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Kapitel 2 – Der Geschmack des Risikos 2

SANAA

Ich hatte nicht vor, heute Abend auszugehen. Nach diesem schweren Tag im Training hätte ich in mein Zimmer zurückkehren und in die Stille versinken sollen. Aber da war dieses Feuer in meinen Lenden, diese dumpfe Spannung, die sich weigerte, zu erlöschen. Ich brauchte Bewegung, frische Luft, das Gefühl, lebendig zu sein, wenn auch nur für einen Moment.

Ich wähle einen diskreten Club, weit weg vom touristischen Trubel, einen Ort, an dem die Körper lauter sprechen als die Worte. Das Licht ist gedämpft, streichelt die Haut, die Musik vibriert in der Brust, synkopiert, hypnotisch.

Ich schiebe die Tür auf, verschwinde in der Dämmerung, suche nach einem Anhaltspunkt, einem Zeichen. Der Rauch schwebt, die Silhouetten verschmelzen, streifen sich, fordern sich heraus. Ich füge mich in die Menge ein, absichtlich verloren, bereit, mich zu verlieren.

Dann sehe ich ihn an der Bar, allein, ein Glas vor sich wie ein einsamer Thron. Sein anthrazitgrauer Anzug ist zerknittert, sein offener Kragen zeigt eine Haut, die nach meinen Berührungen schreit. Und dieser Blick. Schwarz, tief, der mich ohne ein Wort auszieht, der mich in Stille entblößt.

Unsere Augen treffen sich. Ein kalter Schauer durchfährt mich, entlang meiner Wirbelsäule hinab. Ich zögere nicht. Meine Schritte tragen mich zu ihm, ruhig, entschlossen.

— Ich hätte nicht gedacht, dich hier wiederzusehen, sage ich, meine zitternde Stimme verrät meine Unruhe.

Er lächelt, dieses Lächeln, das sein ernstes Gesicht aufhellt und das Versprechen von Gefahr weckt. — Die Nacht ist voller Überraschungen. Die besten kommen ohne Vorwarnung.

Er beugt sich zu mir, sein warmer Atem streichelt mein Ohr, seine Lippen berühren fast meine Haut.

— Bist du gekommen, um zu tanzen? flüstert er.

Ich nicke, unfähig, ihm ein stärkeres Wort zuzufügen.

— Dann tanze mit mir.

Er zieht mich zur Tanzfläche, wo das Licht mit den Schatten spielt, wo die Musik uns umhüllt, uns mitreißt.

Unsere Körper streifen sich, zähmen sich, suchen einander. Er ist nah bei mir, sein Atem vermischt sich mit meinem, seine sanften und festen Hände gleiten langsam über meine Hüften.

Ich spüre das brennende Verlangen in mir erwachen, eine spürbare Spannung, die jede Faser meines Körpers zum Vibrieren bringt.

Ich lasse mich zum Rhythmus treiben, vergesse die Regeln, die Codes, die Ängste. Er führt mich, dominiert mich ohne aufzudrängen, provoziert mich ohne zu zwingen.

Jeder Blick, den er auf mich wirft, ist eine stille Herausforderung, eine Einladung zum Spiel. Ich antworte mit einem Lächeln, mit einer zarten Berührung seines Arms, mit einem Streifen meiner Finger über seinen Nacken.

Die Hitze steigt. Unsere Atemzüge beschleunigen sich. Ich spüre, wie seine Hände ein wenig höher gleiten, meine Schultern streifen, meinen Hals liebkosen.

Er murmelt gegen mein Ohr: — Du weißt, dass du nicht mehr zurückkannst.

Ich schaudere, meine Haut lodert unter seinen Fingern. Ich schließe die Augen, verloren in diesem sanften und wilden Sturm.

Die Musik intensiviert sich, unsere Körper umarmen sich, erhitzen sich, geben sich dieser sinnlichen Tanzbewegung hin, in der jede Geste ein Versprechen ist, jeder Atemzug eine Erklärung.

Ich spüre, dass er bereit ist, alles mitzureißen, dass ich bereit bin, alles loszulassen.

Doch im Moment gibt es nur die Musik, die Nacht und diese magnetische Anziehung, die uns langsam verzehrt.

Die Musik pulsiert noch in meinen Adern, eine dumpfe Vibration, die sich mit jedem Schlag meines Herzens synchronisiert. Seine Hände, fest und sicher, drücken mich an ihn, als wollte er mich absorbieren, mich dieser erstarrten Welt entziehen. Er begnügt sich nicht mehr damit, mich zu berühren, er fordert jede Fläche meiner Haut, jeden Seufzer, den ich zurückhalte.

Er greift nach meinem Nacken, zieht mich an sich, und seine Lippen verschlingen meine mit einer wilden Dringlichkeit, einem primitiven Feuer, von dem ich geglaubt hatte, es für immer begraben zu haben. Ich antworte hemmungslos, meine Finger in sein Haar verwickelt, ziehe, flehe fast, dass er niemals aufhört.

Sein Körper drückt sich gegen meinen, brennend, mächtig. Die Hitze, die er ausstrahlt, verzehrt mich, umhüllt mich, bringt mich zwischen Vernunft und Wahnsinn ins Wanken. Sein Kiefer spannt sich an, seine Zähne streifen meine Unterlippe in einem Spiel von zärtlicher und grausamer Dominanz.

— Lass dich gehen, murmelt er, heiser, fast animalisch.

Ich spüre seine Zunge gleiten, insistieren, bis ich keine andere Wahl habe, als mich dieser Sturm zu ergeben, der mich mitreißt. Jeder Kuss ist ein Versprechen von Chaos, eine Einladung, mich zu verlieren, meine unsichtbaren Ketten abzulegen.

Er schiebt seine Hände unter mein Kleid, erkundet meine Hüften, gleitet tiefer, streichelt die nackte Haut mit einer wilden Zärtlichkeit. Mein Atem beschleunigt sich, meine Haut entzündet sich unter seinen Berührungen, jeder Hauch entfacht ein geheimes Feuer.

Ohne ein Wort hebt er mich hoch, mein Körper biegt sich, meine Beine umschlingen seine Taille, und er trägt mich zum Aufzug. Der enge Raum verstärkt jedes Gefühl, jeden Schauer, der entlang meiner Wirbelsäule läuft.

Seine Hände gleiten über meinen Rücken, kratzen sanft, ein Zeichen, dass er da ist, dass er mich in dieser Nacht nicht entkommen lassen wird. Ich ertappe mich dabei, dass ich will, dass er mich festhält, dass ich seine Stärke gegen meine suche.

Als wir im Zimmer ankommen, schließt er die Tür hinter uns, das Klicken hallt wie ein Donnerschlag in dieser schweren Stille voller Versprechen. Er drückt mich gegen die Wand, sein warmer Atem entzündet meinen Hals, seine Hände verlieren sich in meinem Haar, in meinem Rücken.

— Du gehörst mir heute Abend, flüstert er.

Ich winde mich, aufgegeben in diesem wilden Gefühl, in diesem unstillbaren Hunger. Sein Mund sinkt ab, verschlingt meinen Hals, knabbert an der zarten Haut, reißt mir fast die Stöhne heraus, die ich nur mit Mühe zurückhalte.

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