Kapitel 5 Mord
-Emma-
Warum dachte ich schon wieder über Noah nach? Das konnte doch nicht sein?!
Ich verbot mir den Gedanken und ging stattdessen rüber zu Leyla und klingelte an ihrer Haustüre.
Leylas Mutter machte mir die Türe auf.
,,Hallo Emmi freut mich dich zusehen, wie war denn dein erster Schultag gestern?"
,,Hi, es war sehr schön. Ist Leyla da?"
,,Ja, aber es ist Samstag, ich weiß nicht ob sie um 11 Uhr schon wach ist"
,,Ach bestimmt, wenn nicht mache ich sie wach"
Leylas Mutter war so eine liebe, ich mochte sie sehr gerne.
An Leylas Zimmer Türe angekommen, ging ich rein, ohne zu anzuklopfen.
,,Guten Morgen" sagte ich zu Leyla lächelnd, die noch etwas verschlafen wirkte.
,,Morgen, was machst du denn hier"
,,Ich wollte mich verabschieden, ich fahre weg und komme Dienstagabend erst wieder, also sehen wir uns wohl erst Mittwoch wieder"
,,Wo fährst du hin?"
Das konnte ich ihr ja schlecht sagen, ich fuhr mit meinen Brüdern zu einem Auftrag von meinem Vater, wir sollten mit 2 weiteren von unserer Mafia nach New York fliegen und dort einige Aufträge erledigen, dort waren 2 Agenten von uns unterwegs, mit denen sollten wir uns treffen und die Unterlagen entgegennehmen, außerdem aus einem Club einen Stick hohlen und die 2 anderen die wir dabei hatten, sollten noch einen Geheimauftrag erledigen, wovon James, Jack und ich aber nichts wissen durften.
,,Wir fliegen nach New York, ich weiß nicht warum" log ich Leyla an.
Sie nickte nur, etwas gewöhnt war sie es ja schon, das ich wegging und nie wusste warum.
Nach 30min klingelte mein Handy. Jack.
,,Ja"
,,Komm rüber wir müssen los zum Flughafen"
,,Ich komme" sagte ich und legte auf.
Natürlich mussten wir nicht zu irgendeinem Flughafen, sondern zu unserem eigenen, aber das war auch mal wieder geheim.
Ich verabschiedete mich von Leyla und ging rüber zu meinem Haus.
,,Beeil dich" meckerte mich Jason an und ich ging in den Keller um meine Ausrüstung anzuziehen.
Unser Keller sieht auf dem ersten Blick, wie jeder andere aus.
Wir hatten eine Abstellkammer, einen Kühlschrank, der in einem Raum voller Getränke stand, sowas wie Wein und einen Fitnessraum, mit einem Laufband, einem Spinning Bike, Matten und Hanteln. Unser Keller ist aber dann doch nicht so ganz normal, hinter dem Spiegel im Fitnessraum verbirgt sich ein Ankleidezimmer, wo all unsere Anzüge und Waffen hängen. In diesen ging ich rein und zog meinen schwarzen Anzug an, in die Taschen stecke ich mir noch so kleine Dinge, wie Taschenlampe, Taschenmesser und ein scharfes Messer so wie Büroklammern, an meinen Gürtel befestigte ich ein 2 Waffen.
Ich ging wieder hoch zu den anderen, zog mir noch meine Lederjacke drüber und stieg dann mit Jack und Jason in den schwarzen Mercedes Bus ein und wir wurden von unserem Fahrer zum Flugplatz gebracht.
Unseren Bus benutzen wir nur für Aufträge oder wenn wir halt zum Flugplatz mussten. Hinten waren die Scheiben schwarz, so das man nicht reinschauen konnte.
Es wäre auch irgendwie komisch, wenn man 3 Teenager mit Waffen in einem ganz normalen Auto sitzen sehen würde.
In dem Bus sieht man uns nicht und wir haben viel mehr Platz und müssen uns nicht quetschen.
Nach 15min fahrt, waren wir am Flugplatz.
Wir stiegen aus und wurden direkt von 3 Männern empfangen und zum Flugzeug gebracht.
normalerweise hatte ich keine Angst vorm fliegen, schließlich fliege ich regelmäßig, aber heute, heute war irgendetwas anders. Ich hatte ein seltsames Bauchgefühl.
Ich wurde unsanft aus dem Schlaf geweckt. Anscheinend war ich wohl eingeschlafen.
Ich schaute in Jacks ängstliche Augen und merkte erst jetzt diese Anspannung, welche unter den Jungs herrschte.
,,Was ist los?" fragte ich Jack leise
,,Unsere Piloten sind nicht unsere Piloten"
Ich schaute Jack fragend an. Was meint er damit?
,,Der Co Pilot ist unser Onkel, wer der andere ist weiß ich nicht, wahrscheinlich ein Komplize von ihm."
Ich erschrak und bekam Panik. Unser Onkel und es muss der Onkel von damals sein, wir haben schließlich nur einen.
,,Scheiße was machen wir jetzt, wir können sie ja schlecht umbringen, schließlich können wir kein Flugzeug fliegen"
Jack nickte.
Ich dachte nach, über alles was man mir jemals über Flugzeuge erzählt wurde.
Wir waren hoch, nicht sehr hoch, aber hoch.
Ohne nachzudenken holte ich die Pfeilschirme raus, schmiss sie den 2 Männern und meinen Brüdern zu. Wir 5 zogen sie an.
Jason stand gerade auf und wollte die Türe öffnen, mir wir rausspringen konnten. Ich gab ihm aber ein Zeichen, das er noch warten sollte.
Wir würden es nicht schaffen zu fünft unauffällig aus dem Flugzeug zu kommen, also kroch ich ganz leise nach vorne zum Cockpit und sah ihn.
Meinen Onkel
Mein Entführer
Mein Vergewaltiger
Den Menschen den ich am meisten hasste
Ohne darüber nach zu denken, was das für Konsequenzen für uns haben könnte, schoss ich ihm in den Kopf und in die Brust, in der Hoffnung das Herz zu treffen. Bevor unser Pilot oder irgendwer reagieren konnte schrie ich Jason zu
,,Jetzt!"
Er öffnete die Türe und sprang.
Alle sprangen nach einander und zum Schluss sprang ich.
Ich fiel so schnell, es war ein unglaubliches Gefühl.
Wir waren zwar gerettet vor unserem Onkel und seinem Komplizen, aber sicher waren wir trotzdem nicht, schließlich konnten wir nicht beeinflussen wo wir landen würden. Aber das war mir in dem Moment egal, das einzig wichtige war, mein Vergewaltiger und Entführer war Tod und ich hatte ihn höchstpersönlich getötet.
Eine Riesen Last viel von mir und auch wenn ich eigentlich gerade in meinen Tod fliege oder eher gesagt falle, war ich sehr erleichtert. Jetzt erst merkte ich, wie sehr mich alles noch bedrückt hat.
So langsam konnte ich alles unter mir klar erkennen und sah auch meine Brüder, beide lenkten ziemlich hektisch ihren Pfeilschirme nach rechts, aber warum da ist doch gar nichts? Und erst jetzt sah ich es...
Eine Kirche
Na, die hatte uns gerade noch gefehlt.
Ich flog mitten auf die Kirche zu und mein Pfeilschirm landete genau auf der Spitze und war somit auch jetzt kaputt und natürlich unbrauchbar.
Ich schaute mich um, wie komme ich am besten hier runter?
Ich ging etwas nach rechts und versuchte runter zu klettern, als halt benutzen ich die Ziegelsteine. Mein Ziel war es nach unten zu klettern, entweder zur Uhr oder zum Gelender, was auch ganz gut klappte, bis sich plötzlich was über mir und unter mir gleichzeitig löste und ich nur noch spürte wie ich den halt verlor und von der Kirche runter viel.
Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich ein ziemlich erschrockenes Augenpaar und dachte kurz ich wäre tot. Das konnte nicht sein? Wie habe ich das überlebt?
