Kapitel 7
Übrig blieben die Dinge, die Angelo mir in den letzten drei Jahren geschenkt hatte.
Amulette mit den Rudelrunen vom Kahleberg - unverwechselbar.
Seltene Edelsteine. Grundstücksurkunden. Teure Geschenke, gemacht, um Eindruck zu schinden.
Ich suchte die wertvollsten Stücke heraus und legte sie für Sophia beiseite. Sobald ich das Territorium verlassen hatte, würde sie alles anonym an die Caldwells zurückschicken.
So machte man einen sauberen Schnitt. Keine Schulden. Kein letzter Geruch, der einen verriet.
Den Rest - die billigen Kleinigkeiten, die mir früher ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollten - wanderten eine nach der anderen in den Müll. Ohne mit der Wimper zu zucken.
Früher hatte ich selbst einen unscheinbaren, halbmondförmigen Anhänger gehütet wie einen Schatz, nur weil er seinen Geruch trug.
Jetzt, beim Packen, rührte sich nichts mehr in mir. Nicht mal meine Wölfin blickte zurück.
Als ich fertig war, wickelte ich das Foto meiner Mutter sorgfältig ein. Dazu das Quarzmond-Amulett, das sie mir vermacht hatte - dieses leise Summen von Kraft, das es immer umgab. Ich schob beides in das versteckte Fach meines Koffers.
Dann ging ich. Durch das Tor der Harlan-Ranch, ohne mich umzusehen. Zehn Jahre meines Lebens - ich ließ sie einfach hinter mir.
Direkt vor dem Tor zog Angelos schwarzer SUV auf. Jeder in der Stadt kannte dieses Auto.
Ich sah nicht hin.
Das Wagenfenster surrte herunter. Angelo beugte sich heraus, gutaussehend wie immer, diese selbstverständliche Alpha-Aura um sich herum wie einen Mantel.
Ich warf ihm keinen Blick zu. Meine Schritte wurden nicht langsamer.
„Evie.“
Seine Stirn krauste sich. Meine Gleichgültigkeit gefiel ihm nicht. „Wo willst du hin? Mit dem ganzen Gepäck?“
Ich zerrte zwei schwere Koffer hinter mir her. Jeder Schritt kostete Kraft. Für ein Gespräch hatte ich keine übrig.
Ich schwieg und ging weiter.
Angelo stieg aus. Mit wenigen Schritten stand er vor mir.
„Soll ich dich fahren?“
„Nein. Danke.“
Ich machte einen Bogen um ihn.
Er packte mein Handgelenk. Seine Alpha-Kraft war erbarmungslos.
„Evie, warum bist du nur so stur diesmal?“
„Wenn du wenigstens ein bisschen weinen würdest, so wie früher... den Nacken zeigen, klein beigeben... dann würde ich vielleicht wieder nachgeben.“
Ich riss mein Handgelenk los. Sah ihm direkt in die Augen. Ruhig. So ruhig wie nie zuvor.
„Das brauche ich nicht mehr, Angelo.“
Kein Weinen. Kein Betteln um sein Mitleid.
Meine Wölfin war müde. Ausgelaugt. Sie sehnte sich nicht mehr nach ihm.
„Na schön. Wie du meinst.“
Er lachte leise, aber seine Augen trauten der Sache nicht. So leicht ging kein Wolf von seinem auserwählten Gefährten fort.
