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Kapitel 5 Gefrorene Hoffnungen in der Lobby des Hochhauses

In der vergangenen Nacht war eine Kaltfront eingezogen, die einen plötzlichen Temperatursturz mit sich brachte, begleitet von einem stechend kalten Wind.

Maggie stand, in ihren wärmsten Mantel gekleidet, vor dem Gebäude der Barrett-Gruppe. Als sie auf den hoch aufragenden Wolkenkratzer vor ihr blickte, konnte sie sich eines Gefühls der Ehrfurcht nicht erwehren.

Die Barrett-Gruppe war in der Tat zu einem der führenden Konglomerate der Welt geworden. Dieses Gebäude strahlte Erhabenheit aus. Es stand direkt am Central Square und war ein Wahrzeichen der Stadt. Die sorgfältig gestaltete Fassade mit ihren komplizierten, hochwertigen Texturen verlieh dem Gebäude einen Hauch von Eleganz.

Als das Wintersonnenlicht seinen eisigen Glanz auf die riesigen Glasfenster warf, musste Maggie an Aldrichs Gesichtsausdruck denken. Sie holte tief Luft und trat ein.

Das Überschreiten der Schwelle war wie der Eintritt in eine andere Welt. Die luxuriöse Lobby war geräumig und einladend und strahlte eine warme Atmosphäre aus. Maggie spürte eine Welle der Behaglichkeit, die ihr leichtes Frösteln vor Nervosität linderte.

Ängstlich stand Maggie an der Rezeption und richtete vorsichtig ihren zerknitterten Mantel. "Guten Morgen. Kann ich Ihnen helfen?", erkundigte sich die Empfangsdame. Ihr makelloses Make-up, ihre professionelle Kleidung und ihr höfliches, aber zurückhaltendes Auftreten waren tadellos.

"Hallo, ich möchte zu Mr. Barrett", verriet Maggie den Grund ihres Besuchs.

"Haben Sie einen Termin?" Das Lächeln der Empfangsdame erstarrte für einen Moment, offenbar war sie von Maggies unerwarteten Absichten überrascht.

Maggie schüttelte den Kopf und antwortete: "Nein, aber ich habe eine dringende Angelegenheit mit Mr. Barrett zu besprechen."

Das Lächeln der Empfangsdame erstarrte, und ihr Ton wurde entschuldigend. "Es tut mir leid, Ma'am, Mr. Barrett ist ohne Termin nicht zu erreichen. Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie behilflich sein?"

Enttäuschung schwang in Maggies Stimme mit: "Nein, danke. Ich warte hier, vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit."

Sie hatte nicht erwartet, dass selbst die Begegnung mit Aldrich eine solche Herausforderung sein würde. Sie fasste sich ein Herz und beschloss, in der großen Lobby zu warten.

Maggie ging in eine Ecke der Lobby und betrachtete ihre Umgebung. Der polierte Marmorboden glänzte, und ein riesiger Weihnachtsbaum war mit funkelnden Lichtern und Ornamenten geschmückt.

Maggie trat zaghaft aus dem Gebäude. Draußen heulte der kalte Wind und stürzte sie vom Himmel in die Hölle. Sie fand eine geschützte Ecke an der Straßenecke und kauerte sich hin.

Sie wechselte die Beine, um ihren Körper zu stützen, und konnte nicht abschätzen, wie viel Zeit vergangen war. Sie wusste nur, dass ihr Körper taub geworden war.

Plötzlich erschien eine verschwommene Gestalt vor Maggies Augen. Sie rieb sich die Augen und sah eine Gruppe von Menschen, die das Gebäude verließen, angeführt von einem Mann in einem schwarzen Mantel - Aldrich.

Ihr Herz raste, und Unruhe und Vorfreude strömten durch ihre Adern. Dies war eine einmalige Gelegenheit.

Maggie nahm all ihren Mut zusammen und stürzte nach vorne. "Mr. Barrett! Bitte geben Sie mir einen Moment Zeit zum Reden", rief sie mit vor Kälte zitternder Stimme.

Ihre schroffe Stimme erregte die Aufmerksamkeit der Schaulustigen, aber Aldrich schenkte ihr keine Beachtung und setzte seinen Weg fort, ohne innezuhalten.

Unnachgiebig machte Maggie ein paar schnelle Schritte nach vorne und erhob ihre Stimme, die nun einen Hauch von Verzweiflung enthielt. "Mr. Barrett, ein unschuldiges Mädchen, Alisa, steht kurz davor, wegen Ihnen entlassen zu werden. Ich bitte Sie inständig, ihr zu helfen."

Die Luft um Aldrich herum wurde feierlich, und obwohl er Maggie nicht ansah, spürte sie die Veränderung in seiner Körpersprache.

Er war wütend!Er runzelte die Stirn und wandte sich an Maggie, wobei seine Stimme von Irritation geprägt war. "Soweit ich weiß, hat Ihre Freundin einen unverzeihlichen Fehler begangen, für den sie die Verantwortung tragen muss. Wie können Sie die Dreistigkeit besitzen, hierher zu kommen und für sie zu plädieren?"

Maggie schüttelte den Kopf. "Nein, mein Freund hat einen ehrlichen Fehler gemacht. Bitte, lassen Sie mich erklären... Wenn möglich, hoffe ich, dass Sie sich für sie einsetzen können."

"Mr. Barrett, Sie haben mir geholfen, erinnern Sie sich? Ich weiß, dass Sie ein wohltätiger Mensch sind. Bitte, helfen Sie meinem Freund!" Maggie näherte sich Aldrich vorsichtig, wurde aber von den imposanten Leibwächtern aufgehalten.

"Ich glaube, ich habe mich in dieser Angelegenheit ziemlich klar ausgedrückt", erwiderte Aldrich kalt.

Damit ging Aldrich, denn Maggie war kein Werwolf, und er brauchte sich keine allzu großen Sorgen zu machen.

Die Leibwächter zogen Maggie gewaltsam weg. Als sie sie losließen, stolperte sie und fiel. Ihre Beine blieben taub, gaben unter dem Gewicht ihres Körpers nach und sie landete auf dem unnachgiebigen Boden.

Sie erinnerte sich daran, wie sie bei der Verfolgung des Diebes gestolpert war und wie Aldrich herbeigeeilt war, um sie zu retten. Aber dieses Mal gab es nur den kalten Boden und den Schmerz, der ihren ganzen Körper durchzog.

Durch ihre verschwommene Sicht sah Maggie, wie das hübsche, eisige Gesicht allmählich aus ihrem Blickfeld verschwand. In diesem Moment spürte sie, wie das Gewicht der Welt auf sie drückte, und federleichte Schneeflocken fielen vom Himmel. Die Welt wurde kalt und spiegelte ihr inneres Gefühl des Versagens wider.

Sie hatte versagt.

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