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Kapitel 2

Jedes Licht in Black Hollow flackerte einmal auf - und erlosch.

Im ganzen Raum gingen die Handys aus, die Signalstärke brach ein.

„Was zum Teufel?“ Silas riss an seinem Laptop herum und hämmerte auf die Tasten. „Schaltet es wieder an! SOFORT!“

„Das WLAN ist weg!“, schrie jemand aus der Technik-Kabine.

„Mobilfunknetz tot!“

„RedMoon Net zeigt ‚Verbindung getrennt‘ -“

Gut.

Ich beobachtete aus dem Dunkeln, wie die Panik durch die Menge schwappte wie eine Welle, die ein Boot zum Kentern bringt.

Maras Schrei gellte durchs Chaos. „Wer war das?! Soll das gefälligst einer reparieren!“

Sie liefen hektisch durcheinander, probierten es mit Backup-Netzwerken, Notfall-Hotspots, sogar mit den verstecktesten Kanälen des Darknets - aber nichts ging mehr.

Sollen sie nur. Es wird ihnen nichts nützen.

Damon stand mitten im Chaos vollkommen still, den Kopf leicht geneigt, und ich wusste, er spürte es - diese Machtverschiebung, diese unsichtbare Hand, die ihre Pläne gerade zerschmettert hatte.

„Das ist keine Störung“, sagte er leise, aber seine Stimme trug durch den ganzen Raum. „Da hat uns jemand die Verbindung gekappt.“

Silas fuhr zum Technik-Team herum. „Backup-Server! Externe Festplatten! Sagt mir, dass ihr irgendwas gesichert habt -“

„Alles gesperrt. Datenspeicher, Cloud-Backups, selbst die lokalen Dateien - alles militärisch verschlüsselt -“

Sie hatten ja keine Ahnung, dass ich schon seit Wochen in ihren Systemen war.

Jedes Foto, jede Videodatei, jeden erniedrigenden Livestream, den sie je produziert hatten - ich hatte die Beweise bereits kopiert und den Rest so programmiert, dass er sich selbst löschte. Die Demütigung meiner Schwester würde es außerhalb dieses Raumes nicht geben.

„Irgendwer treibt hier ein falsches Spiel“, knurrte Cole und ließ seinen Blick durch die Menge schweifen. „Findet ihn!“

Unten auf der Plattform war Lyra in sich zusammengesackt, lag auf der Seite und zitterte vor stummem Schluchzen.

Halt durch, kleine Wölfin. Nur noch ein bisschen.

Dann kniff Hugo, der abgebrühteste Buchmacher der Unterwelt, die Augen zusammen, als er etwas an Lyras Hüfte entdeckte.

Sein Gesicht wurde fahl wie Asche.

„Warte - MOMENT!“ Er stolperte nach vorne und deutete mit zitterndem Finger darauf. „Dieses Wappen! Das ist doch -“

„Was für ein Wappen?“, fauchte Mara.

„An ihrem Gürtel! Das ist das Stormfang-Wappen!“ Hugos Stimme überschlug sich vor Aufregung. „Das Emblem des Stormfang-Rudels!“

Ah, jetzt kommen wir der Sache näher.

Es wurde totenstill im Raum, man hörte nur Lyras schweres Atmen.

Der Stormfang-Rudel - die alte Blutlinie, die Sturmwölfe, das Rudel, das einst geherrscht hatte, bis sie verraten und in alle Winde zerstreut wurden.

Mein Rudel.

Lyra hob den Kopf, ein Hoffnungsschimmer glomm in ihren verquollenen Augen auf. „Meine Schwester - sie kommt zurück - sie wird -“

Madlens Lachen klang wie zerbrechendes Glas.

„Deine Schwester?“ Sie griff in ihre Designer-Handtasche und zog ein identisches silbernes Wappen hervor, hielt es ins Notlicht. „Meinst du das? Das ECHTE Wappen?“

Diese Schlampe.

„Lyra trägt eine Fälschung“, schnurrte Madlen und umkreiste meine Schwester wie ein Hai. „So einen billigen Nachkauf, wahrscheinlich, um sich wichtig zu fühlen.“

„Sie lügt!“, keuchte Lyra. „Das gehört mir! Sie hat es gestohlen -“

Mara schlug ihr mit dem Handrücken ins Gesicht.

Blut spritzte über die Plattform.

„Halt dein dreckiges Maul, du Betrügerin“, zischte Mara. „Behaupten, aus der Stormfang-Blutlinie zu sein? Du bist doch erbärmlich.“

„Zieht sie aus“, befahl Cole. „Seht nach, ob sie noch mehr Fälschungen bei sich hat. Vielleicht hat sie ja gleich ein ganzes Kostüm dabei.“

„Nein - NEIN!“ Lyra krümmte sich schützend um ihren Bauch, als Hände nach ihr griffen.

Die silberne Nadel blitzte wieder auf.

Mara grinste. „Vergesst das Wappen. Mal sehen, wer der Vater von ihrem Welpen ist. Dann wissen wir, was sie wirklich wert ist.“

Das reicht.

Ich bewegte mich.

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