6/"Hör auf mich Babe zu nennen!"
Plötzlich und unerwartet schrie ich.
Ich bemerkte wie ich schrie und konnte mich nur erinnern, wie ich ihn anschrie und als "Hurensohn" beleidigte und daraufhin ihn mit einer Pfanne, die noch auf dem Küchentresen stand, gegen den Kopf schlug. Und das so heftig, dass Blut sich in meinem ganzen Wohnzimmer verbreitete.
Doch das war mir egal.
Ich wollte hier raus.
Das letzte, woran ich mich erinnern konnte, war wie ich mich in den Schlaf weinte.
Ich hasste mich und mein Leben...und einfach alle!!!
"Hey! Kannst du mich hören? Madison?? Geht's dir gut?! Bitte antworte! Madison!"
Irgendein Spasti hatte es wohl abgesehen meinen Schlaf zu stören und es war klar: Ich werde ihn dafür killen!
Ich war zu müde, um rauszuhören, wer mich weckte, also drehte ich mich auf die andere Seite, in der Hoffnung, dass diese Person, die ziemlich lebensmüde war, mich in Ruhe ließ.
"Madison. Du lebst!!!"
"Natürlich lebe ich du kleiner Hundesohn, was weckst du mich?!", hörte ich mich plötzlich aggressiver denn je antworten.
"Oha. Das tat weh."
Langsam erkannte ich diese Stimme und wollte aus dem Fenster springen.
"Kaden..." Ich öffnete meine Augen, ziemlich schmerzhaft und sah ihn wieder.
"Och, Junge. Willst du mir jetzt sagen, dass du Recht und ich Unrecht hab?", fragte ich genervt und immer noch liegend in der Küche auf zwei Stühlen.
Nein.
Es waren drei Stühle.
"Hihi, ja."
Ich formte meine Augen zu schlitzen.
"Hör auf, so dumm zu lachen."
"Hihi, nö."
"JUNGE, KADEN WAS LACHST DU SO??? IST DIR EIGENTLICH KLAR, DASS ICH DICH GLEICH KILLEN WERDE?!"
Langsam wurde sein Gesichtsausdruck ernst.
"Hör auf so frech zu sein und komm jetzt mit. Man ey, immer musst du so stur sein und nicht auf andere hören, schäm dich!"
Ich verdehte meine Augen und ließ einen genervten Stöhner aus.
"Kannst du vergessen. Ich bleib hier."
Obwohl ich mich viel zu unwohl fühlte, Zuhause zu bleiben, da mich vermutlich diese komischen Männer entführen könnten, wollte ich Kaden dennoch nicht recht geben.
Ich wollte nicht, dass er sieht, dass ich mich von ihm abhängig machte. Davon hatte ich viel zu schlechte Erfahrungen...
"Nein. Du bleibst nicht hier! Du hast doch gesehen, was er mit dir machen wollte! Und glaub mir, das wird noch schlimmer!"
Ich schaute mich um und bemerkte, dass dieser Hurensohn Barney verschwunden war.
Meine Augen weiteten sich.
"Oh mein Gott."
"Was ist?"
Auch Kaden drehte sich um und schaute in die Richtung, in der ich auch schaute.
"Wo zum Fick ist dieser Bastard bitte hin?!"
"Oh. Er. Hm. Der hat sich wohl schnell verpisst. Aber keine Sorge, er kommt wieder. Aber das nächste Mal nicht allein. Deswegen solltest du auch mitkommen."
Nun schaute ich wieder Kaden an.
Er hatte schon recht.
Aber ich war mir einfach zu unsicher.
"Soso. Madison will also gar nicht mitkommen...", sagte er nun in einem verspielten Ton.
Er spielte mit seinen Augenbrauen, was irgendwie lustig aussah.
"Was hast du jetzt vor, du kleiner-"
"Pssschhht." Er packte seinen Zeigefinger auf meine Lippen und...
Was zur Hölle...
Allein schon sein Zeigefinger war so weich...
"Nicht beleidigen, Babe. So etwas macht man nicht."
Schnell kehrte ich zur Realität zurück, bevor ich mit meinen Gedanken zu weit ging...
"HÖR AUF MICH BABE ZU NENNEN!"
Nun runzelte er die Stirn.
"Hä, wieso?"
"Weil so etwas nur Fuckboys tun.", sagte ich, während ich meine Arme verschränkte.
"Hm. Und was wenn ich keiner bin?"
"Keine Ahnung." Am besten hätte ich nichts gesagt.
"Ach, mach dir keine Hoffungen. Ich bin einer."
Er grinste.
Er grinste falsch.
Ich schluckte und drehte mich um.
Doch kurz darauf spürte ich zwei Arme um meinen Körper geschwungen und vielleicht 10 Sekunden später saß ich in einem freshen Mercedes.
Ich atmete tief ein und aus.
Ich wollte gar nichts mehr sagen-
Irgendwie machte mir das etwas aus, dass er sich selbst als "Fuckboy" bezeichnete.
Ich drehte mal wieder die Augen und verbrachte die Autofahrt mit den sinnlosesten Gedanken.
Toll.
Wie ich mein Leben doch liebte.
