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Kapitel 7

Sie war nicht leer.

Es war von etwas viel Gefährlicherem erfüllt.

Etwas, das noch kommen wird.

---

Denn das war nicht nur ein Treffen.

Und sie –

war nicht nur jemand aus seiner Vergangenheit. Niemand sprach.

Kein einziges Wort.

Denn niemand wusste, was er sagen sollte.

Oder, um genauer zu sein…

Niemand wusste, wie er reagieren sollte.

Die Vergangenheit, die sie so mühelos begraben hatten…

stand plötzlich direkt vor ihnen.

Lebendig.

Unerschrocken.

Unausweichlich.

---

Sein Blick wanderte langsam durch den Raum und blieb nacheinander auf jedem Gesicht verweilen.

Nicht aus Wut.

Nicht aus Verzweiflung.

Sondern aus Anerkennung.

Als würde er sich an alles erinnern.

Jeden Gesichtsausdruck.

Jedes Schweigen.

Jeden Augenblick.

Tristan war der Erste, der den Blick abwandte.

Preston biss die Zähne zusammen.

Sabrina rutschte unbehaglich hin und her.

Julian ballte die Fäuste.

Das Vertrauen, das sie einst hatten …

war nirgends mehr zu sehen.

Victor und Malcolm waren wie gelähmt.

Es fiel ihnen immer noch schwer, das zu akzeptieren, was sich direkt vor ihren Augen abspielte.

Als hätte sich die Realität selbst gegen sie gewandt.

Und Conrad –

stand immer noch da.

Noch immer.

Unbeeindruckt.

Aber zum ersten Mal –

wirkte sein Schweigen nicht wie ein Zeichen der Selbstbeherrschung.

Es fühlte sich anders an.

Etwas Unbekanntes.

Sie machte einen Schritt nach vorne.

Nur einen.

Aber das reichte aus.

Genug, um die Atmosphäre wieder einmal völlig zu verändern.

Man musste sie nur daran erinnern –

Das war nicht mehr dasselbe Mädchen, das sie kennengelernt hatten.

Ihre Finger bewegten sich leicht, während sie ihre Uhr zurecht rückte.

Eine kleine Bewegung.

Aber ganz bewusst.

Überprüft.

Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt breit –

als wolle er gerade etwas sagen.

Und genau in diesem Moment…

hielten alle den Atem an.

Warten.

In Angst.

In gespannter Erwartung.

Denn was auch immer er sagen würde …

…würden es nicht nur Worte sein.

Es würde alles verändern.

Die Stille breitete sich in der Kabine aus, dicht, unerbittlich, so schwer, dass sie erstickend wirkte, als hätte sogar die Luft vergessen, wie man sich bewegt. Niemand sagte etwas, nicht weil sie es nicht wollten, sondern weil sie es nicht konnten. Die Person, die vor ihnen stand, war jemand, den sie in der Vergangenheit begraben hatten, ein Name, den zu Hause niemand aussprach, eine Erinnerung, die alle lieber ignorierten, als hätte es sie nie gegeben. Und doch war sie da, direkt vor ihnen: lebendig, unerschütterlich und unmöglich zu übersehen.

Einige Sekunden lang blinzelte niemand. Ihre Augen blieben auf sie gerichtet, als könnte die kleinste Bewegung die Illusion zerstören. Aber es war keine Illusion. Es war real. Und diese Realität war viel beunruhigender, als sie es sich jemals hätten vorstellen können.

Helena stand regungslos da, mit einem fast gelangweilten Ausdruck im Gesicht, als ob ihr all das völlig gleichgültig wäre. Ihre Haltung war entspannt, ihre Schultern locker, ihr Blick gelassen, während sie jeden einzelnen von ihnen musterte und ihre Überraschung, ihren Unglauben, ihr Unbehagen wahrnahm. Es war keine Neugier, es war Wiedererkennung. Als hätte sie diesen Moment von Anfang an vorausgesehen. Als hätte sie diese Reaktion bereits vorhergesehen, noch bevor sie eintrat.

„Meine Güte … Seid ihr jetzt fertig damit, mich anzustarren, oder macht ihr immer noch so weiter? Ihr seht alle … überrascht aus“, sagte sie ganz beiläufig, mit ruhiger Stimme, die jedoch tief genug war, um den Raum zu erdrücken.

Ihre Worte durchbrachen die zerbrechliche Stille, die sich breitgemacht hatte.

Malcolm sprach schließlich, mit einer Stimme, die vor dem Schock über das, was er sah, gebrochen klang. „Du … lebst noch? Wir dachten, dass …“ – Er konnte den Satz nicht einmal zu Ende bringen, bevor sie ihn unterbrach.

„Was habt ihr gedacht?“, fragte Helena sanft, mit gleichgültigem Tonfall. „Dass ich fort war? Dass etwas, das ihr nicht einmal versucht habt zu verstehen, bereits vorbei war?“
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