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Kapitel 7. Blutversprechen

Killian knirschte mit den Zähnen. Er hasste dieses Gefühl – ein Gefühl, das er für niemanden außer Maya haben wollte.

Wütend musterte er Isabella, doch sie senkte den Blick und starrte auf den Boden. Nicht ein einziges Mal sah sie zu ihm auf. Noch vor wenigen Minuten, als er sie in den Armen hielt, hatte sie sich von ihm losgerissen, als hätte seine Berührung sie verbrannt, und war so schnell wie möglich davongelaufen.

Das traf seinen Alpha-Stolz zutiefst. Mädchen warfen sich ihm für einen Blick an den Hals, und nun tat sie – seine Braut – so, als wäre er gar nicht da. Es schmerzte mehr, als er erwartet hatte.

Das ist nicht gut für sein Alpha-Ego.

Die Zeremonie wurde fortgesetzt. Die Ehegelübde wurden ausgetauscht. Dann kam Luna Linda mit einem Tablett, auf dem zwei Ringe lagen, auf sie zu.

Killian nahm einen und schob ihn sanft auf Isabellas Finger. Ihre Hand zitterte leicht, aber sie zog ihn nicht weg.

Dann war sie an der Reihe.

Mit zitternden Fingern nahm Isabella den anderen Ring und schob ihn zögernd an Killians Finger.

Der Geistliche lächelte und erhob seine Stimme: „Kraft der heiligen Gesetze des Rudels erkläre ich euch hiermit zu Mann und Frau.“

Es folgte eine stille Pause. Dann kamen die Worte, die Killians Wolf ungeduldig aufhorchen ließen.

„Sie dürfen Ihre Braut jetzt küssen.“

Der Wolf in Killian knurrte beinahe vor Vergnügen. Seit dem Augenblick, als er sie erblickt hatte, hatte er ihre Lippen kosten wollen. Das Tier in ihm war viel zu begierig.

Killian nahm erneut ihre Hand und zog sie sanft näher an sich heran. Langsam und behutsam hob er mit einem Finger ihr Kinn an und hob ihr Gesicht zu seinem.

Und dann sah sie ihn an.

Zum ersten Mal trafen sich ihre Blicke – und Killian erstarrte. Ihre blauen Augen waren groß, sanft und unglaublich unschuldig. Sie schimmerten im Licht und zogen ihn auf eine Weise in ihren Bann, die er nicht erklären konnte.

Sein Herz setzte einen Schlag aus. Damit hatte er nicht gerechnet.

Langsam, fast unwillkürlich, senkte er den Kopf zu ihr. Sie schloss die Augen fest, als seine Lippen ihre berührten.

Und dann – Blitz.

Ein so starker, so heftiger Funke durchfuhr ihn, dass es sich anfühlte, als ob sein ganzer Körper in Flammen aufging. Instinktiv zuckte er zurück, sein Herz hämmerte.

Er starrte sie fassungslos an, sein Wolf lief wild in ihm auf und ab.

Wer bist du, Prinzessin?

Eine Hexe? Eine Sirene?

Was zum Teufel tust du mir an?

Isabellas Herz begann laut zu pochen, als würde es ihr gleich aus der Brust springen.

In dem Moment, als sich ihre Lippen berührten, durchfuhr sie ein Kribbeln – doch Killian zuckte plötzlich zurück, als hätte ihre Berührung ihn verbrannt. Er machte zwei Schritte zurück und schuf so Abstand zwischen ihnen.

Was ist gerade passiert?

Sie hatte keine Ahnung.

Eines war jedoch klar – ihr erster Kuss war ihr gerade von einem grausamen Alpha genommen worden, dem das scheinbar völlig egal war.

Das Rudel brach erneut in Heulen und Jubel aus.

Sie blickte sich um und lächelte schwach. Wenigstens waren sie glücklich.

Das war alles, was sie sich je gewünscht hatte – dass ihr Rudel in Sicherheit war, dass es ihnen gut ging… dass sie glücklich waren. Immer.

Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als Luna Linda vortrat und sie in eine herzliche Umarmung zog.

„Herzlichen Glückwunsch, Liebling. Ich freue mich so sehr für dich“, sagte sie und strahlte vor Stolz.

Als Nächstes traten Alpha George und Alpha James heran, um ihnen ihren Segen zu geben.

Dann wandte sich Alpha James an Alpha George und sagte:

„Wir verabschieden uns nun, Alpha George. Mein Volk wartet sehnsüchtig darauf, dass wir ihre zukünftige Luna nach Hause bringen. Ich möchte dich und dein Rudel außerdem zu Killians Alpha-Zeremonie einladen, die morgen stattfinden wird.“

Alpha George nickte verständnisvoll. „Wie du wünschst, Alpha James.“

Alpha James schenkte Isabella ein stolzes Lächeln.

„Und mach dir keine Sorgen um Isabella“, sagte er selbstsicher. „Sie steht jetzt unter meinem Schutz. Und glaub mir – Killian wird nicht zulassen, dass irgendjemand seine Frau auch nur berührt. Er ist so besitzergreifend, wie ein Alpha nur sein kann.“

Isabella konnte ihn nur fassungslos anstarren.

Niemand hatte ihr jemals ein solches Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt – bis jetzt.

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