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Kapitel 1.

Um den Blumenladen ihrer Familie zu retten, stimmt Rosmery Rivera einer arrangierten Ehe mit Cristian Martines zu, einem arbeitssüchtigen Geschäftsführer, der sie vor zehn Jahren abgelehnt hat.

Cristian ist zu allen kalt, aber nur Rosmery sieht die Risse in seiner Fassade und erkennt die Freundlichkeit, die er unter Jahren des Schmerzes verbirgt.

Was als Geschäft beginnt, wird zu einer Reise voller Liebe und Erlösung, während Rosmerys Freundlichkeit und Entschlossenheit langsam Cristians eisige Fassade zum Schmelzen bringen.

Als Cristians verstecktes Trauma ans Licht kommt, wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt. Kann Rosmery die Mauern um sein Herz einreißen, oder wird das Gewicht seiner Vergangenheit sie auseinanderbringen?

Haftungsausschluss: Diese Geschichte enthält milde romantische und intime Szenen, Momente emotionaler Verletzlichkeit, Themen der Heilung vergangener Traumata sowie Szenen, die körperliche Auseinandersetzungen und gefährliche Situationen beinhalten.

Das Morgenlicht fiel durch die Schaufenster der Floristería Rivera und warf sanfte goldene Reflexe auf die Theken. Die Luft war erfüllt von einer Mischung aus blumigen Düften – Rosen, Lilien und einem Hauch von Lavendel –, warm und vertraut.

Rosmery Rivera bewegte sich zwischen den Blumenarrangements und richtete mit den Fingern die Stiele eines Straußes voller saisonaler Pfingstrosen. Der Duft der frischen Blumen umhüllte sie und schirmte sie fast vom Verkehrslärm ab.

Die Tür klingelte leise, als eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter den Laden betrat. Rosmery begrüßte sie mit einem warmen Lächeln; ihre grünen Augen strahlten echte Herzlichkeit aus.

Guten Morgen! Wie kann ich Ihnen helfen? – fragte Rosmery, ihre Stimme so fröhlich wie die Gänseblümchen im Strauß hinter ihr.

Die Mutter lächelte zurück, aber es war ihre Tochter, die mit großen, staunenden Augen als Erste sprach. „Blumenfrau, wie schön du bist!“, rief sie mit staunender Stimme. Die Mutter errötete vor Verlegenheit und entschuldigte sich schnell: „Entschuldigung, sie ist sehr frech.“

Aber Rosmery lachte nur und kniete sich neben das Mädchen. „Danke! Das ist aber nett von dir“, sagte sie und nahm eine Sonnenblume aus einer Vase in der Nähe. „Hier, die ist für dich.“

Das Gesicht des Mädchens strahlte, als sie die Blume nahm und sie wie einen Schatz an sich drückte. „Danke!“, rief sie, vor Freude ganz außer sich.

Als sie ihren Einkauf beendet hatte, schenkte die Mutter Rosmery ein dankbares Lächeln, während das kleine Mädchen glücklich zur Tür hüpfte und die Sonnenblume umklammerte, als wäre sie das Wertvollste auf der Welt.

Rosmery sah ihnen mit einem sanften Lächeln auf den Lippen nach. Momente wie diese machten die langen Stunden lohnenswert. Zu sehen, wie jemandes Gesicht durch etwas so Einfaches wie eine Blume strahlte, und zu wissen, dass sie ein kleiner Teil dieses Glücks war, würde nie langweilig werden.

Das leise Knarren der Tür zum Hinterzimmer unterbrach sie und ihre jüngere Schwester Lily kam mit zwei Tassen dampfendem Kaffee herein.

„Hey, Soph, mach mal eine Pause. Du bist schon den ganzen Morgen dabei“, sagte Lily und stellte eine Tasse auf die Arbeitsplatte.

„Danke, Lily. Lass mich erst diesen Strauß fertig machen“, antwortete Rosmery und platzierte vorsichtig die letzte Blume. Sie trat einen Schritt zurück und neigte leicht den Kopf, während sie ihre Arbeit begutachtete. „Perfekt.“

Sie zog ihre Schürze aus und gesellte sich zu ihrer Schwester an einen kleinen Tisch in einer gemütlichen Ecke des Ladens. Es war schon ruhig geworden; die einzige Bewegung kam von ein paar Stammkunden, die träge die Auslagen betrachteten.

Lily verschwendete keine Zeit und erzählte gleich von ihrem letzten Date.

„Es war unglaublich!“, sagte sie begeistert und überschwänglich. „Wir waren in einem total netten italienischen Restaurant, und er war so charmant. Er hat immer wieder gesagt, dass es echtes italienisches Essen sei, und er hat mit den Besitzern Italienisch gesprochen.“

Rosmery kicherte leise, aufrichtig glücklich für ihre Schwester, auch wenn Lily nicht gerade die beste Erfolgsbilanz in Sachen Dates hatte. „Toll, ich freue mich, dass du Spaß hattest.“

Lily beugte sich mit einem verschmitzten Blick vor. „Du solltest auch mal wieder ausgehen, Rosmery. Du bist immer hier und steckst in der Arbeit. Würdest du nicht gerne ein bisschen Romantik in deinem Leben haben?“

Rosmery seufzte und schüttelte den Kopf. „Ich bin einfach so beschäftigt mit dem Laden. Das ist alles.“

„Ach ja“, sagte Lily und hob eine Augenbraue. „Ist es wegen diesem Typen?“

Rosmery erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde, ihr Lächeln verschwand. „Welcher Typ?“, fragte sie, obwohl sie die Antwort bereits kannte.

Lily lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und verschränkte die Arme. „Cristian Martines. Weißt du noch? Der Typ, der dir in der Highschool das Herz gebrochen hat.“

Rosmerys Brust zog sich zusammen, als sein Name fiel. Erinnerungen kamen hoch: der Garten, die Bibliothek, der Moment, als sie ihm ihre Gefühle gestanden hatte und er sie abgelehnt hatte. Sie zwang sich zu einem Lachen und verdrängte die Erinnerung. „Lily, das ist lange her. Es geht nicht um ihn.“

Lily runzelte die Stirn, und ihre verspielte Miene wich Besorgnis. „Rosmery, du verdienst es, glücklich zu sein. Du kannst nicht nur für diesen Laden leben. Du hast das Recht, mehr zu wollen.“

Rosmery wusste, dass ihre Schwester Recht hatte, aber es fiel ihr trotzdem schwer, weiterzumachen. Ihr Blick wanderte durch den Laden und nahm die leuchtenden Blumen und ihren vertrauten Duft in sich auf. Dieser Ort war ihr Zufluchtsort, der einzige Ort, an dem sie sich sicher und zu Hause fühlte.

„Ich weiß, Lily. Ich weiß“, antwortete Rosmery und schenkte ihrer Schwester ein beruhigendes Lächeln.

Während Lily weiterplapperte, merkte Rosmery, dass ihre Gedanken abschweiften, angezogen von Erinnerungen, denen sie sich selten hingab. Erinnerungen an Cristian Martines. Das erste Mal, als sie ihn gesehen hatte, die Gefühle, die sie für ihn gehegt hatte, und der tiefe Schmerz seiner Ablehnung. Selbst nach all den Jahren war der Schmerz noch da, versteckt in den hintersten Winkeln ihres Herzens.

Sie schüttelte den Kopf und versuchte, diese Gedanken zu verdrängen. Es hatte keinen Sinn, in der Vergangenheit zu schwelgen. Sie hatte einen Laden zu führen, ein Leben zu leben, auch wenn sie es allein leben musste.

Das leise Klingeln holte Rosmery in die Gegenwart zurück. Ein neuer Kunde war gekommen, und sie drehte sich um, um ihn mit ihrer üblichen Herzlichkeit zu begrüßen.

„Guten Morgen! Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte sie mit einem strahlenden, unerschütterlichen Lächeln.

Ein Mann mittleren Alters mit freundlichem Gesicht betrat den Laden und ließ seinen Blick über die bunte Blumenauslage schweifen.

„Guten Morgen. Ich suche einen Blumenstrauß für meine Frau. Wir haben Hochzeitstag“, sagte er.

„Herzlichen Glückwunsch! Wie alt werden Sie?“ fragte Rosmery, während sie in Gedanken bereits das perfekte Arrangement zusammenstellte.

„Dreißig Jahre“, sagte der Mann mit einem stolzen Lächeln.

Rosmery lächelte zurück. „Wie schön! Lass uns etwas ganz Besonderes für sie machen.“

Sie führte ihn zu den Blumen mit den leuchtendsten Farben. Ihre Hände arbeiteten instinktiv und wählten Rosen und Nelken aus. Während sie den Strauß zusammenstellte, schweiften ihre Gedanken ab; die vertrauten Handgriffe weckten Erinnerungen an eine andere Zeit, einen anderen Ort.

Es war ein strahlender Frühlingstag, und Rosmery war im Schulgarten. Sie sollte die Pflanzen in ihrem Gartenbaukurs gießen, eine Aufgabe, die sie liebte.

Der Garten war ihr Zufluchtsort, so wie Jahre später der Blumenladen. Hier konnte sie sich in der Schönheit der Natur verlieren und die Welt um sich herum vergessen.

Ihr blondes Haar war zu einem lockeren Zopf zusammengebunden, der hin und her schwang, während sie mit einer Gießkanne in der Hand zwischen den lebhaften Pflanzen hin und her ging. Sie summte leise vor sich hin, während die Wärme der Sonne ihre Haut streichelte, als sie sich hinkniete, um ein Beet mit blühenden Ringelblumen zu pflegen.

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