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1/Das Leben eines Stripgirls

Ich starrte auf dem Display meines Handys.

01:53 Uhr.

Fuck.

Jetzt gleich würde meine Schicht beginnen.

Ich zog mir meine schwarze, dünne Jacke über meinem Alltagsoutfit, einer blauen Jeans und einem weißen T-Shirt mit der Aufschrift "Palm Angels" an. Darunter befand sich mein Stripoutfit.

Ich wollte nicht zu sehr auffallen, vor allem nicht als eine Stripperin.

Ich wusste, dass die meisten Menschen negativ auf Welche, wie mich herabsahen.

Oft wurde ich, auch im Stripclub, als billig, unprofessionell oder fake bezeichnet.

Ob es mich interessierte?

Nein.

Ob es mich trotzdem verletzte?

Ja.

Doch das war der einzige Job, der für mich wirklich in Frage kam. 

Ich zog zuletzt noch meine weißen Nikes an und verließ einige Sekunden später mein Apartment.

Ich stieg in meinem weißen Mercedes, startete ihn und fuhr los.

Ich fuhr an vielen Casinos vorbei, da der Stripclub, in dem ich arbeitete, in einer sehr bekannten Straße von San Francisco lag. Und zwar in der Lombard Street.

Eigentlich mochte ich die Straße.

Jeden Tag waren hier viele Geschäfte, wie Cafés und Bars geöffnet und man konnte unendlich lang shoppen.

Jedoch verbindete ich die Straße jedes Mal mit meiner Arbeit.

Und seitdem fuhr ich nur noch in die Straße, wenn ich zur Arbeit musste.

Ich hielt an und parkte mein Auto in einer Tiefgarage, die für uns Mitarbeiter gedacht war. Ich packte nur noch meine Handtasche und den Autoschlüssel, verließ die Tiefgarage, betrat den Stripclub und ging in das Bad, um mich fertig zu machen.

"Madison.", erklang eine Stimme dicht hinter mir.

Ich drehte mich schnell um und sah Lenora vor mir.

"Ist alles in Ordnung, du wirkst gestresst?", gab sie von sich, bevor ich überhaupt noch antworten konnte.

"Ja, alles gut.", meinte ich wie ein Roboter und suchte schnell alle Dinge aus meiner Handtasche, um mich umzuziehen.

Ich bemerkte, wie sie die Stirn runzelte und noch ein paar Schritte auf mich zuging.

"Girl, du wirkst so angespannt, wirklich alles gut bei dir?"

"Jaa!! Lass mich bitte jetzt in Ruhe!", sagte ich nun lauter. Verdammt, könnte sie mal bitte aufhören immer so neugierig zu sein?

Sie war immer so...

Jeden Tag bei der Arbeit fragte sie mich, ob alles in bester Ordnung wäre und irgendwann reicht's doch auch.

Obwohl ich wusste, dass sie recht hat.

Ich machte mich auf den Weg zu den Stufen, nachdem ich mich umgezogen hatte und meinen Eyelinerstrich korrigierte. 

"Sexy, sexy!", hörte ich schon männliche Stimmen neben mir.

Kurz darauf spürte ich schon zwei Hände an meinen Hüften und wich erschrocken zurück.

"Wowow. Mach mal langsam, baby."

Oh, Gott, ich wünschte, ich könnte im Boden versinken und mich einfach in Luft auflösen dachte ich mir.

Ich wusste, ich musste mich jetzt anstrengen und konzentrieren.

Ich riss mich zusammen und setzte mein Fake-Lächeln auf.

Genau genommen setzte ich eine komplette Fake-Maske auf.

Niemand hier kannte mich wirklich. Sie konnten mich also auch schwer einschätzen.

Showtime dachte ich mir mit negativen Gedanken.

Ich ging auf eine Stange zu, packte sie mir und begann zu strippen. 

Ich war schon gut gebildet.

Während andere nur drumherum gingen, machte ich Kunstsücke an dieser Stange.

Ich hörte von allen Seiten Gejubel.

Gut so.

Nachdem ich meine kurze Show abgezogen hatte, hatte ich das Gefühl, ich müsste eine kurze Pause machen. Ich holte mir ein Glas Wasser, doch jemand drängte sich vor mich.

"Hey, meine Süße. Komm doch mal zu uns an den Tisch.", meinte ein Typ mit einem Schnurbart und zeigte mit seinen Kopf auf einen Tisch, wo lauter Männer saßen.

Sie sahen nicht alt aus, genauso wie er, jedoch fühlte ich mich trotzdem unwohl bei diesem Gedanken.

"Ähm...Ich..." Ich stockte, als ich meinen Chef hinter dem Typen sah. Er zog die Augenbrauen hoch und erwartete wohl, dass ich das machen sollte, was der Typ mir sagte.

"Na, was meinst du, kleine?" Er sah mich durchdringend an.

Reflexartig nickte ich und ließ mich zu seiner Gruppe führen.

Einer von ihnen gab mir das Zeichen, mich hinzusetzen, doch ehrlich gesagt, wollte ich das überhaupt nicht. Doch ich musste.

Der Typ, der mich vorhin aufgehalten hatte, meinte nun "Stellt euch doch mal alle vor."

"Ich bin Justin."

"Ich bin Elyas."

"Leon."

"Effe."

"Kaden. Freut mich dich kennenzulernen."

Der letzte Typ kam sympathisch rüber.

Nicht weil er unglaublich sexy war, sondern weil er mir ein sanftes, leichtes und gleichzeitig vorichtiges Lächeln gab, im Gegensatz zu den anderen.

Nichtsdestotrotz wollte ich hier weg.

"Ich bin Barney. Und wie heißt du, Süße?", fragte mich nun wieder der Typ, der mich als allererstes angesprochen hatte.

"Madison.", meinte ich etwas zu schüchtern.

"Strip für uns."

Ich erstarrte.

Ich musste einmal durchatmen.

Aber jetzt durfte ich einfach nicht verschwinden.

Ich erwachte aus meiner Starre und ging auf eine Stange, ganz in der Nähe zu.

Ich hielt sie ganz fest.

Ich atmete gut durch, in der Hoffnung, nicht gleich an Sauerstoffmangel zu sterben.

Let's go.

Ich drehte mich zweimal um die Stange, hielt sie dann mit beiden Händen fest, umklammerte meine Beine darum, zog mich hoch und drehte mich wie ein Glücksrad. Ein paar weitere Kunststücke undddd

Mittelfinger an die ganzen Fuckboys, Baby, gib ihn'n!

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