
Zusammenfassung
Ich unterschrieb die Scheidungspapiere in derselben Nacht, in der ich herausfand, dass ich mit dem Erben des Vampirkönigs schwanger war. Drei Jahre Ehe. Drei Jahre lang hatte man mir eingeredet, ich sei „nur ein Mensch“ – unwürdig, an der Seite von Damien Blackwood zu stehen, dem mächtigsten Vampir des gesamten Reiches. Seine Mutter, Königin Celeste, hatte endlich gewonnen. „Du verstehst es doch, oder, Elena?“ Damiens kalte Stimme hallte durch unser Schlafzimmer, während er zusah, wie ich meine Sachen packte. „Serena ist eine reinblütige Vampirin. Unser Volk braucht eine angemessene Königin. Du warst immer nur… vorübergehend.“ Vorübergehend. Ich legte eine Hand auf meinen Bauch, in dem sein Kind – unser Kind – heranwuchs. Er wusste nichts davon.
Kapitel 1
Ich unterschrieb die Scheidungspapiere in derselben Nacht, in der ich herausfand, dass ich mit dem Erben des Vampirkönigs schwanger war.
Drei Jahre Ehe.
Drei Jahre lang hatte man mir eingeredet, ich sei „nur ein Mensch“ – unwürdig, an der Seite von Damien Blackwood zu stehen, dem mächtigsten Vampir des gesamten Reiches.
Seine Mutter, Königin Celeste, hatte endlich gewonnen.
„Du verstehst es doch, oder, Elena?“ Damiens kalte Stimme hallte durch unser Schlafzimmer, während er zusah, wie ich meine Sachen packte. „Serena ist eine reinblütige Vampirin. Unser Volk braucht eine angemessene Königin. Du warst immer nur… vorübergehend.“
Vorübergehend.
Ich legte eine Hand auf meinen Bauch, in dem sein Kind – unser Kind – heranwuchs.
Er wusste nichts davon.
Und er würde es niemals erfahren.
„Natürlich.“ Meine Stimme blieb ruhig. „Es war töricht von mir zu glauben, ein Mensch könnte dir jemals etwas bedeuten.“
Sein Kiefer spannte sich an.
Für einen kurzen Augenblick glaubte ich, etwas in seinen blutroten Augen aufblitzen zu sehen – Bedauern? Schmerz?
Doch dann erschien Serena in der Türöffnung, in Seide gehüllt, die Hand besitzergreifend an seinem Arm.
„Darling, deine Mutter wartet schon. Die Verlobungszeremonie beginnt um Mitternacht.“ Mit kaum verhohlenem Triumph sah sie zu mir herüber. „Oh, du bist ja immer noch hier? Die Diener werden dich durch den Hinterausgang hinausbringen. Wir wollen doch nicht, dass die Gäste… na ja, dich sehen.“
Vor drei Jahren hatte ich alles für Damien aufgegeben.
Meine Familie.
Mein Erbe.
Meine Identität als letzte Tochter des Lykan-Kaisers.
Ich hatte meinen Wolf verborgen, meine Blutlinie unterdrückt und wie ein „schwacher Mensch“ gelebt, weil er behauptet hatte, er liebe mich genau so.
Was für eine Närrin ich gewesen war.
„Elena.“ Damien machte einen Schritt auf mich zu und streckte die Hand nach mir aus. „Ich werde dafür sorgen, dass es dir an nichts fehlt. Geld, ein Haus—“
„Ich will nichts von dir.“
Ich griff nach meiner Tasche und ging an ihm vorbei.
An Serenas selbstgefälligem Grinsen.
An den Dienern, die mich jahrelang verspottet hatten.
In dem Moment, als ich das Schloss der Blackwoods verließ, traf mich der kalte Winterwind wie eine Ohrfeige.
Ich schloss die Augen und ließ meinen Wolf endlich – endlich – wieder an die Oberfläche.
„Willkommen zurück“, flüsterte sie in meinen Gedanken. „Gehen wir nach Hause?“
Nach Hause.
Ins Reich der Lykane.
Zu meinem Vater, der mich vor Vampiren gewarnt hatte.
Zu dem Thron, den ich einst aufgegeben hatte.
Ja.
Aber zuerst musste ich verschwinden.
Ich war gerade halb die Schlosstreppe hinunter, als mir ein vertrauter Geruch entgegenschlug – Rosen und Gift.
Serena.
„Schon auf dem Weg?“ Sie trat vor mich und versperrte mir den Weg. „Ich dachte, du würdest wenigstens betteln. Ein bisschen weinen. Das tun Menschen doch normalerweise, oder nicht?“
Ich sah sie nur an. „Geh mir aus dem Weg.“
Sie lachte spöttisch.
„Oder was? Willst du mich mit deinen kleinen Menschenfäusten schlagen?“
Ihre Hand schoss vor und packte mein Handgelenk mit brutaler Kraft.
„Eins solltest du begreifen: Damien hat nie dir gehört. Seit zwei Jahren teile ich sein Bett. Jedes Mal, wenn er spät nach Hause kam? Da war er bei mir.“
Zwei Jahre.
Mein Herz hätte daran zerbrechen sollen.
Doch ich spürte nur eisige Kälte.
„Bist du fertig?“, fragte ich ruhig.
Ihre Augen weiteten sich kurz vor Überraschung, dann verengten sie sich.
„Du hältst dich für etwas Besseres? Du bist nichts weiter als ein Streuner, den er aus Mitleid aufgehoben hat.“
Sie stieß mich mit voller Kraft zurück.
Ich stolperte, mein Absatz blieb an den steinernen Stufen hängen.
Die Zeit verlangsamte sich.
Ich sah ihr zufriedenes Lächeln.
Spürte, wie ich fiel.
Und dann—
Packte mich plötzlich eine Hand am Arm und riss mich wieder hoch.
„Interessant.“ Eine tiefe, samtige Stimme erklang aus den Schatten. „Die Ehefrau des Vampirkönigs wird wie Müll hinausgeworfen. Und schwanger ist sie auch noch.“
Ich erstarrte.
Vor mir stand ein Mann mit silbernem Haar und Augen wie flüssiges Gold.
Das Wappen auf seiner Brust ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.
Der Wolf.
Die Krone.
Die drei Monde.
Er stammte aus dem Lykan-Imperium.
Er wusste, was ich war.
Und nach dem gefährlichen Lächeln zu urteilen, das sich langsam auf seinem Gesicht ausbreitete—
Wusste er ganz genau, wer ich war.
