Kapitel 5
Aber Lucy?
Sie war brillant.
Ihre Strategie war makellos, ihre Präsentation gewagt, und ihr Selbstvertrauen? Unerschütterlich.
Als die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, war Robert fassungslos.
Denn sie hatte gewonnen.
Lucy hatte ihn besiegt.
Der Saal brach in Applaus aus, als Lucy den Vertrag elegant annahm.
Robert hingegen blieb regungslos stehen.
So etwas war noch nie zuvor passiert.
Er hatte sie unterschätzt.
Und nun, zum ersten Mal seit langer Zeit, empfand Robert Montgomery etwas Neues.
Faszination.
Nach dem Treffen
Als alle gegangen waren, ging Robert auf sie zu.
Sie wartete auf ihn.
„Du scheinst überrascht zu sein“, scherzte er und verschränkte die Arme. „Hast du nicht geglaubt, dass ich gewinnen würde?“
Robert sah sie an. „Du bist unberechenbar, Lucy.“
Lucy lächelte spöttisch. „Ach, Robert ... Du hast ja keine Ahnung.“
Robert kniff die Augen zusammen.
Er wollte mehr über sie erfahren.
Wer war sie?
Woher kam sie?
Und warum fühlte er sich so seltsam zu ihr hingezogen?
Eines war sicher –
Lucy Álvarez war zu seiner neuen Obsession geworden.
Und er hatte keine Ahnung, dass sie bereits seine Frau war. Robert Montgomery war es nicht gewohnt zu verlieren.
Und schon gar nicht gegen eine Frau, die ihn selbstgefällig anlächelte, als hätte sie alle Macht der Welt.
Und doch stand er da, mitten in seinem Büro, und ging in Gedanken die Ereignisse dieser Geschäftskonferenz durch.
Lucy Álvarez.
Sie war unerträglich.
Sie war brillant.
Und das Schlimmste daran war ... sie hatte gewonnen.
Robert lehnte sich in seinem Stuhl zurück und trommelte mit den Fingern auf den Schreibtisch.
Die meisten Frauen in seinem Leben boten sich ihm ohne zu zögern an. Sie wollten seinen Reichtum, seinen Status, seine Aufmerksamkeit.
Lucy?
Sie tat so, als wäre ihm das völlig egal.
Und das machte ihn wahnsinnig.
„Tristan“, rief Robert mit schriller Stimme.
Seine Sekretärin meldete sich. „Ja, Sir?“
„Finden Sie alles heraus, was Sie über Lucy Álvarez herausfinden können.“
Tristan runzelte die Stirn. „Sir, haben Sie einen Verdacht?“
Robert lächelte spöttisch. „Nein. Ich bin nur neugierig.“
Tristan seufzte, nickte aber. „Ich werde mich sofort darum kümmern.“
Als seine Sekretärin gegangen war, lehnte sich Robert vor und ein langsames Lächeln huschte über seine Lippen.
Wenn Lucy spielen wollte...
Dann sollte es so sein.
–
Lucy zog ihre Jacke zurecht, als sie die Eingangshalle ihres Unternehmens betrat; ihre Absätze hallten auf dem Marmorboden wider.
Sie war immer noch euphorisch nach dem gestrigen Sieg.
Robert Montgomery besiegen? Das war eine Leistung, an der sie sich nie sattsehen würde.
Doch gerade als sie sich ihrem Büro näherte...
„Miss Álvarez.“
Sie erstarrte.
Diese Stimme.
Diese tiefe, arrogante und leicht amüsierte Stimme.
Als sie sich langsam umdrehte, stand sie Robert gegenüber.
Er lehnte lässig an der Wand und wirkte so arrogant wie der CEO, der er war.
Sie hob eine Augenbraue. „Mr. Montgomery, zu was verdanke ich die Ehre?“
Robert lächelte spöttisch. „Oh, ich war gerade in der Nähe.“
Lucy verschränkte die Arme. „Aha. Und Schweine können fliegen.“
Robert lachte leise und kam näher. „Du bist schwer zu finden, Lucy.“
Lucy neigte den Kopf. „Ach ja? Und warum hast du versucht, mich zu erreichen?“
Robert beugte sich leicht vor. „Sagen wir mal so ... du bist mir aufgefallen.“
Lucy tat so, als würde sie nach Luft schnappen. „Wow, der große Robert Montgomery findet mich interessant! Ich sollte mich geehrt fühlen.“
Robert lachte leise. „Das solltest du auch.“
