Kapitel 3
Isabella
du?" Während er das sagte schaute er mit immernoch tief in die Augen Bedeutungswandel
„Welt“ leitet sich im Deutschen und Englischen (world) von germanischen Wortwurzeln ab: althochdeutsch ist weralt oder worold für das 8. Jahrhundert mit der Bedeutung „Zeitalter“ überliefert und setzt sich nach gängiger Auffassung aus den Wurzeln wer (Mann) und alt (seit langer Zeit bestehend) zusammen. Das Wort wurde wohl im Zuge der Christianisierung mit den lateinischen Worten saeculum (Zeitalter, Jahrhundert) und mundus (Welt, Weltordnung, Schöpfung) gleichgesetzt, wodurch der Bedeutungsinhalt des „Zeitalters“ veraltete, und der Bedeutungsinhalt „irdische Welt“ übrigblieb.[1] Mittelhochdeutsch wurde das Wort noch werlt geschrieben.[2] In romanischen Sprachen entstammt das entsprechende Wort direkt aus dem Lateinischen, etwa mundo (Spanisch), monde (Französisch) und mondo (Italienisch).
Im Mittelalter wurden auch Menschenansammlungen noch als Welt bezeichnet, etwa wenn ein Herrscher „eine große Welt“ auf Heerbann sammelte. Diese Bedeutung kam in der Neuzeit aus der Mode.[3] Bis in das 19. Jahrhundert hielt sich eine Bedeutung von „Welt“ als Synonym für die menschliche Gesellschaft, und insbesondere deren gehobene Kreise, welche als „große Welt“ oder „feine Welt“ bezeichnet wurden. Wer in diesen Kreisen verkehrte, galt „weltgewandt“ oder als „Mann von Welt“. Die „gelehrte Welt“ bezeichnet die Gemeinschaft der Gelehrten; öffentliche Handlungen geschehen „vor den Augen der Welt“.[4] Vor allem in Redewendungen ist diese Bedeutung bis heute gängig, etwa in „alle Welt weiß, dass…“ oder „weltberühmt“.
