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Kapitel 3

An diesem Wochenende kam Ethan endlich nach Hause.

Er trat durch die Tür und roch nach Milas Parfüm – süß und aufdringlich, ganz anders als mein eigener dezenter Duft.

„Hey“, sagte er beiläufig und warf seine Schlüssel auf den Tresen. „Was gibt’s zu essen?“

Ich saß auf dem Sofa, die Scheidungspapiere unter einer Zeitschrift verborgen.

„Wir müssen reden.“

Er stöhnte genervt auf. „Nicht das schon wieder. Serena, ich hab dir doch gesagt, dass ich beschäftigt war—“

„Ich weiß von Mila.“

Er erstarrte.

Für einen kurzen Moment flackerte echte Angst über sein Gesicht.

Dann verschwand sie wieder hinter kalter Arroganz.

„Und was genau glaubst du zu wissen?“

„Das Hotel. Die Penthouse-Suite. Und dass du seit acht Monaten mit ihr schläfst.“

Er stritt es nicht einmal ab.

Nicht einmal Schuld war in seinem Gesicht zu erkennen.

„Na und?“ Schulterzuckend ging er zum Kühlschrank. „Unsere Ehe war doch sowieso nie echt.“

Die Worte trafen mich wie eine Ohrfeige.

„Wie bitte?“

„Ach komm schon, Serena.“ Er nahm sich ein Bier und öffnete es. „Du wusstest doch genau, was das hier ist. Ich brauchte eine Frau, die gut aussieht und den Mund hält. Und du brauchtest eben… das, was arme Mädchen brauchen. Sicherheit. Status.“

„Ich habe für dich alles aufgegeben.“

„Was denn bitte für alles?“ Er lachte höhnisch. „Den Fabrikjob deines Großvaters? Deine winzige Wohnung? Bitte. Ich habe dich überhaupt erst nach oben gebracht. Und ganz ehrlich?“ Er nahm einen langen Schluck Bier. „Ich schleppe schon lange genug totes Gewicht mit mir herum.“

Dann zog er einen Umschlag aus seiner Jacke.

„Unterschreib das.“ Er warf ihn auf den Tisch. „Die Anwälte haben alles bereits vorbereitet. Du bekommst nichts – aber seien wir ehrlich, du hattest ja von Anfang an nichts.“

Scheidungspapiere.

Er wollte mich scheiden.

Ich starrte den Umschlag an, während sich etwas Kaltes und Scharfes in meiner Brust festsetzte.

„Und wenn ich mich weigere?“

„Dann sorge ich dafür, dass jeder erfährt, was für ein verzweifelter, klammernder Psycho du bist.“ Seine Stimme wurde giftig. „Ich habe E-Mails, Nachrichten, alles. Ich werde dich vernichten, Serena. In dieser Stadt wird dich nie wieder jemand einstellen.“

Er legte die Unterlagen zwischen uns auf den Tisch.

„Du hast bis Montag Zeit.“

Ohne ein weiteres Wort ging er.

Ich blieb allein in der Stille zurück, während seine Drohungen noch in meinen Ohren nachhallten.

Dann lächelte ich.

Oh, Ethan.

Du hast ja keine Ahnung, was auf dich zukommt.

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