Haut zu leben schienen. Jedes Symbol erzählte von einer Eroberung, einem Massaker, einer Nacht verbotenen Vergnügens.

Seine Augen waren schwarz.

Nicht schwarz wie Tinte. Schwarz wie ein Abgrund. Schwarz wie das Fehlen von allem.

Und er sah mich an.

Wie man eine seltene Bestie ansieht. Wild. Eine Waffe, die es zu zähmen gilt.

Er lächelte, zeigte weiße, scharfe Zähne, und erklärte in einem theatralischen Ton, laut genug, um bis zu den höchsten Rängen gehört zu werden:

— Heute Abend bist du meine. Stelle dich gebührend vor.

Das Dröhnen der Menge nahm wieder zu. Lauter. Schmutziger. Einige standen auf und riefen meinen Namen. Andere warfen Blumen oder Knochen in meine Richtung. Der Sand vibrierte unter den Schritten derer, die sich bewegten.

Und ich richtete mich auf.

Meine Ketten klirrten an meinem Handgelenk, verrieten meine Anstrengung. Ich stand langsam auf, mit einer katzenhaften Bewegung, der Rücken gerade trotz des Schmerzes. Das Kleid, das man mir übergeworfen hatte, rutschte, lächerlich in seiner Durchsichtigkeit, ihren Blicken wie ein Trophäe der Demütigung angeboten. Meine Haut war mit frischen Narben übersät, einige bluteten noch.

Aber ich senkte den Blick nicht.

Niemals.

Ich machte einige Schritte. Meine Knöchel schmerzten. Mein Rücken brannte. Aber in meinen Augen war weder Schmerz noch Scham. Nur dieses brennende und unversehrte: der Hass.

Und er hielt mich davon ab, zu fallen.

Ein Geräusch zu meiner Rechten ließ mich den Kopf drehen.

Alrik.

Er ging wie ein Berg, der sich bewegt, schwer, unbarmherzig. Sein Körper schien zu groß für die Rüstung, die er trug. Das Gesicht von einer tiefen Narbe gezeichnet, die Lippen in einem schiefen Lächeln erstarrt. Er war einst der Favorit von Kael. Der Jäger. Der Henker. Derjenige, der die Rebellen brach und es liebte, sie flehen zu sehen.

Aber heute Abend sagten mir seine Augen etwas anderes.

Hass. Eifersucht. Angst.

Er stellte sich an die rechte Seite des Thrones, ohne zunächst ein Wort zu sagen, aber seine Anspannung war bis in seine geballten Fäuste sichtbar.

— Sie hat Feuer, Kael, knurrte er schließlich. Aber sie wird brennen wie die anderen.

Kael antwortete nicht. Nicht sofort. Er hob einfach die Hand. Eine große, kräftige Hand, übersät mit feinen Narben. Und er streckte sie nach mir aus.

Mein Herz zog sich zusammen.

Ich hatte keine Lust mehr, als Statue zu spielen.

Aber ich hatte keine Wahl.

Ich trat näher.

Ich spürte seine Finger, die mein Kinn streichelten. Eine Sanftheit, die wie eine Verbrennung wirkte. Mein Bauch zog sich zusammen. Es war eine Berührung des Besitzes. Des Versprechens.

Ich weigerte mich, zurückzuweichen.

Ich weigerte mich, nachzugeben.

— Du wirst mich nicht so leicht unterwerfen, sagte ich in einem Atemzug.

Sein Mund dehnte sich langsam. Ein Lächeln. Nicht spöttisch. Nicht triumphierend. Ein Lächeln eines Raubtiers vor einer Beute, die es wagt, noch die Zähne zu zeigen.

— Ich will dich nicht unterwerfen, Naëlya, flüsterte er. Ich will, dass du wählst, dich zu verlieren. Langsam. Körper und Seele.

Ich spürte ein Frösteln meinen Rücken hinunterlaufen, und es war keine Angst. Es war etwas anderes. Ein Schwindel. Das Vorahnung von etwas Größerem. Gefährlicher als der Tod.

Eine Stille senkte sich.

Als ob sogar die Menge den Atem anhielt.

Dann klatschte Kael in die Hände.

— Bringt sie in meine Gemächer. Dass sie gewaschen wird. Vorbereitet. Ich will die Wut auf ihrer Haut schmecken, bevor sie erlischt.

Zwei maskierte Frauen tauchten aus dem Nichts auf. Lautlos, schnell, in Schwarz bis zu den Wimpern gekleidet. Sie kamen ohne Gewalt näher. Sie nahmen meine Arme, als wäre ich kostbar. Als wäre ich bereits sein.

Aber ich war kein Trophäe.

Keine Puppe.

Langsam drehte ich den Kopf zu Alrik.

Und in diesem Blick setzte ich das Messer an.

Ein Versprechen.

Eine Herausforderung.

Ein Gift.

Ich war nicht gekommen, um zu überleben.

Ich war gekommen, um einen König zu töten.

Und ich würde anfangen… indem ich seinen Geliebten breche.