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A OBSESSÃO SECRETA DO DON

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Teriza O
176
Kapitel
122
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9.0
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Zusammenfassung

Samira Bellandi führt ein Doppelleben: Tagsüber ist sie eine angesehene Kunstexpertin, nachts wird sie zu Nyx, der begehrtesten Frau eines exklusiven Clubs. Dominic DeLuca, der gefürchtetste Don von Blackridge, ist kalt, gefährlich und von seiner Vergangenheit gezeichnet. Doch Samira ist die Einzige, die seine Dämonen zum Schweigen bringen kann. Während er sie heimlich beobachtet und beschützt, gerät Samira immer tiefer in seine dunkle Welt. Zwischen gefährlicher Obsession, verbotener Anziehung und tödlichen Geheimnissen müssen sie entscheiden, ob ihre Liebe sie retten kann — oder beide zerstören wird.

21+SexOne-Night-StandLiebe nach der Eheverführt

Kapitel 1

Das ist sein einziges Laster.

Dominic Alessio DeLuca war kein Mann vieler Sünden, sondern nur von Geistern geplagt. Der Gott von Blackridge verkehrte nicht mit seinen Standesgenossen der Società; er war ein Ehrenmann, der einem Ehrenkodex folgte. Der Soldat griff nicht zu Drogen oder Gewalt, um seinen Zorn zu besänftigen, sondern nur zu Obsessionen.

Das ist sein einziges Laster.

Sie ist seine einzige Schwäche.

Vergib ihm seine Sünde, aber es gibt kein Heilmittel dafür.

Er atmete tief ein, sein Blick abwesend, wie immer, wenn sie erschien. Seine von Narben gezeichneten, rauen Hände umklammerten das Lenkrad seines Wagens.

Sie trug einen langen, hellbraunen Mantel, der mit einem Gürtel in der Taille betont war. Ihr weißer Nagellack glitzerte auf dem Pappbecher. Sie trug keinen Schmuck, außer kleinen goldenen Creolen und einer Kette um den Hals: dezent, kostbar, passend für jemanden, der nur sich selbst beeindrucken musste.

Ihr Haar war offen. Lang. Schwarz. Dick wie Tinte und weich wie die Sünde. Es streifte ihre Hüften, als gehöre es dorthin, als sei es absichtlich so gewachsen, nicht aus Eitelkeit.

Doch es war ihr Gesichtsausdruck, der ihn wie angewurzelt stehen ließ.

Markante sizilianische Wangenknochen, umrahmt von einer sanften persischen Zartheit der Augen. Volle, natürliche Lippen. Haut in der Farbe warmen Marmors, vom Mondlicht beschienen. Sie hatte die Farbe von Honig vermischt mit Sahne, mit Schatten, die sich sanft in den Vertiefungen ihres Halses und ihrer Wangenknochen legten wie die Dämmerung vor dem Erscheinen der Sterne.

Und diese Augen.

In bestimmtem Licht leuchteten sie tiefgolden, scharf und schräg, fast wild. Sie waren mit Kajal umrandet, klar und doch hypnotisch. Sie neigten sich leicht, eingefasst von diesem obsidianfarbenen Schimmer, der das Gold ihrer Iris wie Sonnenlicht auf Sand schimmern ließ. In anderem Licht – wie heute – waren sie grün, die Farbe eines Waldes kurz vor einem Gewitter.

Sie lächelte nicht. Sie hatte es nicht eilig. Sie bewegte sich, als existiere die Stadt nicht. Als hätte sie schon vor ihrer Erbauung existiert und würde auch nach ihrem Untergang noch da sein. Ihre Schönheit war so überwältigend, dass sie in Männern Durst weckte, ohne ihnen je einen Tropfen Wasser anzubieten.

Die Leute gingen an ihr vorbei und starrten sie erstaunt an.

Sie blieb an der Ecke stehen, pustete auf ihr Getränk und blickte kurz auf; sie sah ihn nicht an, sondern in seine Richtung. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Sie hatte keine Ahnung, wer sie beobachtete.

Er holte schwer Luft und griff nach dem ledergebundenen Notizbuch auf dem Beifahrersitz. Er hielt bereits einen Stift in der Hand. Seine Hände zitterten, als er das Notizbuch öffnete und zu schreiben begann.

Sie trinkt heute schon wieder Kaffee. Sie trägt andere Schuhe. Sie hat ihre Haare geglättet. Sie steckt sich die Ponyfransen hinter das linke Ohr. Sie lässt sie herunterfallen. Dann steckt sie sie wieder zurück. Sie glaubt, sie bräuchte einen Haarschnitt. Sie nimmt zwei Schlucke, noch bevor sie die Straße überquert. Immer dasselbe Muster: trinken, atmen, gehen. Ihr Mantel ist derselbe wie gestern.

Schließe das Notizbuch.

Sein Kopf sinkt gegen die Sitzlehne zurück. Er schließt die Augen.

Sie ist seine einzige Schwäche.

Die Stimmen waren zurückgekehrt.

Es war wie ein Uhrwerk. Es geschah jedes Mal, wenn er nicht bei ihr war. Sie erzählten ihr Dinge. Sie sagten ihr die Wahrheit.

Du konntest sie nicht retten.

Du gehtst mir auf die Nerven.

Es ist alles deine Schuld.

Sie waren so stark. So schmerzhaft. So wahr. Sie ließen ihn nicht schlafen. Sie ließen ihn nicht existieren. Er war ihr Sklave, ein Sklave der Vergangenheit. Sie unterdrückten alles andere, jede vernünftige Stimme, jeden rationalen Gedanken.

Dazu gehört auch der rationale Gedanke, sich von ihr fernzuhalten.

„Alles ist für Sie bereit, Chef“, sagte eine Stimme. Eine echte Stimme.

Sein Blick fokussiert sich und er kehrt in die Realität zurück. Er sucht nach der Quelle der Stimme und findet seinen Stellvertreter, Luca Santoro, einen Einheimischen aus Blackridge. Ein guter Freund und Berater von Dom. Nach und nach wurde er ihm wie ein Bruder.

Dom ließ ihn nicht so nah heran. Es waren erst zwei Jahre vergangen, seit Don Vitale ihn zum Oberhaupt der Blackridge-Familie befördert hatte; erst zwei Jahre, seit er an diesen unerträglichen Ort gezogen war. Dominic hatte in kürzerer Zeit Familienmitglieder verloren.

„Sag mir Bescheid, wenn es sechs Uhr ist“, sagt Dom. Luca nickt. Dom greift in seine Tasche und gibt Luca sein Handy.

„Ich warte auf einen Anruf von Donna. Klopf zweimal, wenn sie ankommt“, sagt Dom leise.

—Selbstverständlich, Chef.

Dom betritt sein Haus im abgeschiedenen Hawthorne Heights. Es ist zwar nicht Blackridge, aber fast. Die Villa hat drei Stockwerke, ist aber in den Hang gebaut, sodass sie eher aus der Erde wächst, als auf ihr zu stehen – eine Mischung aus neokolonialem und brutalistischem Stil. Das Anwesen besticht durch Balkone mit Balustraden, eine imposante umlaufende Veranda und eine perfekt symmetrische Fassade mit massiven Doppeltüren aus ebonisiertem Holz und Schmiedeeisen. Eine lange, mit einem Tor versehene Auffahrt, nur notdürftig mit verdichteter Erde befestigt, ist von Platanen gesäumt, an denen versteckte Kameras angebracht sind. Das Wachhaus liegt eine Meile vom Haus entfernt und ist mit Scharfschützen und Wachen in höchster Alarmbereitschaft besetzt.

Dom mochte es nicht. Der alte Chef hatte es vor fünf Jahren renoviert. Der erste Besitzer des Hauses ist schon lange tot. Das Anwesen selbst war hundert Jahre alt.

Er hatte sich nicht beschwert, als Don Vitale ihn fragte, ob es ihm recht sei. Er hatte Schlimmeres erlebt, in schlimmeren Orten geschlafen. Wie auf dem schlammigen Boden von Qamar, als er noch bei den Green Berets war. Ein Vermögen von fünfundzwanzig Millionen Dollar war kaum ein Grund zur Klage. Trotzdem zog er seine abgeschiedene Wohnung in Kingsbridge vor.

Er ging die Treppe hinunter, die ins Untergeschoss führte. Er passierte den Panikraum, den voll ausgestatteten Fitnessraum, den Schießstand, den Weinkeller und schließlich den Sicherheitsraum. Er erreichte das Ende des Korridors, öffnete die Stahltür und ging eine weitere Treppe hinunter.

Es war dunkel, nur die Notbeleuchtung in den Wandleuchten spendete Licht. Es war ein langer, ungewöhnlicher Flur mit einer Tür am Ende. Zwei seiner Männer bewachten die Tür und nickten ihm respektvoll zu. Adrian und Rafael.

In diesen Tiefen, unter der Erde, gab es kein Lebenszeichen, keinen Hilferuf. Nichts war lebendig. Sie waren tiefer als jede Leiche.

„Keine Unterbrechungen, meine Herren“, sagt Dom zu ihnen, und sowohl Adrian als auch Rafael nicken, bevor sie ihm die Tür öffnen.

Dom tritt ein und wird von einem metallischen Klirren begrüßt. Er hört, wie die Tür hinter ihm ins Schloss fällt.

Der Anblick des Blutes schockierte ihn sofort. Er ekelte sich nicht an. Das war das erste Anzeichen dafür, dass er ein abscheulicher Mensch war.

Aber er ist der Henker von Don.

Die Metzger ekelten sich weder vor Blut noch vor Knochen.

Er betritt den Schlachtraum und krempelt die Ärmel hoch. Wie ein Chirurg, der sich auf eine Operation vorbereitet, zieht er sich Latexhandschuhe an. Dann die Metzgerschürze, die den teuren Stoff seines Hemdes schützt. Seine italienischen Lederschuhe überzieht er mit Plastikfolie.

Der Mann, der auf dem Stuhl sitzt, beobachtet dieses Ritual und versinkt dabei immer tiefer in Angst, immer tiefer in Verdammnis.

Der Mann atmet schneller, flacher. Panik ergreift ihn. Mit Klebeband und Kabelbindern ist er an den Stuhl gefesselt, seine Knöchel zittern an den Beinen des Metallgestells. Blut befleckt bereits sein Hemd – eine Warnung, die ihn noch vor Doms Ankunft ereilt hatte.

Dom sagt zunächst nichts.

Mit klinischer Präzision richtet er seine Handschuhe, streicht über seine Finger und schnippt mit dem Handgelenk. Das Gummi quietscht leise. Ein Geräusch, das einem, wenn er clever ist, einen vor Angst in die Hose machen lassen würde.

Er geht zu dem Beistelltisch aus Edelstahl, der nach seinem letzten Besuch frisch geputzt wurde. Alle Werkzeuge sind perfekt symmetrisch angeordnet: Knochensäge, Hammer, Gartenschere, Skalpelle, Bolzenschneider. Eine Sammlung, die sagt: Hier geht es nicht um Schnelligkeit. Hier geht es um Erinnerung.

"Weißt du, warum du hier bist?", fragt Dom schließlich.

Der Mann stotterte, und eine Kette von Entschuldigungen und Ausreden ergoss sich wie Galle aus seinem Mund.

Dom schaut nicht hin. Er wählt das kleinste Blatt.

„Ich habe nicht um Lärm gebeten“, murmelt er.

Stille herrscht wieder.

Dom hockt sich hin, bis er auf Augenhöhe mit dem Mann ist. Nicht zu nah. Nah genug, dass der Mann das Parfüm unter dem Bügeleisen riechen kann. Nah genug, um den schweren Blick des Urteils zu spüren.

Er neigt den Kopf und betrachtet es, wie ein Handwerker Holz betrachten würde: wo es am leichtesten bricht, wo die Maserung nachgibt.

„Du hast mich bestohlen“, sagt Dom leise. „Du hast zu viel geredet.“

Der Mann schüttelt heftig den Kopf, und auf seinen Lippen ist bereits ein Ausdruck der Ablehnung zu erkennen.

Dom drückt die flache Kante der Klinge gegen die Wange des Mannes. Er schneidet nicht. Noch nicht. Er lässt ihn nur die Kälte spüren.

„Du hast eine Entscheidung getroffen“, sagt Dom. „Jetzt treffe ich auch eine.“

Dann steht er auf. Er beginnt.

Und die Schreie, die darauf folgen, dringen nie an die Oberfläche. Nicht durch sechs Meter Beton, nicht an Adrian und Rafael vorbei, nicht dort, wo die Welt immer noch so tut, als sei Dom DeLuca zivilisiert.

Die Stimmen fangen wieder an. Lauter.

Sie ist nicht hier, um sie zum Schweigen zu bringen.